Nord- und Ostfassade des Schlossturms und des Schlossgrabens in Pfäffikon. Bild Robert Rosenberg 2004.
Nord- und Ostfassade des Schlossturms und des Schlossgrabens in Pfäffikon. Bild Robert Rosenberg 2004.
Die Kapelle St. Martin und die Kirche St. Peter und Paul auf der Ufenau von Süden. Bild Robert Rosenberg 2009.
Die Kapelle St. Martin und die Kirche St. Peter und Paul auf der Ufenau von Süden. Bild Robert Rosenberg 2009.
Ansicht der 1939 errichteten Landwirtschaftlichen Schule in Pfäffikon. Fotografie aus dem Jahr 1941. Slg. Felix Kälin, Pfäffikon, STASZ.
Ansicht der 1939 errichteten Landwirtschaftlichen Schule in Pfäffikon. Fotografie aus dem Jahr 1941. Slg. Felix Kälin, Pfäffikon, STASZ.

Kunst & Design

Neues Buch über die Kunstdenkmäler in der Höfe

Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte präsentierte anlässlich einer Vernissage am Donnerstag, 9. Dezember im Gemeindehaus der Korporation Wollerau den neu erschienenen Band «Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Bezirk Höfe».

Viele der Kulturdenkmäler, die in dem prächtigen Band erwähnt sind, sind der boomenden Bautätigkeit der letzten Jahre zum Opfer gefallen. Ein Grund mehr, weshalb das Thema über die kulturgeschichtlich und wissenschaftlich interessierten Kreise hinaus Beachtung verdient.


Der Bezirk Höfe

Der Bezirk Höfe im Kanton Schwyz erstreckt sich vom Nordhang des Etzels bis an den Zürichsee. Er umfasst die drei politischen Gemeinden Freienbach – mit Freienbach, Bäch, Pfäffikon, Hurden und Wilen –, Feusisberg – mit Feusisberg und Schindellegi –,Wollerau und die beiden Inseln Ufenau und Lützelau.

Geschenk des Kaisers

965 schenkte Kaiser Otto I. die Insel Ufenau und den Hof Pfäffikon dem Kloster Einsiedeln. Zu diesem Zeitpunkt war eine Kirche auf der Insel bereits Mittelpunkt einer Grosspfarrei Ufenau. In Pfäffikon entstand im 13. Jahrhundert mit dem Turm das wirtschaftliche Zentrum des Klosters Einsiedeln, das am Anfang des 14. Jahrhunderts zur Burganlage ausgebaut wurde. Von der Präsenz des Klosters zeugen heute noch zahlreiche Gebäude wie das Schloss Pfäffikon oder das Weingut Leutschen in Freienbach. Die Äbte förderten auch den Bau von Kirchen und Kapellen entlang der Pilgerwege nach Einsiedeln, die das Gebiet in eine sakrale Landschaft verwandelten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die ehemalige Korn-, Frucht- und Fischkammer des Klosters Einsiedelns vom Tourismus entdeckt.

Feusisberg war Kurort

Feusisberg entwickelte sich in kurzer Zeit zum beliebten Molkekurort mit den entsprechenden Kur- und Hotelbauten; und vom Aussichtsturm auf dem Etzel war eine fantastische Rundumsicht zu geniessen. Gleichzeitig entstanden die ersten frühindustriellen Betriebe mit ihren charakteristischen Bauten, und parallel zum Ausbau der Verkehrswege fand eine Verdichtung der Siedlungen statt.

Erhalten bis in die 1950er-Jahre

Bis in die 1950er-Jahre des letzten Jahrhunderts blieb das ursprünglicheSiedlungsbild im Bezirk Höfe weitgehend erhalten. Danach setzte, bedingt durch die Nähe zu Zürich und den Bau der Nationalstrasse, eine bis heute ungebremste Bautätigkeit ein. Der Bezirk Höfe gilt heute als Steuerparadies des Kantons Schwyz, die ehemals klösterliche Wirtschaftszentrale Pfäffikon ist zu einem weltweit bedeutenden Bankenzentrum mutiert. Dieser Entwicklung sind zahlreiche architekturhistorisch wertvolle Bauten zum Opfer gefallen. Somit ist die Lektüre des neuen Kunstdenkmälerbandes auch eine «Spurensuche» im Bezirk Höfe vor 1950.

Die Autorin

Anja Buschow Oechslin, Dr. phil. Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Berlin (FU), Rom und Bonn. 1998–2006 Kunstdenkmälerinventarisatorin im Kanton Schwyz. Seit 2007 tätig als wissenschaftliche Koordinatorin der Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln.

Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz

Band IV.,Bezirk Höfe
Anja Buschow Oechslin

380 Seiten,
356 Abbildungen
ISBN978-3-906131-93-1

Preis

- CHF 88 (GSK-Mitglieder)

- CHF 110 (Buchhandel)

Verlag

Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK

Weitere Infos

www.gsk.ch

SK+ / GSK

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

10.12.2010

Webcode

www.schwyzkultur.ch/eusTBV