Emre Baykal und Urs Martin Traber an der Vernissage ihrer Ausstellung in der Galerie Matthys in Wollerau. Bild Anina Peter
Emre Baykal und Urs Martin Traber an der Vernissage ihrer Ausstellung in der Galerie Matthys in Wollerau. Bild Anina Peter

Kunst & Design

Spaziergänge durch das Leben

Am Sonntag wurde in der Galerie Matthys in Wollerau die Ausstellung «Naturalismus hin und weg» eröffnet. Zu sehen sind Werke der regionalen Künstler Emre Baykal und Urs Martin Traber.

Das Galeristenpaar Matthys-Krümmel startet in die zweite Runde ihres Jahresprogramms «Schwyzer Künstler». Die Künstler Emre Baykal und Urs Martin Traber haben ihre Ateliers in Siebenen, sind in der Region aufgewachsen und wohnhaft. Trotz diesen Gemeinsamkeiten könnten die ausgestellten Werke nicht unterschiedlicher sein.

Unterschiedliche Werke

Baykal hat sich der Ölmalerei verschrieben und stellt hauptsächlich Landschaftsbilder aus. Trabers Arbeiten sind Skulpturen von Wesen, die einer anderen Welt entsprungen scheinen. «Baykal geht mit seiner Arbeit zurück zum Naturalismus, während ich mich eher davon entferne», erklärt Traber die Ausstellung. Dieses Ziehen in verschiedene Richtungen ist für den Besucher nicht nur deutlich sichtbar, sondern auch spürbar. Es entsteht eine regelrechte Spannung zwischen den Werken der beiden Künstler. Baykal entführt den Betrachter für einen innerlichen Sonntagspaziergang an den Zürichsee oder den Klingenstock und lässt einem verträumt auf Weesen oder das Mittelmeer blicken. Genau dies will der gebürtige Türke erreichen. «Mit meinen Bildern möchte ich meine Beziehung zu diesen Orten teilen und Gefühle aufkommen lassen. Ich möchte meine Vorstellungen und Erinnerungen weitergeben », erklärt er.

Zum Nachdenken anregen

Urs Martin Traber hat aus Holz und geschweissten Eisenstücken Wesen geschaffen, die zwar menschlich, aber trotzdem mystisch erscheinen. Wesen, in allen möglichen und unmöglichen Positionen. Traber hat diese Reihe unter dem Motto «Balance – Gleichgewicht » erarbeitet. «Ich möchte mit den Figuren zum Nachdenken anregen. Der Betrachter soll sich mit dem Leben auseinandersetzten, aber auch mit dem Tod», erklärt er. Seine Skulpturen machen dies auf ihre Art. Man weiss nicht, ob sie sich in aller Leichtigkeit verrenken, abheben aus der irdischen Welt oder einfach nur an ihre körperlichen Grenzen stossen – schmerzhaft, leidend, sehnsüchtig. «Naturalismus hin und weg» gastiert noch bis am 6.März in Wollerau. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag jeweils nachmittags sowie am Sonntagnachmittag geöffnet.

Infos

www.galeriematthys.ch



March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

14.02.2011

Webcode

www.schwyzkultur.ch/MNMnyQ