Marcel Kümin legte eine nach historischen Quellen erstellte Biografie einer vergessenen Wollerauer Nonne neu auf.  Bild Frieda Suter
Marcel Kümin legte eine nach historischen Quellen erstellte Biografie einer vergessenen Wollerauer Nonne neu auf. Bild Frieda Suter

Literatur

«Die gottselige Josepha Kümi» lebt neu auf

Als Jubiläumsgeschenk an seine Heimatgemeinde Wollerau hat Marcel Kümin die um 1867 von Pater Justus Landolt geschriebene Biografie über die Nonne Josepha Kümi aufgearbeitet. «Als Phänomen und Denkanstoss», wie er sagt.

Wollerau feiert 800 Jahre. Genau vor 200 Jahren ist im Kloster in Weesen eine Nonne gestorben, die aus Wollerau stammte und deren Leben dermassen ungewöhnlich verlaufen ist, dass der Einsiedler Pater Justus Landolt 50 Jahre später unter dem Titel «Die gottselige Josepha Kümi» eine Biografie darüber geschrieben hatte. Trotzdem ist Schwester Josepha inzwischen völlig in Vergessenheit geraten.

Marcel Kümin vermutet, dass sich daran auch künftig nicht viel ändern wird. Weil er im Rahmen der Nachforschungen über seine Familie und die Obermühle in Wollerau gleich mehrfach mit der speziellen Biografie in Kontakt kam, reifte der Entschluss, diese neu aufzulegen. Das vor Kurzem fertiggestellte und knapp 140 Seiten umfassende, handgebundene Büchlein macht er der Gemeinde Wollerau und der Pfarrei St. Verena im Jubiläumsjahr zum Geschenk. «Allerdings weiss noch kaum jemand davon, und eine offizielle Übergabe hat noch nicht stattgefunden», sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Heimweh und Prüfungen

Marcel Kümin schätzt, dass sich keine breite Leserschaft für die überarbeitete Neuauflage von Pater Landolts Biografie über Schwester Josepha finden lässt. «Es geht nicht darum, der vielgeprüften und vorbildlichen Ordensfrau zu Berühmtheit zu verhelfen oder zu missionieren. Ich meine aber, dass es die höchst ungewöhnliche Lebensbeschreibung verdient, als Teil der Geschichte Wolleraus und der Familie Kümin von der Obermühle erhalten zu bleiben», führt er im Vorwort aus.

Schwester Josepha ist am 2. Februar 1763 als Maria Magdalena Kümi geboren worden. Im vierten Lebensjahr verlor sie ihre Mutter. Die fromme Erziehung und ihr Wesen führten zu tiefem Glauben, aber auch unermesslichen Leiden. Gestorben ist die angeblich mit den Wundmalen Jesu ausgezeichnete Ordensfrau am 7. November 1817.

Aus heutiger Sicht könnten wohl viele Leiden medizinisch erklärt werden, und was damals tiefer Glaube war, könnte heute an religiösen Wahn grenzen. Dennoch: «Ich sehe die historische Biografie vor allem als Wollerauer Kulturgut, das auch künftigen Generationen zugänglich bleiben sollte», sagt Marcel Kümin.

Ein Roman entsteht

Das Interesse an der Familiengeschichte führte den in Zürich wohnhaften Marcel Kümin zum Schreiben. Mit «Kümin Obermühle» zeichnete er die eigene Familiengeschichte nicht nur nach historischen Gesichtspunkten nach. In der Folge lebten einige Protagonisten in «Vorderhand keine Weibergeschichten » weiter.

Aktuell schreibt Marcel Kümin an einem Roman, dessen Ausgangspunkt eine fiktive, jedoch historische Begebenheit in Wollerau ist. Herausgeberin der Bücher ist die Edition Lagarto in Bäch.

Höfner Volksblatt (Frieda Suter)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

13.07.2017

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