Händels «Messias» des Projektchors und des Volkalensembles Höfe unter der Leitung von Alexander Seidel war ein Riesenkonzert. Bild Christina Teuber
Händels «Messias» des Projektchors und des Volkalensembles Höfe unter der Leitung von Alexander Seidel war ein Riesenkonzert. Bild Christina Teuber

Musik

Ein «Messias» mit Leidenschaft

Der Startschuss ins Jubiläumsjahr der evangelisch-reformierten Kirche Wollerau fiel am vergangenen Sonntag. Händels Stück «Der Messias» lockte in die Kirche und erfüllte die Herzen der Zuschauer.

Vor genau zwei Jahren fiel der Startschuss für das Projekt «Messias» der evangelisch-refomierten Kirche Wollerau. Dann, als Alexander Seidel die Idee hatte, Händels dreiteiligen «Messias» über das gesamte Jubiläumsjahr verteilt aufzuführen. «Händel liegt mir als Dirigent besonders gut, er spricht zu mir wie ein Bruder. Wenn ich seine Noten lese, weiss ich genau, wie ich ihn interpretieren will. Er ist eine Art musikalischer Seelenverwandter für mich», erklärt der Dirigent. Die vielen Freiheiten, die Händel den Interpreten lasse, gefallen ihm sehr. «Diese Freiheit haben wir im heutigen Konzert auch grosszügig ausgeschöpft», meint Seidel lachend. Besonders Organist Andreas Küppers und Violinistin Zsuzsanna Centnár begeisterten durch ihre stimmigen Improvisationen.

Orchester mit «Weltniveau»

Der Kirchenmusiker Seidel stellte sich mit Händels Stück keine leichte Aufgabe. «Für das Oratorium wünschte ich mir ein Orchester, dass den ‹Messias› noch nie gespielt hat – bei geeigneten Orchestern beinahe ein Ding der Unmöglichkeit», meint der Dirigent lachend. In Dresden wurde er dann mit dem Barockorchester La Folia fündig. Das elfköpfige Ensemble, dass laut Seidel auf «Weltniveau» spielt, füllte die Kirche nicht nur mit ihren alten Instrumenten, sondern auch mit Leuten. Sie war bis auf den letzten Platz besetzt. Seidel setzte zusammen mit dem Projektchor und dem Vokalensemble Höfe den zweiten Teil des «Messias» – Passion und Auferstehung in der Textfassung von Herder – mit viel Leidenschaft und Können um. Mal virtuos, mal feinfühlig, führte der Dirigent die Musiker und Sänger durch das eineinhalbstündige Konzert. Dabei passte alles: Das Orchester war so besetzt wie bei der Uraufführung in Dublin 1742, der Chor hatte ebenfalls eine ähnliche Grösse wie damals. Grosse Töne, grosses Engagement und grosse Besucheranzahl – der «Messias » war ein Riesenkonzert. Ein gelungener Start ins Jubiläumsjahr der evangelisch-reformierten Kirche Wollerau. «Sie bringen freudige Botschaft » – was Händel so schön formulierte, stimmt auch für das Konzert von vergangenem Sonntag.Mit dem letzten Ton hat das Orchester und der Chor noch lange nicht «ausgespielt». Im Mai und im Dezember diesen Jahres führen sie die beiden anderen Teile des «Messias» auf.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Christina Teuber)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.04.2017

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schwyzkultur.ch/3hS8ER