Musik
Besonderes Neujahrskonzert: «Wenn mich alle loben …»
Das Kleinorchester der Harmonie Freienbach und Solistin Katharina Weissenbacher überraschten mit einem speziellen Konzert. Komponist Friedrich Gulda war seiner Zeit weit voraus.
Der Komponist Friedrich Gulda experimentierte schon in den 50er-Jahren mit «Techno» und war in der Wiener Komponistenszene etwas Besonderes. Cyrill Kümin moderierte das Konzert und sorgte mit Zitaten des Komponisten für einige Lacher im zahlreich erschienenen Publikum. Im Gemeinschaftszentrum Freienbach begrüsste Fredy Kümin, Präsident des Leutschenrings, am Samstagabend die gespannt wartenden Zuschauer. Mit der Fanfare zur Eurovision startete das Brass-Quintett den unterhaltsamen Abend. Danach sorgte das Klarinettenensemble mit einem Tango für eine erste Abwechslung. Als Höhepunkt stand das Konzert für Violoncello und Blasorchester, dirigiert von Christian Bachmann, auf dem Programm. Katharina Weissenbacher zeigte ihr virtuoses Können und das Kleinorchester begleitete sie in souveräner Manier.
Gulda, ein Cello und ein Blasorchester
Friedrich Gulda, ein Wiener Komponist, entdeckte schon in jungen Jahren den Jazz und begann, die klassische Musik mit neuer Musik zu vermischen. Als einer der Ersten experimentierte er auch mit elektronischer Musik. Er war speziell, und genau so waren einige seiner Werke. Darunter das Konzert für Violoncello und Blasorchester. Mit Katharina Weissenbacher, die auch an der Musikschule Freienbach unterrichtet, fanden die Organisatoren des Ortsvereins Leutschenring eine hervorragende Solistin. Es sei eine Freude für sie gewesen, mit diesen grossartigen Musikern zu spielen, meinte sie nach dem Konzert. Es war eine Freude, ihr beim Spielen zuzusehen. Sichtlich verschmolzen mit ihrem Instrument, zeigte sie alle Facetten des Cellos und sorgte für lang anhaltenden Applaus. Kaum ein Neujahrskonzert bietet so viel Spass, wie das erlebte. Die Brass Band zu Beginn spielte unter anderem auch «Rocketman» von Elton John. Das Klarinettenensemble Volksmusik, Tango und einen Rag.
Musikalische Vielfalt
Das Konzert von Gulda vereinte Klassik, Pop und Volksmusik in einem. Der Florentiner Marsch zum Abschluss zeigte, dass ein Cello auch seinen Platz im Blasorchester haben kann. Es dürfte wohl eines der letzten Neujahrskonzerte gewesen sein in der Region. Jedenfalls eines der abwechslungsreichsten, wenn nicht sogar das abwechslungsreichste. Die Begeisterung im Publikum war auch beim abschliessenden Umtrunk zu hören. Aber wie sagte einst Fried-rich Gulda schalkhaft: «Wenn mich alle loben, weiss ich, dass ich etwas falsch gemacht habe».
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Louis Hensler
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