Am Abendmahl-Gottesdienst in der reformierten Kirche Wollerau traten am Karfreitag gleich drei bekannte Stars auf: (v. l.) Raymondo Tiziano, Tatjana Felice und Manuela Felice. Bild Hans Ueli Kühni
Am Abendmahl-Gottesdienst in der reformierten Kirche Wollerau traten am Karfreitag gleich drei bekannte Stars auf: (v. l.) Raymondo Tiziano, Tatjana Felice und Manuela Felice. Bild Hans Ueli Kühni

Musik

Profis verzaubern das Publikum

Gleich drei Gesangsprofis gestalteten am Karfreitag den Abendmahl-Gottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche in Wollerau mit. Sie boten zusammen mit dem Kirchenchor einen gesanglichen Hochgenuss.

Eigentlich sind sich die drei Stars, die am Karfreitag in der evangelisch- reformierten Kirche Wollerau in Wilen mit ihren Stimmen die Gläubigen begeisterten, grössere Bühnen gewohnt als das kleine Gotteshaus. Dass die aus Musicals und Film bekannten Künstlerinnen Manuela Felice (Sopran) und Tatjana Felice (Mezzo-Sopran) sowie Raymondo Tiziano (Tenor) am Freitag dort auftraten, ist einer engen Freundschaft mit der Pfarrerin Rahima U. Heuberger zu verdanken. Die Kirche war denn auch bis auf den letzten Platz besetzt. Man kam einerseits, um an der Osterandacht teilzunehmen, aber auch, um die drei Stimmwunder zu sehen und zu hören.

Aus Fehlern lernen

Nach einer kurzen Begrüssung und einem gemeinsamen Osterlied bewiesen die drei Profis ihr Können mit der anspruchsvollen Komposition «Die sieben letzten Worte Jesu Christi am Kreuz» von César Franck (1822– 1890). Zwischen den Soloauftritten oder den gemeinsam vorgetragenen Liedern erläuterte die Pfarrerin jeweils Gedanken zu den sieben letzten Worten von Jesus am Kreuz. So erinnerte sie zum Beispiel die Gläubigen beim ersten Wort «Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun» daran, dass wir im Alltag oft Entscheide treffen, die sich als falsch erweisen, aber nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Wichtig sei, dass man daraus die Lehren ziehe und es das nächste Mal besser mache. Mit den kurzen und besinnlichen Erklärungen und dem eindrücklichen Gesang der Solisten – aber auch der soliden Leistung des Kirchenchors – , ging der Gottesdienst exakt dann zu Ende, als das Kirchengeläute um 15 Uhr an das Sterben von Jesus erinnerte.

Feinfühliger Dirigent

Gemeinsam wurde vor dem Verlassen der Kirche eine Gedenkkerze angezündet. Die drei Solisten boten zusammen mit dem Kirchenchor eine anspruchsvolle Darbietung und hohe Gesangskunst. Doch für einen gelungenen Auftritt braucht es noch etwas, nämlich einen feinfühligen Dirigenten wie es Maurizio Fiaschi ist und einen stilsicheren Organisten/Pianisten wie Wolfram Scharf. Zusammen gelang ihnen ein unvergessliches Erlebnis, wie man es gerne öfter hören würde.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.04.2011

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schwyzkultur.ch/S3cERH