Mit Aussicht auf den Zürichsee: Hier verfasst Peter Iwanovsky seine Kriminalromane. Bild Alessio Gattiker
Mit Aussicht auf den Zürichsee: Hier verfasst Peter Iwanovsky seine Kriminalromane. Bild Alessio Gattiker

Literatur

Peter Iwanovskys sechster Krimi spielt in der Region

Die Krimi-Reihe um das Ehepaar Hollenweger erlebt vorläufig ihr letztes Buch. Der Schriftsteller Peter Iwanovsky aus Wollerau findet Ideen für seine Romane vor allem auf Reisen.

Hoch über dem Zürichsee in Wollerau wohnt Peter Iwanovsky. Er hat soeben seinen sechsten Kriminalroman verfasst. «Die Revanche» ist das vorläufig letzte Buch aus einer Reihe um das Ehepaar Hollenweger, das in jedem Buch in einen Fall involviert ist. «Ich wurde schon von Lesern angesprochen, die meinten, meine Frau und ich seien doch die Hollenwegers», sagt Iwanovsky. Tatsächlich seien einige autobiografische Züge in seinen Büchern verwoben. Auch Orte, die er bereist hat, baut er geschickt ein. «Es kommt aber auch vor, dass ich im Internet recherchiere und Sachen einfliessen lasse, die ich nicht persönlich kenne», räumt Iwanovsky ein. Zum Schreiben ist der gebürtige Deutsche nach seiner frühzeitigen Pensionierung gekommen. Er wartet vergebens auf das Loch, in das er gemäss gewissen Leuten ohne seine Arbeit hätte fallen sollen. Iwanovsky unternimmt gerne Reisen, und er fabuliert gerne. «Eine Geschichte ist wie eine Knetmasse, die man im Kopf so lange bearbeitet, bis sie passt», beschreibt er den kreativen Prozess bei seinem Hobby. Iwanovsky hat Spass daran, Überraschungsmomente einzubauen. Er liebt es, wenn Geschichten ungeahnte Wendungen nehmen.


Buch mit Wiedererkennungswert


Iwanovskys neues Buch beginnt mysteriös. Das Ehepaar Hollenweger sieht sich mit zerstochenen Reifen und gesperrten Kreditkarten konfrontiert, als es von einem befreundeten Polizisten erfährt, dass ein Mörder nach 15-jähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dieser Mörder hätte einen Grund, sich an den Hollenwegers für die damalige Einbuchtung zu rächen. «Die Revanche» ist ein unterhaltsames Buch, das nicht allzu blutig verläuft, sondern eher von Einfällen des Autors lebt. Eine weitere Eigenart des Krimis ist das Umfeld, worin er spielt: Er ist in der Region Zürichsee verankert. «Die Leser erkennen die Orte aus eigenem Erleben wieder, das ist beliebt», sagt der 74-Jährige. Auch Orte, die man von Reisen kennt, etwa Spanien oder Dubai, würden dem Werk Identität verleihen. Froh sei Iwanovsky jedoch auch um seinen Lektor Carl Thormann vom Medu Verlag in Frankfurt, wo er alle seine Bücher herausgebracht hat. Der Lektor korrigiere nicht nur Kommafehler, sondern auch inhaltlich. Er habe ihn einmal darauf hingewiesen, dass auf dem Rathausplatz von Valencia keine Orangenbäume stehen würden, oder dass es neuerdings eine Autobahn durch die Pariser Banlieue gebe, von der aus man die traurige Vorstadt nicht mehr sieht.


Lust weiterzuschreiben


Eine weitere interessante Geschichte verrät Iwanovsky bezüglich seines ersten Krimis «Das Tagebuch». Als er mit seiner Frau ferienhalber in Dubai weilte, fand er in einem Taxi auf dem Weg zum Flughafen ein Tagebuch. Er las darin, konnte den Besitzer ausfindig machen und das Buch zurückgeben. Diese Episode regte ihn zum genannten Roman an. Ansonsten zieht es Peter Iwanovsky vor, nicht im Rampenlicht zu stehen. «Ich bin froh um den Leserkreis, den ich habe», sagt er, «und wenn ich eine Lesung beim Kulturverein Wollerau halten kann, so ist das für mich viel wert.» Als nächstes will er wieder einen Kurzgeschichtenband veröffentlichen und zu seinen Wurzeln zurückkehren. Einige Ideen hat er bereits gefunden. Iwanovsky, der vor der Pensionierung 37 Jahre in Marketing und Verkauf für Eurocentres, eine Schweizer Sprachschule, international tätig war, hat in dieser Zeit den Namen «Mister Latinamerica» bekommen, weil er viel auf diesem Kontinent arbeitete. Seine Frau wurde schon als «Frau Hollenweger» angesprochen. So haben beide Iwanovskys ihren Spitznamen, den sie mit Stolz tragen.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Urs Attinger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

06.08.2018

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