Remo Zumstein aus Burgdorf kam mit seinen drei vorgetragenen Arbeiten beim Publikum am besten an und holte verdient den Sieg. Bild Hans Ueli Kühni
Remo Zumstein aus Burgdorf kam mit seinen drei vorgetragenen Arbeiten beim Publikum am besten an und holte verdient den Sieg. Bild Hans Ueli Kühni

Literatur

Dichtkunst und Wortspiele

Am Samstagabend lud die Kulturkommission Wollerau zum dritten Poetry-Slam-Abend ins Mehrzweckgebäude Riedmatt. Die Besucher genossen wort- und fantasiereiche Beiträge der acht teilnehmenden Wortkünstler.

Acht junge Zauberer des Wortes stellten sich am dritten Wollerauer Poetry-Slam-Wettbewerb dem Publikum. Während es für die einen der erste Auftritt an einem solchen Anlass war, konnten andere bereits mit Erfahrung brillieren, und das merkte man ihnen auch an. So war auch der Ex-U20-Schweizermeister in dieser Disziplin, Dominik Muheim, dabei, der an diesem Abend knapp den Sieg verpasste. Witzig war insbesondere sein erster Beitrag, in dem er sich wort- und gestenreich einen Bartwuchs wünschte.

Wortspiele und satirische Reden

Aber auch die anderen Teilnehmer wussten mit ihren jeweils sechs Minuten dauernden Wortspielen, Gedichten, Geschichten, satirischen Reden und Sprüchen – natürlich immer selber verfasst und ohne Hilfsmittel vorgetragen – zu gefallen. Nach den ersten acht Vorträgen kamen die vier besten Teilnehmer nach der Pause in die zweite Runde, die übrigen schieden aus. Hier überzeugte Remo Zumstein aus Burgdorf mit einem Vortrag, bei dem er vorschlug, lange Wörter abzukürzen, um Zeit zu sparen.Was er an neuen Wortgebilden kreierte, war umwerfend; zum Beispiel wurde aus dem Fitnessstudio ein «Fudio », aus Kondition machte er «Kondion », Johann Sebastian Bach wurde zu «Johasebach», ein Spaziergang wurde zu «Spazgan». Er formulierte in der Folge ganze Sätze auf dieseWeise, und erstaunlicherweise konnte man ihn verstehen. Dafür erhielt er vom Publikum, das seine Stimme abgeben konnte, gleich die Maximalnote.

Drei Kandidaten im Finale

Im Finale schliesslich standen sich wegen Punktegleichheit noch drei Kandidaten gegenüber. Der Ex-Schweizermeister trug seine letzte Geschichte mit viel Mimik und Professionalität vor. Dennoch reichte es nicht zum Sieg; den Wettkampf um die Flasche Quittenschnaps gewann der Burgdorfer Remo Zumstein mit einer Geschichte um einen Messie. In der SBB hörte er den Kondukteur so lange Messie (Merci) sagen, bis er begann, das Abteil von Abfällen anderer Passagiere zu säubern, weil er sich angesprochen fühlte.Was sich hier trocken anhört, war fürs Ohr brillant und gefiel vielleicht auch wegen dem breiten Berndeutsch, das sich bei Reimen besonders schön anhört.

Durch den Abend führte auf charmante Art Michael van Orsouw, der selber als Wortkünstler bekannt ist. Er verstand es vorzüglich, das Publikum, das auch Jury war, in den Anlass einzubeziehen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

28.10.2013

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