Der musikalische Leiter Alexander Seidel fügte das Vokalensemble und den Projektchor Höfe mit dem La Folia Barockorchester und den vier Solistinnen und Solisten zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen.  Bilder Andreas Knobel
Der musikalische Leiter Alexander Seidel fügte das Vokalensemble und den Projektchor Höfe mit dem La Folia Barockorchester und den vier Solistinnen und Solisten zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen. Bilder Andreas Knobel
Mit dem Weihnachtskonzert und der Aufführung von Händels «Der Messias – Erster Teil – Geburt» fanden die Feierlichkeiten ihren Abschluss und erlebten gleichzeitig einen Höhepunkt. Daran beteiligt waren auch die Solisten Äneas Humm, Mark Heines,  Jenny Högström und Julia Böhme (v.l.n.r.)
Mit dem Weihnachtskonzert und der Aufführung von Händels «Der Messias – Erster Teil – Geburt» fanden die Feierlichkeiten ihren Abschluss und erlebten gleichzeitig einen Höhepunkt. Daran beteiligt waren auch die Solisten Äneas Humm, Mark Heines, Jenny Högström und Julia Böhme (v.l.n.r.)

Musik

Ein grandioser konzertanter Abschluss des Jubiläumsjahres

Eine ganze Reihe Jubiläen gabs 2017 rund um Wollerau zu feiern. Mit der Aufführung von «Der Messias» unter der Leitung von Alexander Seidel fanden die Festivitäten einen würdigen musikalischen Schlusspunkt.

 An lokalen Konzerten mag man auch mal nachsichtig sein und dennoch konstruktiv loben. Wer aber am Samstagabend nach dem Weihnachtskonzert aus der katholischen Kirche St.Verena Wollerau trat und nur schon mit einem Ohr mithörte,sah sich durch das Publikum bestätigt: «Grandios» hiess es etwa, «einfach Wahnsinn» oder gar «dass wir so etwas Schönes erleben dürfen». Wobei dieses Publikum nicht etwa nur aus Offiziellen bestand, sondern ganz allgemein aus vielen Musikinteressierten und nicht zuletzt aus der Wollerauer Bevölkerung. Sie alle füllten die Wollerauer Kirche über den letzten Platz hinaus bis auf die Empore und in die Gänge.


Abschluss und Höhepunkt


Was löst Superlative solcher Art aus? Es ist das Weihnachtskonzert des Jubiläumsjahres 2017, das damit seinen Abschluss und gleichzeitig einen absoluten Höhepunkt fand. Das katholisch-reformierte Netzwerk habe funktioniert, wie Gemeinderat Marco Casanova in einer kurzen Begrüssung und Einführung erklärte. Viele Freiwillige seien beteiligt gewesen, denen ein grosser Dank gebühre. Genau genommen seien es ohnehin mehrere Jubiläen gewesen: 800Jahre Wollerau, 500 Jahre Reformation, 100 Jahre Grundsteinlegung evangelisch- reformierte Kirche Wilen-Wollerau, und schliesslich das Fünf-Jahre-Jubiläum von Alexander Seidel. Letzteres ist durchaus von Bedeutung. Denn tatsächlich war der Kirchenmusiker der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Höfe Hand und Herz dieser grossartigen Darbietung, die er als Dirigent auch leitete. Die Musikerinnen und Musiker, die er dabei um sich scharte, waren Höchstklasse. Den Hintergrund bildeten das lokale Vokalensemble und der Projektchor Höfe, das Fundament legte das La Folia Barockorchester aus Dresden mit Sebastian Bausch an der Orgel und Daniel Trumbull am Cembalo, teilweise an Originalinstrumenten, sowie die vier Solisten Jenny Högström, Sopran, Julia Böhme, Alt, Mark Heines Tenor, und Äneas Humm, Bariton. Zum Einstieg ins Konzert wurde das Konzert in F-Dur für Orgel und Orchester HWB 292 von Georg Friedrich Händel mit Sebastian Bausch an der Orgel zum Besten gegeben. Schon bald aber konzentrierte sich alles auf die Aufführung von Händels Meisterwerk «Der Messias HWV 56 – Erster Teil – Geburt». Zu beschreiben gibt es an dieser Stelle nicht viel, wer dabei war, wird seine eigene Superlative gefunden haben. Händels Oratorium – deren anderen Teile bereits früher aufgeführt wurden – bietet für alle etwas, fordert aber auch von allen viel. Die verschiedenen Ensembles interpretierten den «Messias» überzeugend und ineinandergreifend, agierten stets als Einheit und boten damit ein einmaliges Hörerlebnis. Nach fast zwei Stunden bester Unterhaltung, die wie im Fluge vorüber gingen, wurden Alexander Seidel und seine Musikerinnen und Musiker mit einer spontanen Standing-Ovations-Aktion belohnt. Sie bedankten sich mit der Repetition des «Halleluja» und des obligaten «Stille Nacht».


Gelungene Jubiläen


Das Publikum dürfte erst recht nach diesem Konzert mit Alexander Seidel einig gehen: «Wollerau hat seine vielen Jubiläen sehr gut begangen». Es sei zu wünschen, so Marco Casanova, «dass im Jahr 2018 eine Konsolidierung auf solch hohem Niveau» gelinge. Das dürfte für alle zutreffen, die in irgendeiner Art an diesen Jubiläen beteiligt waren …


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Andreas Knobel

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.12.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/NewWn4