Volkskultur
Nachrichten SchwyzKultur
Das heisseste Jodlerfest aller Zeiten
Das 32. Eidgenössische Jodlerfest in Basel lebte am Wochenende von grandioser Stimmung und charmanter Gastfreundschaft.
Das erste Eidgenössische Jodlerfest der Geschichte fand 1924 statt. Und wo? In Basel. Die Stadt am Rheinknie hat also das «Eidgenössische» erfunden, was leicht zu begründen ist, weil es in Basel zu Spitzenzeiten in der aufkommenden Begeisterung für das traditionelle Brauchtum mehr als 20 Jodlerklubs gegeben hat. Nach 102 Jahren war das grosse Fest jetzt zurück in Basel. Unter dem Motto «Stadt und Land mitenand» ging in der prächtigen Altstadt von Basel ein absolut grandioses Fest über die Bühne. Basel kann das und garantierte auch diesmal eine professionelle Vorbereitung und eine geradezu charmante Durchführung. Das Jodlerdorf war so attraktiv wie noch selten, mit vielen grossen Chalets unter den Bäumen am Petersplatz. Die Jodlermeile hatte mehr als 100 Stände und Gastrobetriebe zu bieten, und die ganze Altstadt mit Nadelberg, Spalenberg, Heuberg und Gamsberg wurde kurzum zum Jodlerberg.
Klimatisierte Vortragslokale begehrt
Dazu kam, dass die Lokalitäten für die Vorträge mit einer Ausnahme – die Alphornvorträge im St.-Johann-Quartier – alle in Fussdistanz beieinanderlagen. Die Vortragslokale boten sehr viele Sitzplätze, welche vor allem am Samstag fast durchgehend belegt waren. Trotzdem kam es zu keinen speziellen Wartezeiten, immer nach einem Vortrag fanden die gesamthaft mehr als 200’000 Besucherinnen und Besucher Platz. Einige der Lokale waren sogar klimatisiert. Sie waren entsprechend beliebt. Auch für die Aktiven war es oft ein grossartiges Erlebnis, im Basler Münster, in den grossen Kirchen oder an der Universität Basel auftreten zu können. In der Stadt und auf dem Festgelände fiel die attraktive Dekoration mit Jodlersujets und vielen Blumen auf. Auch die klare Signalisierung ermöglichte ein schnelles Auffinden der Lokalitäten. Zu schaffen machte vielen die Hitze, die am Samstag teils 39 Grad erreichte. Das Ergebnis: Die Schattenplätze waren bestens besetzt, die Plätze an der Sonne leer. Und auch die Menüs wurden beeinflusst: Älplermagronen liefen weniger gut als der Spiess vom Grill. Die teilnehmenden Aktiven haben sich bestens auf die Hitze eingestellt. Nach dem Auftritt entledigten die Trachtenfrauen sich des Kopfschmuckes, und die Trachtenschuhe wurden durch Slipper ersetzt. Einige nutzten die vielen Brunnen und kühlten ihre Beine ab, einige mutige junge Jodler setzten sich sogar mit der ganzen Tracht lachend und jodelnd ins Brunnenwasser. Auch an Unterhaltung fehlte es nicht: Die Besucher wurden zum Testjodeln eingeladen, zu Karaoke, vor die Fotobox, und Wettbewerbe gab es an jeder Ecke. Viel zur Stimmung in der Stadt trugen die spontanen Ständchen der Jodlerinnen und Jodler oder der Alphornbläser bei. Schwyz war mit insgesamt 44 Vorträgen in Basel vertreten. Trotz gelegentlicher Nervosität gelangen die Wettvorträge mehrheitlich sehr gut. Unbefriedigend hat niemand vor der Jury abgeschnitten. Mit dabei waren 8 Schwyzer Jodlerklubs und 16 weitere Solistinnen oder Duette. Der Jodelklub Waldstatt Echo aus Einsiedeln ist nicht bewertet worden. Alphornbläser sind aus dem Kanton Schwyz 18 angetreten, Fahnenschwingerauftritte waren 10 schwyzerisch und 13 weitere aus der Hochburg Weggis.
Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher
Autor
Bote der Urschweiz
Kontakt
Kategorie
- Musik
- Volksmusik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/AXbmk9