Accento musicale mit (v. l.) Donat Nussbaumer (Violine), Meinrad Küchler (Viola), Daphne Spottiswoode (Gastpianistin aus den USA), Urs Bamert (Klarinette) und Severin Suter (Violoncello) überzeugte mit seiner Kammermusik restlos. Bild Hans Ueli Kühni
Accento musicale mit (v. l.) Donat Nussbaumer (Violine), Meinrad Küchler (Viola), Daphne Spottiswoode (Gastpianistin aus den USA), Urs Bamert (Klarinette) und Severin Suter (Violoncello) überzeugte mit seiner Kammermusik restlos. Bild Hans Ueli Kühni

Musik

Ein Konzert für Kenner und Musikliebhaber

Das Ensemble Accento musicale bot am Freitagabend in Wollerau eine Kammermusik-Vorstellung, die perfekter nicht hätte sein können.

Der in Wollerau tätige Klarinettenlehrer Urs Bamert trat am Freitagabend im Verenahof mit dem Kammermusik- Ensemble Accento musicale vor ein zahlreiches Publikum.Auf dem Programm waren zwei Werke aufgelistet: «Klarinettensonate Nr. 1 f-moll» von Johannes Brahms und «Quintett Op. 42» von Zdenek Fibich. Doch diese hatten es in sich. Was daraus wurde, war einzigartig und wuchs zu einem einmaligen musikalischen Feuerwerk an. Im ersten Teil spielte Bamert die erwähnte Klarinettensonate mit Bravour. Am Flügel begleitet wurde er von der Gastpianistin Daphne Spottiswoode, die aus den USA kommt und zurzeit in der Schweiz weilt. In seiner Begrüssung stellte er die begnadete Pianistin vor und erklärte, dass er sie in New York kennen gelernt habe. Es war anspruchsvolle Musik, nicht nur für die Zuhörer, aber sicher noch mehr für die beiden Künstler. Dennoch: Kein Zaudern, keine Unsicherheit zeigten sie durch alle Sätze des Werks.

Werke eines kaum Bekannten

Den zweiten Teil des Konzerts bestritten nebst Bamert und Spottiswoode Donat Nussbaumer (Violine), Meinrad Küchler (Viola) und Severin Suter (Violoncello). «Mal ehrlich, wer hat schon mal von Zdenek Fibich gehört oder kennt gar dessen Werke?», fragte Bamert vorgängig das Publikum. Der weitgehend unbekannte böhmische Komponist hat immerhin 600 Werke geschrieben, davon zehn Opern und andere musikalische Bühnenwerke. Sein «Quintett Op. 42», bestehend aus vier Sätzen, wurde von den Streichern, dem Bläser und der Pianistin in berauschender Weise vorgetragen. Mal war die Musik sanft, fein, dann beschwingt, heiter, aufbrausend bis zum wilden Sturm. Gleichzeitig war es ein besonderes Erlebnis, rund um die Künstler zu sitzen und deren Engagement und Leidenschaft zu bewundern. Das Konzert war eine Bereicherung des regionalen Musiklebens, das dank der Kulturkommission Wollerau, der Musikschule Wollerau und privaten Sponsoren ermöglicht worden war. Bamert bedankte sich entsprechend bei ihnen. Doch es braucht auch brillante Musiker, die sich für solche Anlässe Zeit nehmen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Hans Ueli Kühni)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.09.2016

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schwyzkultur.ch/ytHFfp