Dirigent Thuri Bürgler und Jodlerin Ruth Marty sangen im Duett «I han en Schatz gha». Bild Kurt Kassel
Dirigent Thuri Bürgler und Jodlerin Ruth Marty sangen im Duett «I han en Schatz gha». Bild Kurt Kassel

Musik

Singen ist Silber, Jodeln ist Gold

Dass das Jodellied nicht nur zwischen hohen Bergen, sondern auch in voralpinen Regionen wie Wollerau seine Berechtigung hat, zeigte sich wieder einmal am Samstagabend, als der Jodlerclub Luegisland zum alljährlichen Jodlerchränzli lud. Ein vielseitiges musikalisches Programm erwartete die vielen Besucher.

Die Ursprünge des Jodelns gehen auf vorhistorische Zeiten zurück: Jodelnd verständigten sich Hirten, Waldarbeiter und Köhler. Nicht nur in den Alpen wurde von Alp zu Alp mit Juchzen kommuniziert oder auch das Vieh mit einem Jodler (Viehruf) angelockt. Heute wird die Tradition des Jodelgesangs von vielen Tausend Jodlerinnen und Jodlern, die in fünf Regionalverbänden organisiert sind, gepflegt. So auch in Wollerau. Die Überschrift des Abends hiess vielversprechend «Üse Komponist». Gemeint war damit der Dirigent des Chörlis, Thuri Bürgler aus Muotathal, der seit fünf Jahren in Wollerau dirigiert. Einige seiner vielen Kompositionen wurden an diesem Abend zur Freude der vielen Besucher von seinem Chor gesungen.

Vielseitiges Programm

Nach der musikalischen Einstimmung durch das Trio Vontobel-Mock-Hohl und der Begrüssung durch Präsident Sepp Gyr sangen die Wollerauer «Dr’ Sehnsuchts-Juuz» und «Bi üs im Tal», beides Kompositionen ihres Dirigenten Thuri Bürgler. Auch in ihren weiteren Liedern zeigten sich die wunderschönen Tenor- und Bassstimmen auf der Höhe ihrer Aufgabe und bildeten einen beachtlichen Klangkörper, wobei die ersten Tenöre von Peter und Sepp Uhr senior sowie Walter Imlig und die Jodlerin Ruth Marty tragende Elemente waren. Das Jodelchörli Hüsliberg, aus einem Weiler oberhalb von Ebnat-Kappel, sang nicht nur bekannte Jodellieder, sondern auch die typischen Toggenburger/ Appenzeller Naturjodel, eine Folge von wohlklingenden Tönen, ohne Worte und auch ohne Noten. Die Kleinformation der Luegisland Jodler konnte ebenso begeistern wie die Jodlerfründe Chrüüz und Quer.

Musikalisches Können gezeigt

Ruth Marty und Dirigent Thuri Bürgler sangen als Duett «I ha ne Schatz gha» und «ds Bethälis». Für musikalische Abwechslungs sorgten die Drei vom Trio Vontobel-Mock-Hohl. Max Vontobel und Lothar Hohl an den Akkordeons und Ruedi Mock am Banjo, Gitarre, Saxophon, Klarinette und Sousaphon zeigten ihr musikalisches Können, wobei Ruedi Mock mit seinem Saxophon sich unter die Besucher mischte, auf der Bühne mit Banjo und Sousaphon gleich zwei Instrumente gleichzeitig spielte und auf dem Alphorn mit dem «Tanz der Kühe » von Lisa Stoll viel Spezialapplaus erhielt. Erstaufführung als Höhepunkt Dass Thuri Bürgler ein begnadeter Jodler und Komponist ist, zeigte auch sein neu komponiertes und erstmals öffentlich gesungenes Wollerauer Lied. Eine wunderschöne Jodelmelodie mit einem zum Ort passenden Text gefiel auch dem anwesenden Gemeindepräsidenten Ueli Metzger. Es war ein in jeder Beziehung gelungener Jodelabend, der den Besuchern viel Freude machte.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.12.2012

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schwyzkultur.ch/1fx9Ze