Die verbitterte Braut Baby Belle, nachdem ihr Gatte schon während der Trauung zusammengebrochen war. Immerhin erbte sie ein ganzes Käse-Imperium. Bild hk
Die verbitterte Braut Baby Belle, nachdem ihr Gatte schon während der Trauung zusammengebrochen war. Immerhin erbte sie ein ganzes Käse-Imperium. Bild hk

Bühne

Theater um Käsedynastien

Beim Krimi-Dinner der Kulturkommission Wollerau ging es am Samstagabend um ein paar Morde und um ganz viel Käse.

 140 Besucher folgten der Einladung der Kulturkommission zum Krimi Dinner im Restaurant Erlenmoos. Nach einem reichen Apéro wurde schon bald der erste Akt des Stückes «Der Käse-Killer» gespielt, bei dem sich schnell herausstellte, dass das Zürcher Denlo-Theater-Ensemble Klamauk auf hohem Niveau spielt. Es waren nur zwei Frauen und zwei Männer, doch schlüpften diese in immer neue Rollen und wirkten daher wie eine grössere Schauspielergruppe. Gespielt wurde nicht auf einer Bühne, sondern zwischen den grossen Achter-Tischen, also mitten unter den Gästen.


Alles drehte sich um Käse


Beim Stück ging es darum, dass sich die beiden Käse-Dynastien Sprienz und Tilsiter vorgenommen hatten, ihre Kinder miteinander zu verheiraten – was natürlich bei der Käse-Konkurrenz schlecht aufgenommen wurde. Kein Wunder, brach der Bräutigam Edam Sprienz schon während der Trauung an den Folgen einer Arsen-Vergiftung nach einem Fondue-Essen tot zusammen. Es gab Beschuldigungen, Vermutungen, Verdächtigungen und im Laufe des Stückes noch ein paar weitere Leichen, unter anderen auch der Vater der Braut, der von mehr als 50 Schüssen durchsiebt wurde. Geschossen wurde viel, der Detektiv Roque Fort erlitt gleich zwei Schussverletzungen, die ihn aber nicht an der Auflösung des Falls hinderten.


Das Publikum durfte mitraten


Zwischen den einzelnen Gängen wurde Theater gespielt, lustig, mit viel Klamauk und weit weg von ernst. Die Schauspieler zeigten ihr ganzes Können, und die Gäste hatten ihren Plausch. Nach dem Hauptgang erhielten alle einen Zettel mit ein paar Fragen zum Stück, und natürlich galt es, den unbekannten Mörder zu entlarven. Im letzten Akt dann folgte die Auflösung – anders als erwartet, stellte sich Frau Mozzarella als Mörderin. Es war einmal etwas ganz anderes als man es sonst kennt, schräg, spassig, provokativ und frisch.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Hans Ueli Kühni

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.04.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/yRTH2h