Literatur

Erste Veranstaltung in der neuen Bibliothek

Am Donnerstagabend fand in der neuen Bibliothek des Bezirks Einsiedeln die erste Veranstaltung statt. Zu Gast war die renommierte Autorin Jana Revedin.

In der neuen öffentlichen Bibliothek versammelte sich am Donnerstag kurz nach 20 Uhr eine kleine, aber feine Schar von Literaturinteressierten. Das Konkurrenzangebot war an diesem Abend gross – sowohl in Einsiedeln als auch international, wo die Schweizer Nationalmannschaft an der Fussball-WM im Einsatz stand. Dennoch zeigte sich Bibliotheksleiterin Heidi Ulrich erfreut, so viele Literaturfreunde begrüssen zu dürfen. Besonders freute sie sich, gleich zur Premiere in den neuen Räumlichkeiten eine derart renommierte Autorin willkommen zu heissen. Besonders erwähnt wurde, dass neben Vorlesungen in Paris, München und Mailand, sie extra einen Stopp im Klosterdorf eingelegt hat. Nach ihrer Begrüssung übergab sie das Wort an Bernhard Borovansky, den Verleger von Jana Revedin, der die Autorin im Gespräch durch den Abend führte.

 

Einblick in die Arbeit einer Erfolgsautorin

Im Gespräch mit ihrem Verleger gewährte Jana Revedin Einblicke in ihre Arbeit und sprach über ihre Motivation, Bücher zu schreiben. Sie wuchs in Konstanz auf und unternahm in ihrer Jugend häufig Ausflüge nach Zürich. Dort lernte sie die Werke von Max Frisch kennen und schätzen. Schon damals hegte sie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Bis sie sich tatsächlich dem Schreiben von Büchern widmete, vergingen jedoch einige Jahre.

Ihr erstes Buch über Ise Frank – die zweite Ehefrau von Walter Gropius und Wegbereiterin der Bauhaus-Idee – entstand als Auftragsarbeit. Ursprünglich war ein Jubiläumsband geplant, doch daraus entwickelte sich ein Roman. Kurz vor der Veröffentlichung warnte die Auftraggeberin, sie könne mit diesem Werk ihr internationales Renommee verspielen. «Na dann», lautete Revedins Antwort. Das Buch wurde ein Erfolg. Seither müsse sie nicht lange nach Geschichten suchen. Vielmehr fänden die Geschichten – und insbesondere die weiblichen Hauptfiguren – ihren Weg zu ihr.

 

«Die Gärtnerin von Venedig»

Im Mittelpunkt des Abends stand Revedins aktueller Roman «Die Gärtnerin von Venedig ». Die Protagonistin Eri war die Grossnichte der ehemaligen Sekretärin von Revedins Mutter. Eines Tages erhielt die Autorin einen Anruf dieser früheren Mitarbeiterin. Zunächst konnte sie sich kaum an die Frau erinnern, die inzwischen etwa im Alter ihrer Mutter war. Nach und nach kehrten jedoch die Erinnerungen zurück. In den Gesprächen erzählte die ehemalige Sekretärin die Geschichte von Eri. Als junge Frau bewarb sich diese um eine Stelle als Gärtnerin auf dem Lido von Venedig. Dort wurde mithilfe von Fördergeldern der Europäischen Union die ursprüngliche Vegetation wieder angesiedelt und das Gebiet neu begrünt. Der Roman schildert Eris Ankunft in der Lagunenstadt, das Vorstellungsgespräch, ihre Arbeit und die Liebe, die sie dort findet. Ob diese Liebe Bestand hatte, wollte eine Zuhörerin von der Autorin wissen. «Ich weiss es nicht», antwortete Revedin schmunzelnd zum Abschluss.

Joe Fuchs von der Buchhandlung Benziger, Mitorganisator des Anlasses, bedankte sich bei Jana Revedin mit süssen Einsiedler Spezialitäten für den gelungenen Abend. Die Autorin nahm die Geschenke erfreut entgegen und lud die Anwesenden spontan nach Venedig ein – mit ihr persönlich als Reiseführerin.

 

Einsiedler Anzeiger / René Hensler

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

23.06.2026

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