Mit einem stimmungsvollen Konzert, bei dem die Musik zu Herzen ging, begeisterte Kichenmusiker Alexander Seidel mit dem Ensemble La Scintilla des Opernhauses Zürich in der reformierten Kirche in Wollerau. Bild Bettina Schärlinger
Mit einem stimmungsvollen Konzert, bei dem die Musik zu Herzen ging, begeisterte Kichenmusiker Alexander Seidel mit dem Ensemble La Scintilla des Opernhauses Zürich in der reformierten Kirche in Wollerau. Bild Bettina Schärlinger

Musik

Musik, die im Inneren berührte

Vor einem Jahr trat Kirchenmusiker Alexander Seidel seine Stelle an der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Höfe an und machte sich in dieser Zeit mit verschiedenen Chorprojekten einen Namen. Am Samstagabend lud er zu seinem Antrittskonzert in die reformierte Kirche in Wollerau ein.

«Lamentare», was so viel bedeutet wie «klagen», nannte der Kirchenmusiker Alexander Seidel sein Antrittskonzert in der evangelisch- reformierten Kirchgemeinde Höfe. Zu hören war nicht etwa tieftraurige Musik, wie der Konzerttitel vermuten lässt, sondern zu der jetzigen Zeit, in der alle Menschen, egal welcher Konfession sie angehören, ihrer Toten gedenken, passende besinnliche Musik, die einem ganz tief im Inneren berührt.

Hervorragendes Ensemble

Dazu lud Seidel das Barockensemble La Scintilla des Opernhauses Zürich und die Solistinnen Siri Karoline Tornhill (Sopran) aus Norwegen, Bettina Schneebeli (Mezzosopran) aus Zürich und Claudia Weissbarth (Traversflöte) aus Deutschland ein. Die ganze Organisation und Leitung lag in Seidels Händen, der die Musiker sehr einfühlsam und gekonnt durch das Konzert führte. «Für mich ist am heutigen Abend der Traum, einmal mit dem grossartigen Ensemble La Scintilla und den Solistinnen arbeiten zu können, in Erfüllung gegangen», sagte der Kirchenmusiker nach der gelungenen Aufführung.

Musik von Pergolesi und Bach

Die beiden aufgeführten Werke «Stabat Mater» für zwei Solostimmen und Streicher mit Basso continuo von Giovanni Battista Pergolesi und Johann Sebastian Bachs Kantate «Ich habe genug» für Sopran und Traversflöte ebenfalls mit Begleitung von Streichern und Basso continuo sind zwei klanglich ganz unterschiedliche Stücke, bei denen sich die Komponisten mit der Trauer und vor allem mit der Freude nach der Trauer beschäftigen. Beide Werke wagen einen Blick in die Zukunft und zeigen die Kraft, welche möglich ist, wenn man Herausforderungen als Chance auffasst.

Reflexionen

Während in Pergolesis Werk beschrieben wird, wie es Maria bei der Verurteilung und Hinrichtung ihres Sohnes Jesus erging, bezieht sich Bach in der Kantate inhaltlich auf einen greisen Mann, bei dem sich der Kreis eines erfüllten Lebens schliesst. «Bach hatte eine sehr persönliche Beziehung zu dieser Kantate. Immer wieder bearbeitete er sie nach dem Tod eines seiner Kinder neu», erzählte Pfarrer JürgenWill, der das Konzert mit verschiedenen Reflexionen bereicherte. Mit diesem Wissen berührte die Musik noch mehr.

Die aufmerksamen Zuhörer dankten Alexander Seidel und den Musikern zum Schluss des Konzertes, das ein musikalischer Genuss auf höchstem Niveau war, mit einem langen, herzlichen Applaus.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.11.2013

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schwyzkultur.ch/eu6Gni