Das Klosterdorf Einsiedeln zeigte sich als optimaler Gastgeber der 38. Höfner Narrenfahrt. Bilder Roger Züger
Das Klosterdorf Einsiedeln zeigte sich als optimaler Gastgeber der 38. Höfner Narrenfahrt. Bilder Roger Züger
Viele Bööggen schminkten sich sehr aufwändig.
Viele Bööggen schminkten sich sehr aufwändig.

Volkskultur

Die Höfner Narren eroberten mit dem Zug das Klosterdorf

Die 38. Höfner Narrenfahrt führte die Bööggen ins Klosterdorf Einsiedeln. Im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben des «Katzendorfs» genossen die Fasnächtler die Fasnachtseröffnung am Dreikönigstag.

«Ich bin nervös wie seit zehn Jahren nicht mehr», erklärte André Föllmi, Präsident der organisierenden Fasnachtsgesellschaft Fidelitas Wollerau, zu Beginn der Narrenfahrt. Er habe keine Ahnung, wohin die Reise der Narren führe. Wer einen Blick auf die Anzeigetafel des Gleises warf, war hingegen – zumindest kurzzeitig – seines Zieles gewiss. Denn darauf stand gross: «Extrazug nach Einsiedeln ». Einsiedeln wurde danach aber rasch durch «Narrendorf» ersetzt; dem lustigen Treiben gebot dies sowieso keinen Einhalt.

Fondue am Vorabend

Inoffizieller Auftakt der Reise war eigentlich bereits am Montagabend. Die Fidelitas nutzte die bereits aufgestellte Kaffeestube als «Fonduestübli» und lud die Wollerauer Vereine zum Schmaus ein. «Diesen Anlass möchten wir gerne ausbauen und das Dorf weiter beleben», erklärte Sacha Reichmuth, der die ganze Narrenfahrt organisiert hat. Am eigentlichen Anlass, traditionell am Dreikönigstag, folgten dann rund 430 Fasnächtler dem Ruf der Narrenfahrt. Ihre Zugfahrt führte während zweieinhalb Stunden über Rapperswil nach Rüti, durch den neuen Teil des Hauptbahnhofs Zürich (Bahnhof Löwenstrasse) nach Wädenswil und schliesslich Einsiedeln. Dort hiessen die Goldmäuder die Höfner Fasnächtler im ehemaligen Dorfzentrum willkommen.

Genussvolle Zugfahrt

Bevor es jedoch so weit war, genossen die Narren die Zugfahrt. So waren zahlreiche Ärzte unterwegs, die für das Wohl der Reisenden sorgten, Panzerknacker trieben ihr Unwesen und die Feuerwehr löschte jeden Brand. Auch einige Scheichs aus Katar waren im Zug und warfen mit Geld um sich. «Die nächste Narrenfahrt haben wir bereits gekauft», erklärten sie. «Sie wird nach Wilen zum Robi-Spielplatz führen.» Nachdem man bereits die Fussball-WM gekauft habe, sei dies ein Leichtes gewesen. Nicht zu verachten waren jedoch auch «Conchita» und «Wurst», die Polizistinnen und die «Ghostbusters».

Morgen geht es von vorne los

Nachdem André Föllmi die Einsiedler Goldmäuder, die sich durch grosse Gastfreundschaft auszeichneten, vorgestellt und sich bei ihnen bedankt hatte, erwähnte er auch Sacha Reichmuth speziell. «Er macht heute das, was Hans Kaser früher gemacht hat. Und er beginnt bereits morgen damit, die 39. Höfner Narrenfahrt zu organisieren », verkündete er unter dem grossen Applaus der Anwesenden.

Musik und Tanz

Einsiedeln entpuppte sich mit seiner grossen «Beizendichte» als idealer Gastort. So genossen die Narren im Dorfzentrum zuerst «Ghackets und Hörnli» und eine Gerstensuppe. Dazu gabs Live-Musik, die zum Tanzen einlud. Schon bald zog eine erste Polonaise durch den Saal. Wem das Dorfzentrum nicht genug war, der vergnügte sich danach in Einsiedeln in einem der zahlreichen Restaurants. Einsiedeln zeigte sich dabei von seiner besten Seite. Wie gut es den Fasnächtlern im Klosterdorf gefallen hat, zeigte sich zum Schluss, als der Zug wieder in Richtung Wollerau rollte. Viele der Teilnehmer blieben gleich in Einsiedeln und machten die Nacht zumTag. Wer zurück nachWollerau ging, konnte in einem der Dorfrestaurants, in der Kaffeestube oder im Festzelt der Fidelitas auf dem Schulhausplatz verweilen. OK-Chef Sacha Reichmuth zog denn auch eine positive Bilanz: «Ich bin mit der Narrenfahrt 2015 sehr zufrieden.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/tiygEr