Die Wollerauer Jodler waren Gastgeber der Innerschweizer Delegiertenversammlung.
Die Wollerauer Jodler waren Gastgeber der Innerschweizer Delegiertenversammlung.

Musik

Die Jodler wollen keine Profis werden

An der Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Jodlerverbands in Wollerau sprachen sich die Jodlerinnen und Jodler in einer Konsultativabstimmung gegen ein neues und teureres System der Mitgliederbeiträge aus.

Die Riedmatthalle in Wollerau war am Samstag rappelvoll. 400 Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger in ihren schmucken Trachten fanden sich zur 94. Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Jodlerverbands ein. Dazu kamen gegen 200 Gäste. Gastgeber war der Jodlerklub Luegisland Wollerau, der unter OK-Präsident Sepp Gyr eine tadellose Organisation ablieferte. Die umfangreiche Traktandenliste wurde den ganzen Nachmittag lang abgearbeitet. Danach folgte das Essen und ein Unterhaltungsprogramm mit über einem Dutzend Vorträgen und vielen Ehrungen bis weit in den Abend hinein.

Viele Traktanden und Gäste

Dem gastgebenden Verein war es vorbehalten, den Auftakt für die Totenehrung zu übernehmen. Dabei verknüpften sie ihren Auftritt mit der Uraufführung von «S’isch Zyt zum Dankä säge» von Thuri Bürgler, der auch die Leitung innehatte. Den Jahresrückblick wollte Verbandspräsident Richard Huwiler kurz halten. Besonders hob er das Eidgenössische Jodlerfest in Davos hervor, an welchem sein Verband sehr aktiv und erfolgreich war. Stolz zeigte er sich über die neue Website, und Erwähnung fand auch die «Eichhof»-Aktion, an Voting war die Jodlergemeinde jedoch nicht sehr aktiv, das Brauchtum Büchel vermochte zu wenig Stimmen zu generieren.

Jodlerfest in Sarnen

Das Jahr 2015 steht ganz im Zeichen des 60. Zentralschweizerischen Jodlerfests vom 26. bis 28. Juni in Sarnen. In einem Traktandum mit sieben Abschnitten wurden der Grossanlass vorgestellt und die Weichen für die erfolgreiche Durchführung gestellt. Zwischen den einzelnen Traktanden und Vorträgen wurden etliche Grussbotschaften überbracht. Wolleraus Gemeindepräsident Ueli Metzger bewies einmal mehr seinen poetischen Humor. Er stellte aber auch sein Dorf vor, das letztmals vor 20 Jahren Gastgeber dieser DV war und sich in der Zwischenzeit doch sehr stark verändert hat. Auch die einheimische Regierungsrätin Petra Steimen traf den Ton exakt und erhielt dafür Applaus und Dank. Richtig Gas gab Karin Niederberger, die Präsidentin des Eidgenössischen Jodlerverbands EJV.Wie ihre Vorredner sprach sie vom «allerschönsten Kulturgut», das es zu erhalten gelte. Dafür sei eine teilweise Professionalisierung der Strukturen und Institutionen notwendig.

Neues Beitragssystem geplant

Damit leitete sie das wichtigste Traktandum dieser DV ein: die Finanzen. Zwar konnte Kassierin Silvia Hafner eine ordentliche Rechnung präsentieren, die gut 20 000 Franken Jahresverlust können aber aus dem Verbandsvermögen von gut 90 000 Franken gedeckt werden. Auch für dieses Jahr wird mit einem Verlust von 9500 Franken gerechnet, dies bei deutlich höherem Budget.Präsident Richard Huwiler machte klar,dass eine Verbesserung der Finanzen nur über die Mitgliederbeiträge erreicht werden kann. Zurzeit koste die Verbandsmitgliedschaft lediglich zwölf Franken pro Person, rechnete er vor, sie müsste den Jodlern doch mehr wert sein. Er stellte deshalb das neue System der Mitgliederbei- träge vor, das sich in der Konsultativphase bei den Teilverbänden befindet. So sollen die Vereine nicht mehr Pauschalbeiträge zahlen, sondern einen Sockelbeitrag von beispielsweise nur 150 Franken leisten, dafür aber pro Mitglied etwa 18 Franken beisteuern. Gerade für kleinere Formationen sei dies fairer. Bei 20 Jodlern würde der Beitrag demnach als Beispiel 510 Franken ausmachen. Damit könnten die Strukturen von der Administration bis zur Ausbildung professionalisiert werden. Erfolg kommt von der Basis her

Systemwechsel?

Dieser Systemwechsel hätte schlank über die Bühne gehen und durch eine Konsultativabstimmung bestätigt werden sollen. Der Nordostschweizerische Jodlerverband etwa hat das Vorgehen bereits mit 90 Prozent Zustimmung abgesegnet. Nicht so bei den Zentralschweizern. Verantwortlich für den Stimmungswechsel darf das engagierte Votum von Markus Keiser aus Stans bezeichnet werden. Ihm laufen die gehörten Bezeichnungen wie Professionalisierung, Zertifizierung, Öffentlichkeitsarbeit oder Kompetenzzentrum zuwider. «Wollen wir uns

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.01.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/5UnXdF