Brauchtum / Feste
Bartlivater, Betty Bossi und Trump
Am Bänkli-Abig in Brunnen wurde gesprüchlet, kritisch hingeschaut, die eine oder andere Prominenz auf die Schippe genommen und gemütlich gefeiert.
Auch die 26. Ausgabe vom Brunner Bänkli-Abig war ein voller Erfolg, was der Präsident der Bänkli-Vereinigung, René Inderbitzin, zwischen zwei Auftritten kurz bestätigte: «Es läuft super, es macht riesigen Spass!» Zehn Auftritte in zehn Lokalen mit gegen 1000 Besucherinnen und Besuchern haben am Fasnachtssamstagabend die Bänkli-Sängerinnen und -Sänger absolviert. Die meisten Veranstaltungsorte waren schon früh ausgebucht.
Witzige Anekdoten aus der Region wie die Gestaltung des Auslandschweizerplatzes oder über das Bartlipaar wurden vorgetragen, kritisch wurde die Verkehrssituation im Talkessel begutachtet, wehmütig das Beizensterben thematisiert oder Pro und Contra zum Frühfranzösisch aufgeworfen.
Im nationalen Fokus standen Voten zur Halbierungsinitiative, und auch Trump-Bashing war bei fast allen Darbietungen auszumachen. Dem US-Präsidenten wurde beispielsweise empfohlen, Gersau statt Grönland zu kaufen. Und somit haben Betty Bossi, der Bartlivater und der amerikanische Präsident eines gemeinsam: Sie standen im Mittelpunkt vom Bänkli-Abig Brunnen 2026. Ein träfer Spruch jagte den anderen, gefolgt von Witzen oder skeptischen Anmerkungen. Das Publikum war in bester Feierlaune, schunkelte und sang mit.
Tourneeauftakt oder Abschiedstournee?
Die Gäste wurden unterhalten von Gucki Schnüffelloch, den Rätschwybern, den Näbelchräjä, Blitz & Blank, den Stehchrägelern, Deckäli und Häfäli, dem Chlepfschiit, Gfreuts mit de Schnäuz und vom spitzig Bliistift – allesamt beliebte und bekannte Schnitzelbänklerinnen und Schnitzelbänkler, die teils seit Jahrzehnten aktiv sind. Und wer weiss, vielleicht erscheint ja auch bald «Chlepfschiit – der Film», oder der Brunner Bänkli-Abig wird wie das Jodeln ins Weltkulturerbe-Verzeichnis aufgenommen?
Mit dem Duo d’Luutsprächer stand eine neue Formation auf den Bühnen. «Je nachdem, wie wir heute ankommen, ist das nicht nur unsere erste Tour, sondern zugleich unsere letzte», gab der «Sprächer» Auskunft. «Wir sind beide leidenschaftliche Fasnächtler, und uns hat die Herausforderung gereizt, zudem sind wir ziemlich kreativ.» Entweder es klappe, oder sie fänden keinen Anklang – zu verlieren gebe es ja nichts. Dem Applaus nach wird es für «den einheimischen und den zugezogenen Brunner» aber wohl definitiv nicht die Abschiedstournee gewesen sein, und «Schön muss sie sein» hat sich bereits in die Köpfe des Publikums eingebrannt.
Bote der Urschweiz / Stefanie Henggeler
Autor
Bote der Urschweiz
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- Brauchtum / Feste
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