Das Ensemble I Baroccoli eröffnete die Serie SommerMusikWollerau; vorne von links die Solisten Pascal Suter, Lilia Leutenegger und Massimiliano Matesic. Bild Andreas Knobel
Das Ensemble I Baroccoli eröffnete die Serie SommerMusikWollerau; vorne von links die Solisten Pascal Suter, Lilia Leutenegger und Massimiliano Matesic. Bild Andreas Knobel

Musik

Die sommerliche Leichtigkeit des Barocks

Das Ensemble I Baroccoli eröffnete die Reihe SommerMusikWollerau in der reformierten Kirche Wollerau – ein Genuss.

Die musikalische Reihe SommerMusik Wollerau der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Höfe startete am Samstagabend bei perfektem Wetter. Fester Bestandteil dieser vier Konzerte ist nämlich ein Apéro im lauschigen Garten vor der reformierten Kirche in Wollerau.Dass das schöne Wetter Segen und Fluch gleichzeitig sein kann,zeigte sich beim Eröffnungskonzert: Die Konkurrenz von unzähligen weiteren Sommerveranstaltungen verhinderte wohl einen grösseren Zuschaueraufmarsch.

Barock in allen Facetten

Dabei hätte sich ein Besuch von «Violino Concertato» mehr als gelohnt. Der italienische Barockabend war hochstehend und locker zugleich. Dafür verantwortlich zeichnete das Zürcher Ensemble IBaroccoli, das sich leidenschaftlich der Musik des 18.Jahrhunderts widmet. Unter der Leitung von Massimiliano Matesic spielen passionierte Musiker, die dem Geist der barocken Epoche nicht nur musikalischer, sondern auch kulinarischer Art gerecht zu werden versuchen, wie Kirchenmusiker,Organisator und Kommentator Alexander Seidel im Begleittext schreibt.

Spannende Namensgebung

Der Name des Ensembles sei jedoch nicht aus dem ähnlich benannten italienischen Gemüse abgeleitet, sondern vielmehr eine sprachliche Kreuzung zwischen dem historischen Begriff Barock und dem Namen der Baroloflasche, deren Verkostung als Gründungsakt des Ensembles betrachtet werden könne. Das Gebotene war denn auch alles andere als Gemüse,um bei diesem Bild zu bleiben. Drei Werke von Antonio Vivaldi sowie je eines von Arcangelo Corelli und Giuseppe Antonio Brescianello wurden aufgeführt.Neben Leiter und Cembalist Massimiliano Matesic stach aus dem 14-köpfigen und somit grossen Kammerorchester Lilia Leutenegger als Soloviolonistin heraus. Sie sprang für die wegen eines Unfalls verhinderte Kateryna Timokhina ein. Dieser Wechsel vermochte aber in keiner Weise die hohe Qualität des Konzerts zu mindern. Eigentlicher Höhepunkt war aber wohl Vivaldis Sopraninokonzert, grossartig interpretiert von Pascal Suter. Die Sopranino ist die kleinste Blockflöte, die sich dank ihres fast schon schrillen Tons trotz ihrer Winzigkeit auch in Orchestern durchzusetzen vermag.

Noch an drei Samstagen

Die weiteren Vorführungen von SommerMusikWollerau finden an den Samstagen vom 1. Juli, 19. August und 26. August statt. Vielleicht wird nicht so schönes Sommerwetter herrschen, dafür dürfte dieser Hörgenuss vielleicht eher ein Plätzchen in der Agenda der Musikfreunde finden. I

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Andreas Knobel)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.06.2017

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schwyzkultur.ch/v27y2R