Dies & Das
«Die Idee für ein Ybriger Museum hatte ich schon lange!»
Auf Initiative von Nina Kälin hat sich der Verein «Museum Ybrig» gebildet, der sich zum Ziel gesetzt hat, ein Museum für das Ybrig auf die Beine zu stellen.
«Schon lange hatte ich die Idee zu einem Museum, aber eigentlich erst, wenn ich dann mal pensioniert bin», erzählt die 35-jährige Nina Kälin. Von ihren Grosseltern Leni und Alois Kälin erfuhr Nina Kälin immer wieder Geschichten von früher, das habe sie schon immer interessiert. In den letzten zehn Jahren lebte Nina Kälin in unmittelbarer Nähe zu ihren Grosseltern und verbrachte viel Zeit mit ihnen. Stundenlang habe sie sich mit ihrer Grossmutter unterhalten und sie auch immer wieder beim Erzählen aufgenommen. Ende 2023 stürzte Leni Kälin und konnte nicht mehr in ihre Wohnung zurück, die sie mit ihrem im Jahr 2020 verstorbenen Mann seit 1954 bewohnt hat-te. So wurde die Wohnung von ihren Nachkommen geräumt. «Ich sagte bei so vielen Dingen, dass wir das für das Museum auf die Seite legen müssen. Am Schluss hatten wir einen ganzen Raum voller Sachen! Da war schnell klar, dass das nicht bis nach meiner Pensionierung warten kann», erinnert sich Nina Kälin. Das eine habe dann das andere ergeben und sie habe begonnen, mit verschiedenen Leuten Kontakte zu knüpfen. Bisher habe sich eigentlich alles schön ergeben.
Verein gegründet
Für Kälin war klar, dass die beiden Gemeinden in diesem Projekt vertreten sein müssen. Sie stiess überall auf offene Ohren: «Ich habe von Beginn weg gemerkt, dass alle davon überzeugt sind, dass ein solches Museum gewinnbringend ist.» Am 17. Dezember 2025 gründete sie zusammen mit Edgar Holdener, ehemals Kulturkommission Unteriberg, Christine Hubli, ehemals Verkehrsverein Oberiberg, Philipp Trütsch, Kulturkommission Unteriberg, Oskar Nauer, Kulturkommission und Gemeinderat von Oberiberg, und Michael Lüönd, Kulturkommission und Gemeinderat von Unteriberg, den Verein Museum Ybrig. Kurz darauf stiess auch noch Kathrin Fässler Grossen hinzu, die den Verein Kultur Ybrig vertritt. Somit ist aktuell der Vorstand komplett. Edgar Holdener erinnerte sich daran, dass vor rund 30 Jahren ein Museum schon einmal ein Thema gewesen sei und freute sich nach der Begegnung mit Nina Kälin darüber, dass dieses Projekt nun jemand in Angriff nehmen möchte. Holdener selber ist aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Lehrer und Mitglied der Kulturkommission ein «sinnbildliches Lexikon», wie es Kälin ausdrückt. Nun fehlen noch Mitglieder, die das Vorhaben tragen, finanzielle Unterstützer, eventuelle Sachspender und natürlich ein Ort, der dauerhaft zur Verfügung steht, um das Museum zu realisieren. Jeder könne sich beim Projekt irgendwie beteiligen. Bisher sind die Rückmeldungen von Jung bis Alt durchs Band positiv und es habe schon eine Vielzahl an Mitgliedern gegeben, freut sich Kälin. Sie hofft, dass bis Ende Jahr weitere Details, auch bezüglich Räumlichkeiten, konkret sind, aber es brauche halt alles seine Zeit.
«Natur – nah – aktiv»
Vereinspräsidentin Nina Kälin hat sogar schon eine konkrete Vorstellung, wie das Museum aussehen soll. Das Museum soll einen Mehrwert bieten und Geschichte sowie die Vielfalt der Region zeigen. Es soll ein Museum für alle Einheimischen wie auch Gäste sein, welche das Ybrig, dessen Traditionen und Kultur mögen. Wich-tig ist Kälin insbesondere: «Ich möchte, dass auch Kinder und Grosskinder noch wissen, wie es früher war!» Nina Kälin beschreibt das Ybrig als eine Region, in welcher Brauchtum, Werte und Traditionen tief verwurzelt sind und durch Feste, Handwerkskunst und lokale Bräuche lebendig gehalten werden. Das Museum soll dieses kulturelle Erbe an die nächste Generation erlebbar weitergeben. Kälin möchte, dass das Museum auf den Masterplan Ybrig «Natur – nah – aktiv» Bezug nimmt. So soll das Muse-um bezüglich Natur die Verbindung zwischen Landschaft, Bewirtschaftung, Alltag, Mensch und Umwelt, sowie auch Geologie, Zoologie, Botanik und Pflanzen zeigen. «Es geht um das Leben im Einklang mit der Natur, das in der Region schon immer wichtig war», erklärt Kälin. Das Museum soll aktiv erlebbar sein und kein stilles Schaulager. Mit Erzählungen, Work-shops für Schulprojekte, saisonale Themen, Führungen und Aktionen soll Geschichte erlebt und nicht nur angeschaut werden können. Und nicht zuletzt möchte das Museum nah sein, bei den Leuten, der Geschichte, den Gegenständen. So soll ein Museum von, mit und für Ybriger entstehen, das persönlich, überschaubar und ehrlich sein soll.
Weitere Informationen zum Projekt auf www.museum-ybrig.ch. Ganz nach dem Motto des Museums Ybrig: «Chum zuänis!»
Einsiedler Anzeiger / Angela Suter
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Einsiedler Anzeiger
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