Kabarettistin Esther Schaudt nimmt in ihrem Soloprogramm die neuzeitliche Elternschaft auf die Schippe.
Kabarettistin Esther Schaudt nimmt in ihrem Soloprogramm die neuzeitliche Elternschaft auf die Schippe.

Dies & Das

Die neue Generation Eltern

Die Kulturkommission Wollerau engagierte für ihren Comedy-Abend die Kabarettistin Esther Schaudt. In der Aula der MPS Riedmatt befasste sich diese am Samstagabend mit «Bekinderten».

Eigentlich sei sie ganz froh, in der Aula in Wollerau zu sein. Ihr Sohn feiere just an diesem Abend seinen Geburtstag. Natürlich inklusive der Übernachtung von sieben wackeren Freunden, die glücklicherweise von ihrem Mann betreut würden. So könne sie sich auch genügend Zeit für den Auftritt nehmen.

Bekannte Situationen

Die Zuschauer hatten viel zu lachen. Esther Schaudt, selbst Mutter, beschrieb die Situationen aus dem Elternalltag, die einem oft allzu bekannt vorkamen, auf humorvolle Art und gekonnt überspitzt. Die vielen Wahlmöglichkeiten beispielsweise, seien für die neuzeitliche Elternschaft gar nicht so einfach. Erst recht nicht, wenn man gleichzeitig noch andauernd mit anderen Eltern im Wettbewerb stehe. Hauptsache, man sei anders und speziell. Geburtstagspartys immer noch feudaler als die in Nachbarins Garten. Prosecco für die Frauen, Fruchtsaft für die Supermütter. Und die Kleinen, deren Geburtstag geplant wird, bekämen auch was. Ach ja, posten auf Facebook nicht zu vergessen. Obwohl, Mütter halten doch zusammen?

Solidarisch gegen Feindinnen

Frauen würden sich gemeinsam gegen ihre Feindinnen solidarisieren, meinte die Kabarettistin. Birkenstock gegen Turnschuh, Waldkrippenmütter gegen Jet-Set-Ladys. Die neue Generation der Eltern plane alles durch. Sogar die Karriere ihrer Kinder. Egal, in welche Richtung die Begabungen gingen, Hauptsache eine ist da. Schaudt veranschaulichte dies in der Rolle der Eveline Kappeler ohne Bindestrich Hürzeler. Ihre hochbegabte Tochter könne Nasenbohren. Diese besondere Technik, ausgefeilt und unterstützt von ihren Eltern, sei doch auch ein Anruf bei der Lehrerin wert. Die schwierigeren Hausaufgaben würden sie mit ihrer Tochter leicht erarbeiten. Man wolle ja nicht gleich mit dem Anwalt drohen.

Ein Fall für mehrere Therapien

Wenns in der Schule dann trotzdem nicht klappt, tuts eine oder vielleicht zwei, drei Therapien. Eltern oder Kind sei hier die Frage? Natürlich erst die lieben Kleinen. Schliesslich solle aus den hochintelligenten Kindern etwas werden. Und sie sollten sich nicht hinter schlechtem Benehmen verstecken müssen. Also sei Logopädie für die Aussprache angesagt, Osteopathie für die aufrechte Haltung und Bachblütentherapie für die zartbesaitete Seele. Hochbegabung hin oder her,Schaudt alias Albana, Praktikantin in einer Kinderbetreuungseinrichtung, liess die Zuschauer in ihrem jugendlichen Alter frisch und fröhlich Rätsel lösen. Die Kinder würden sie überhaupt nicht interessieren und überforderten sie daher auch nicht im Geringsten. Selbst noch nicht ganz erwachsen, nehme sie ihr Leben nun in die Hand und suche sich eine Stelle ohne Lehre. Politikerin sei so ein Beruf.Sie wisse auch schon,was der «Säckelmeister» sei, nämlich ein Mann in der Gemeinde, der am meisten «säckelt», um die Gipfeli für die anderen zu holen. Albana sieht den Übereifer der Eltern auf jeden Fall ziemlich locker.



Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Eveline Corti)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

09.02.2015

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schwyzkultur.ch/GtGyVn