Selbst ein Radiator und Druckkessel aus dem Lager der Firma Steimen Heizung Klima kamen zur Anwendung. Bild Verena Blattmann
Selbst ein Radiator und Druckkessel aus dem Lager der Firma Steimen Heizung Klima kamen zur Anwendung. Bild Verena Blattmann

Musik

Kalt und Warm durch die Musik

«Mit Verena durch Kalt und Warm» – dieses Motto wurde an den beiden Winterkonzerten des Musikvereins Verena Wollerau überzeugend umgesetzt. Die Zuhörer kamen in den Genuss eines entsprechend gegensätzlichen, hervorragend vorgetragenen Programms.

Nicht nur physisch mussten sich die Konzertbesucher beim Betreten der Mehrzweckhalle Ried-matt am Samstagabend und Sonntagnachmittag von draussen aus dem frostigen Winter in den dekorierten, warmen Konzertsaal an andere Temperaturen gewöhnen. Auch das Konzert selber verursachte beim Zuhörer ein angenehmes und spannendes Wechselbad der Gefühle. «La Leyenda del Beso» – die Legende des Kusses, eine sinfonische Suite von Reveriano Soutullo und Juan Vert sorgte zu Beginn des Konzerts für die «heissen», leidenschaftlichen Empfindungen.

Ein gefühlvoller Virtuose

Einen ersten Höhepunkt konnte Moderator Christian Oechslin mit dem «Urschlager» von Urs Ehrenzeller ankündigen. Der am Samstag anwesende Komponist schrieb das Konzert für Schlagzeug und Blasorchester in drei Sätzen im Auftrag des Bundes für die 700-Jahr-Feierlichkeiten der Schweiz. Für das Konzert in Wollerau wurde das Werk eigens neu überarbeitet.

Virtuose am Marimbaphon

Mit Raphael Christen aus Cham als Solist konnte der Musikverein Verena einen feinfühligen Virtuosen auf dem Marimbaphon gewinnen. Dieses Engagement wurde ermöglicht durch die grosszügige Geste der Firma Steimen Heizung Klima AG. Die Firma nahm ihr 50-jähriges Bestehen zum Anlass, einen Jubiläums-Pott über 50 000 Franken für verschiedenste Projekte zumThema Wärme und Kälte zur Verfügung zu stellen. «Mit Verena durch Kalt und Warm» war eines der prämierten und unterstützten Projekte.

Feuerwerk

Die Zuhörer bekamen mit dem Stück «Urschlager» ein atemberaubendes Feuerwerk in drei Sätzen zu hören, das Solist und Musikern einiges abverlangte. Christen bediente sich im ersten Satz der ganzen Bandbreite an Tönen und harmonierte mit den Musikern auf wunderbare Weise. Jazzartig, melodiös ging es im zweiten Satz weiter, südamerikanisch temperamentvoll im dritten. In leicht gebückter Stellung, mit vier, teils fünf Schlägern gleichzeitig zeigte Christen im Solostück «Rhythmic Caprice» von Leigh Howard nochmals seine Klasse, in dem er in schwindelerregendem Tempo, präzis und emotionsgeladen sowie mit scheinbarer Leichtigkeit über die Tastatur glitt. Das Publikum war hingerissen.

Gegensätzlich

Der zweite Programmteil war ebenso gegensätzlich wie der erste, in dem beim ersten Stück – «Glacier» von Scott Director – die Entwicklungsstadien der Gletscher musikalisch beschrieben wurden. Dementsprechend feine, verspielteTöne, etwa mit der Flöte, wurden durch dramatische Stellen abgelöst. Abrupt kündigte sich der Abbruch ganzer Eisschollen an, originell umgesetzt. Als Instrumente bediente man sich nämlich eines alten Radiatoren und Druckkessel der Firma Steimen – Recycling auf angenehme Weise.

Witz und Fröhlichkeit zum Schluss

Mit der witzigen und fröhlichen «Huckleberry Finn Suite» des Schweizer Komponisten Franco Cesarini endete das offizielle Programm. Das Publikum war einmal mehr beeindruckt sowohl vom ansprechenden Programm als auch von der Leis-tung der Musiker, die sich unter der Leitung von Urs Bamert von Mal zu Mal noch zu steigern scheinen.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

02.12.2013

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schwyzkultur.ch/TyyQw9