Was bedeutet Zeit: Eine der Installationen wird sich mit Fragen des Daseins befassen. Bilder: Josias Clavadetscher
Was bedeutet Zeit: Eine der Installationen wird sich mit Fragen des Daseins befassen. Bilder: Josias Clavadetscher
Besichtigung vor Ort: Die Kunststudierenden werden ihre Arbeiten im Freien, in drei Hallen und auf etwa zwölf Ebenen präsentieren.
Besichtigung vor Ort: Die Kunststudierenden werden ihre Arbeiten im Freien, in drei Hallen und auf etwa zwölf Ebenen präsentieren.

Kunst & Design

Zementfabrik wird zum riesigen «Kunsthaus»

23 Präsentationen für 12 Tage in 3 Hallen: Eine Master-Klasse der Hochschule Luzern (HSLU) präsentiert ihre Abschlussarbeiten in «Brunnen Nord».

Die Industriebrache der ehemaligen Zementfabrik Brunnen erlebt erneut ein kulturelles Highlight. 23 Kunststudierende der Hochschule Luzern (HSLU) haben sich für ihre Master- Arbeiten mit der einstigen Fabrik, deren Geschichte, der Zukunft des Areals und mit Ingenbohl, Brunnen sowie der Region befasst. Diese Abschlussarbeiten werden nun öffentlich in einer Gruppenausstellung präsentiert. Dazu werden ein Aussenbereich und gleich drei der grossen Hallen bespielt. Dort werden Installationen gezeigt, Projektionen, Theaterinszenierungen und Performances. Es wird auch ein kleiner Luna-Park erstellt, eine begehbare Skulptur und eine riesige Pflanze. Bei vielen Stationen wird der Besucher miteinbezogen, wenn er das will. Die Gruppenausstellung ist vom 18. bis 29. Juni zu sehen. Damit verbunden ist ein detailliertes Eventprogramm. Zur Ausstellung wird auch ein umfangreicher Katalog herausgegeben. Das Zielpublikum für den Besuch sind Kunstinteressierte und die ganze Öffentlichkeit der Region.

Speziele Zwischennutzung


Die Industriebrache von Nova Brunnen erlebt erneut eine ganz spezielle Zwischennutzung. Das Areal dient einer Master-Klasse der Hochschule Luzern (HSLU) für Design und Kunst als Ausstellungsort. Ihre Arbeiten präsentieren werden 23 Künstlerinnen und Künstler, welche vor dem Abschluss ihres Masters of Art in Fine Art stehen. Die Ausstellung kann vom 18. bis zum 29. Juni besucht werden. Die Gruppenausstellung ist öffentlich. Für dieses Abschlussprojekt haben sich die Studierenden alle intensiv mit dem Areal, seiner Geschichte und seiner Zukunft sowie mit der Gemeinde Ingenbohl und der Innerschweiz auseinandergesetzt. Als Projektziel wird formuliert, dass diese Ausstellung sowohl für die Gemeinde, die Region wie auch die beteiligten Kunstschaffenden selber spannende Anregungen, überraschende Einblicke, Erkenntnisse und neue Vorstellungen ermöglichen soll.

Alle drei Hallen werden genutzt


Eindrücklich ist das Ausmass, das diese Ausstellung beanspruchen wird. Die bisherigen grossen, kulturellen Zwischennutzungen haben sich jeweils auf eine Halle beschränkt. Dazu gehörten zum Beispiel 2013 das riesige Theaterspektakel «Big Bang» und die Ausstellung «Kunst Schwyz». Jetzt aber werden gleich drei Hallen bespielt: die ehemalige Klinkerhalle, die Halle des einstigen Drehofens und das Mühlegebäude. Ihre Arbeiten präsentieren werden 23 angehende Masters in Design und Kunst. Sie haben schon mehrfach vor Ort die Möglichkeiten des Areals und der Bauten erkundet. Nun stehen die einzelnen Projekte fest. Darunter hat es etliche, die viel Raum beanspruchen werden. Die Thematik der festgelegten Master-Arbeiten ist sehr breit. Im Aussenbereich wird eine begehbare Skulptur errichtet, ein Diners-Café und ein Atelier. Im Innern der drei Hallen wird thematisiert, was ein Buch bedeutet, was Alltagsträume sind, wie Tabuthemen überwunden werden können oder wie man einen «Flow» selber erleben kann. Ein weiteres Projekt sieht einen Lunapark als Happy-Land vor, ein anderes befasst sich mit dem Automobil im Film. Zahlreich sind Videoinstallationen, Projektionen, Workshops oder Performances. Ein anderes Projekt sieht ein eigentliches Theaterstück vor.

Die Fabrikhalle dient gleich als Wohnung


Auffallend oft befassen sich die Arbeiten mit Pflanzen und der Beziehung des Menschen zu ihnen, oder umgekehrt. Ein anderes Projekt geht Sexual- und Genderfragen nach, ein weiteres Sprichwörtern und Aphorismen. Ein Studierender hat mehrere ehemalige Angestellte der Zementfabrik interviewt, die Geschichte der Fabrik aufgearbeitet und wird dazu eine Broschüre veröffentlichen. Und ganz speziell ist das Projekt einer Studierenden, die während der Ausstellungsdauer gleich in der Fabrik wohnen wird. Verantwortlich für das Projekt ist Professorin Sabine Gebhardt Fink. Geleitet wird die Gemeinschaftsausstellung von den Künstlern Patric Fasel und Stephan Wittmer. Unterstützt wird die Ausstellung von verschiedenen Organisationen und auch der Gemeinde Ingenbohl, begleitet wird sie durch ein Eventprogramm. Entsprechende Informationen werden folgen. Auch wird ein umfangreicher Katalog herausgegeben. Ähnliche Ausstellungen fanden auch schon in der ehemaligen Papierfabrik in Cham, an verschiedenen Stationen in Altdorf, Stansstad, Lachen und in Pfäffikon statt. Ein derart grosses Areal mit stillgelegten Industriebauten wurde aber noch nie bespielt.

Bote der Urschweiz / Josias Calvadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

02.04.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/7jf7AU