Kunst & Design

Rondinone hat «Die Sonne» in seine Heimat zurückgebracht

Das Kunstwerk von Ugo Rondinone auf dem Auslandschweizerplatz in Brunnen ist mit grosser Begeisterung eingeweiht worden.

Grosser Tag für Brunnen, für den Kanton Schwyz und vermutlich auch für die ganze an bildender Kunst interessierte Schweiz: Nach dreijähriger Verhandlung, Planung und Herstellung ist am Samstag auf dem Auslandschweizerplatz das Kunstwerk «Die Sonne» von Ugo Rondinone eingeweiht und damit förmlich «in Betrieb genommen» worden. Alex Hauenstein, Präsident der Stiftung Auslandschweizerplatz, bestätigte: «Was lange währt, wird endlich gut», und freute sich, dass mit diesem Kunstwerk «der Platz gekrönt wird». Auch Landammann Sandro Patierno, selber ebenfalls in Brunnen aufgewachsen wie der Künstler Rondinone, betonte, dass dieser Standort für das Kunstwerk die grosse Symbolik unterstütze, welche dieser Platz quasi als Heimat der Auslandschweizer habe.

 

Wahrzeichen für Brunnen und die Region

Riesig erfreut über dieses Kunstwerk zeigte sich die Gemeinde Ingenbohl. Gemeindepräsidentin Irène May betonte, dass dieses Werk eng mit der persönlichen Geschichte von Ugo Rondinone verbunden sei. Als Sohn italienischer Einwanderer habe er intensiv versucht, sich in die Gemeinschaft zu integrieren. Mit dem Mitwirken an der Fasnacht, als Hornist in der Jugendmusik, in der Langlaufgruppe, im Handball, im Fussballclub, im Pingpong. Nur stellte sich das Gefühl, dazuzugehören, nicht ein. Darum sei er in die Welt aufgebrochen. Einzig die Ingenbohler Schwester und Künstlerin Raphaela Bürgi habe sein Talent erkannt und ihn zwei Jahre lang im Atelier unterrichtet. Im Ausland habe sich dann der Knoten offensichtlich gelöst, so May, heute sei Rondinone als international renommierter Künstler weltweit präsent. Mit diesem Kunstwerk sei nun Ugo Rondinone quasi ins Dorf seiner Jugend zurückgekehrt, in seine ursprüngliche Heimat, sagte May. Er habe Brunnen und den Urnersee in Gedanken mitgenommen in die Welt, nun habe er sie mit diesem Kunstwerk wieder zurückgebracht. «Du bringst uns die Sonne», freute sich May, «willkommen zu Hause». Ähnlich formulierte es Michel Degen, der CEO der Schwyzer Kantonalbank. Die Sonne bedeute Lebensfreude und Klarheit, sie sei universell und damit am «Ankerplatz der über 800’000 Auslandschweizer» absolut am richtigen Ort. Als identische Werke war «The Sun» auch schon in Versailles, New York, New Orleans und weiteren Orten zu sehen. Dass er in Brunnen ein Werk habe realisieren dürfen, das habe für ihn persönlich grosse Bedeutung, sagte Rondinone selbst. Darum habe er auf die Anfrage hin sofort Ja gesagt. Mit 19 Jahren habe er die Schweiz verlassen und sei heute auch ein Auslandschweizer. «Heimat ist aber nicht nur ein Ort, wo man lebt, sondern auch ein Ort, den man verlassen hat, den man in sich tragen und zu dem man auch zurückkommen kann.» Das hat er offensichtlich so gemacht.

 

Durch den Kreis die Heimat sehen

Dieses vergoldete Werk «Die Sonne» habe er für diesen Standort gewählt, weil es ein vollkommener Kreis sei, mit organischen Formen zwar, aber in der universalen Form des Kreises. «Die Sonne gehört allen, der Menschheit», und trage in sich das Bild der Erneuerung und der Beständigkeit. Zudem sei der Kreis nicht geschlossen, sondern ein goldener Rahmen, durch den man den See, die Berge und seine Heimat sehen könne. Mit grosser Freude und als besondere Ehre übergebe er «die Sonne der Heimat». Dass dies funktioniert, das war sofort erkennbar. «Die Sonne», kaum eingeweiht, wurde sofort zum Fotound Selfie-Objekt. Gestern Sonntag standen die Interessierten fast Schlange für ein Bild. Während Ugo Rondinone selber seine Heimat nach der Feier hautnah erlebte. Er wurde mit Erinnerungen und Anekdoten regelrecht eingedeckt von einstigen Schulkollegen und -kolleginnen, Nachbarn, Lehrkräften, Vereins- und Kunstfreunden. Mit grosser Geduld ertrug er diese Nachfragen und konnte sich selber tatsächlich an vieles aus der Jugend erinnern.

 

Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

14.09.2026

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