Literatur

Ibach hat ganz unerwartet eine neue Ortsgeschichte erhalten

Die Familiengeschichte der Schnüriger und des «Hofs» in Ibach wurde in einem neu erschienenen Buch aufgearbeitet.

Wer einer Familiengeschichte auf der Spur ist, der ist automatisch auch einer Quartier-, Dorf- und Regionalgeschichte auf der Spur. Das hat Xaver Schnüriger-Rötheli, Brunnen, als Herausgeber genau so erlebt und vermutlich auch erwartet.

Zu seinem 80. Geburtstag hat er sich nämlich entschlossen, eine Familiengeschichte der Schnüriger aufzuarbeiten und zu publizieren. Diese liegt nun vor und stellt nicht nur die «familieninterne» Vergangenheit dar, sondern auch jene von Ibach. Der Stammsitz der Schnüriger war die Liegenschaft Hof, ein markanter Betrieb mit grossem Umschwung mitten im Dorf.

 

183 Schnüriger genealogisch erfasst

Die Basis für die sorgfältig erarbeitete Familien- und Ortsgeschichte gelegt hat Peter Inderbitzin, Ibach, ehemals im Staatsarchiv Schwyz tätig. Ausgehend von Jost Schnüriger, 1595 in Sattel zur Welt gekommen, hat Inderbitzin genealogisch (herkunftsmässig) die ganzen Linien bis hinauf zu den heutigen Namensträgern erforscht. Als Quellen dienten in erster Linie Tauf-, Ehe-, Sterbe- und Jahrzeitbücher der Pfarreien Schwyz und Sattel sowie Grundbucheintragungen oder Gabenbücher. Inderbitzin beschränkte sich aber nicht nur auf die standes- und kirchenamtlichen Angaben, sondern ergänzte viele der Personen mit recherchierten biografischen Angaben. Gesamthaft erscheinen in seiner Zusammenstellung so 183 Träger und Trägerinnen des Familiennamens Schnüriger.

Neben diesen Grundinformationen tauchte eine Chronik über die Liegenschaft Hof auf und vor allem der Nachlass von Xaver Schnüriger-Imhof, seines Zeichens Jurist und von 1948 bis 1978 Land- und Gerichtsschreiber des Bezirks Schwyz. Allein die Registratur dieses Nachlasses umfasst 15 Seiten und dokumentiert so den vorhandenen Umfang.

 

16 interessante Kapitel

Als Autor für die Familien- und Ortsgeschichte ist Carl J. Wiget, Schwyz, beauftragt worden. Er ist selber in diesem Quartier aufgewachsen und ging mit entsprechenden Vorkenntnissen, grosser Sorgfalt und einem guten Gefühl für historische Zusammenhänge an die Arbeit. Wiget bearbeitete in 16 Kapiteln die markantesten Ereignisse in der über 400-jährigen Geschichte. Vor allem widmete er sich, losgelöst von einem chronologischen Ablauf, den herausragenden Persönlichkeiten der Schnüriger. Das reicht von Schützenmeister Jost Schnüriger zu Landvogt Johann Josef Schnüriger, dem Hofbauer Franz Schnüriger oder zu Franz Peter Schnüriger, einem Rebell der Franzosenzeit und Gegner der Helvetik.

Ab 1621 ist belegt, dass die Schnüriger sich auf dem «Hof» in Ibach etabliert haben. Über Generationen, 370 Jahre lang, blieb der «Hof» Eigentum der Schnüriger. Letzte Bewohnerin war die 2004 in hohem Alter verstorbene Gertrud Schmid-Schnüriger.

 

Viel Ibach in den Schilderungen

Der «Hof» mit seiner geradezu strategischen Lage an der Brücke über die Muota, am Wegkreuz nach Brunnen, Morschach, Muotathal, Seewen und Schwyz war in der Ibächler Dorfgeschichte ein wichtiger Faktor. Auch ist durch Landverkäufe ab der Liegenschaft die bauliche Entwicklung von Ibach massgeblich mitbestimmt worden. Die Familie Schnüriger hat zudem auch das Grundstück für den Bau der heutigen Pfarrkirche kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Buch steckt also viel Ibach, etwa was die Ziegelei, die Oberallmeind, die Gerberei, die Tobelbach-Verbauung, das Hof-Lädeli und vieles mehr angeht.

Das Schnüriger- oder «Ibächler-Buch» liest sich sehr spannend und leicht. Vor allem, weil es auch viele Details und bisher Unbekanntes schildert. Auch wird deutlich, wie stark Repräsentanten dieser Familie die kommunale und regionale Politik, die Wirtschaft und letztlich den Alltag hinauf bis fast in die Gegenwart mitbestimmt haben. Dazu kommen die gezielt eingesetzten Illustrationen, die einen Einblick in die Familiengeschichte, Planwerke von Ibach, Stammbäume oder Fotografien und Ansichtskarten aus der Frühzeit geben.

 

Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher 

 

 

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

16.09.2026

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