Das Marcel Oetiker Trio riss das Publikum im zweiten Programmteil zu Begeisterungsstürmen hin: (v.l.) Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Pirmin Huber (Kontrabass) und Christian Zünd (Schlagzeug). Bilder Verena Blattmann
Das Marcel Oetiker Trio riss das Publikum im zweiten Programmteil zu Begeisterungsstürmen hin: (v.l.) Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Pirmin Huber (Kontrabass) und Christian Zünd (Schlagzeug). Bilder Verena Blattmann
Patricia Ulrich war bei ihren Klaviersoli eine Klasse für sich.
Patricia Ulrich war bei ihren Klaviersoli eine Klasse für sich.

Musik

Ein spezielles Neujahrskonzert

Mit einem Konzert der Superlative startete die Kulturkommission Wollerau am Samstagabend in der Mehrzweckhalle Riedmatt ihr vielseitiges Kulturprogramm 2010. Sie traf dabei eine gute Wahl, wie sich am hell begeisterten Publikum zeigte.

Dass mit Volksmusik experimentiert werden und man damit auch Leute begeistern kann, die sonst mit traditioneller volkstümlicher Musik nichts anfangen können, zeigten die beiden jungen Trios mit ihrer eindrücklichen Musik. Gabriela Keller, Präsidentin der Kulturkommission, kündigte im ersten Teil das Trio Reichmuth/Ulrich/Huber an. Das versierte Trio spielte vorwiegend eigene Kompositionen auf konzertante Weise. Fredy Reichmuths Stücke sind der traditionellen Volksmusik zuzuordnen, die zuweilen moderne Passagen aufweisen. Gepflegte Lüpfigkeit verbreitete beispielsweise sein gefälliges Stück «Innerschwyzer Freuden». Pirmin Hubers Stil ist sehr speziell.

Ausflüge in verschiedene Welten

Seine musikalischen Ausflüge gehen in verschiedene Welten bis hin zur Klezmer-Musik. Fredy Reichmuth (Akkordeon), Pirmin Huber (Kontrabass) und Patricia Ulrich (Piano) brillierten und harmonierten zusammen bei allen Stilarten mit aussergewöhnlichem Können und einer wohltuenden Leichtigkeit. Patricia Ulrichs Soli, etwa beim Ländler «Nimm s’hindere Bei führe» des legendären, aus unserer Gegend stammenden Pianisten und Komponisten Hans Frey, war eine Klasse für sich.

Entwicklung in eine neue Klangwelt

Bevor die Konzertbesucher im zweiten Teil mit dem Marcel Oetiker Trio in eine andere, vielen unbekannte Klangwelt eintauchen konnten, lud die Kulturkommission in der Pause zu einem Apéro ein. «Wir finden Volksmusik gut, aber unsere Musik ist doch keine, sie ist eine Mischung», erklärte Marcel Oetiker, der die eigenwilligen Stücke ansagte. Elemente des Jazz, Blues und Rocks finden sich in den gelungenen Kompositionen von Marcel Oetiker wieder. So gerät der Zuhörer bei den langsamen, sehr einfühlsamen und teils sehnsuchtsvollen Stücken fast ins Träumen, wie dies etwa bei «Bergfrieden» der Fall war. Ganz anders jedoch beim Stück «Crazzy Things», das das Trio für das begeisterte Publikum als Zugabe spielte. Marcel Oetiker (Schwyzerörgeli), Pirmin Huber (Kontrabass) und Christian Zünd (Schlagzeug) spielen mit den Tönen, Formen, Ideen und Stilrichtungen, experimentieren, holen dabei das Beste aus ihren Instrumenten heraus und fordern damit auch die Zuhörer. Mit unglaublicher Virtuosität, Hingabe, Leidenschaft und Gefühl machen diese drei begabten Vollblutmusiker ihren Weg, getreu ihrem Programm «Evolution».

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.01.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/L9LirY