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Musik prägt das Leben des Illgauer Kulturpreisträgers
Sepp Heinzer (63) erhielt am Güdelmontag den Kulturpreis der Gemeinde Illgau.
«Die Ländlermusik und die Blasmusik haben für mich einen sehr hohen Stellenwert, das Filmen und Zaubern sind weitere Hobbys, die mir viel bedeuten», sagt Sepp Heinzer. Der 63-jährige Illgauer Handorgelspieler und Dirigent ist eine sehr engagierte, stets bescheidene Persönlichkeit. Vielen Leuten ist er unter seinem Übernamen «Grepf» bekannt. Seine Aktivitäten im volkskulturellen Bereich sind breit gefächert. Was der Dachdecker und vierfache Vater in seiner Freizeit anpackt, setzt er mit viel Herzblut und Ausdauer in die Tat um. Nun erhielt er am Güdelmontag für seinen unermüdlichen Einsatz den Kulturpreis der Gemeinde Illgau.
Rückblende
Schon als Knabe unternahm Sepp seine ersten musikalischen Versuche auf einer Piccolo- Handorgel. 1972 – im Alter von erst neun Jahren – hatte er mit Christian Rickenbacher seinen ersten öffentlichen Auftritt an der Illgauer Sennenkilbi. 1979 gründeten die beiden Jungtalente offiziell das Handorgelduo Rickenbacher-Heinzer. Mittlerweile ist die Formation landesweit bekannt und hat zehn Tonträger veröffentlicht. Die kugelrunde, präzise und virtuose Musik im Illgauer Stil kommt bei der Zuhörerschaft sehr gut an. Das Repertoire der Formation umfasst mehrere Hundert Tänze, darunter 29 Eigenkompositionen von Sepp Heinzer.
Pfingstanlass seit 47 Jahren
Neben zahlreichen Auftritten sorgt das Duo seit 47 Jahren an Pfingsten – am Volksliederabend im «Sigristenhaus » in Illgau – für die musikalische Begleitung. Dies, ohne eine Gage zu verlangen. Sepp Heinzer war während 20 Jahren (1979 bis 1999) auch in der Tanz- und Unterhaltungsmusik aktiv und hat den Namen Illgau mit der Partyband Jucundos weitherum bekannt gemacht. Die Band war sehr beliebt. Oft wurde zu alten und aktuellen Hits bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein geschwungen.
Ländler- und Blasmusik
Neben der Ländlermusik spielt auch die Blasmusik eine zentrale Rolle im Leben des neuen Kulturpreisträgers. Mit 15 Jahren trat er als Hornbläser der Feldmusik Illgau bei. Im Jahr 2011 übernahm er zum Teil die musikalische Leitung, um seinen Vater Josef Heinzer zu entlasten. Derzeit läuft ein herausforderndes Projekt – vor allem für ihn als Dirigenten. Heinzer erklärt: «Die Anzahl der Aktivmitglieder der Feldmusik Illgau und des Musikvereins Muotathal ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Nun bestreiten wir gemeinsam das Jahr 2026. Bei den gemeinsamen Proben und Auftritten in Muotathal und Illgau sind wir nun 30 bis 35 Musikantinnen und Musikanten», freut sich Sepp Heinzer. Doch was motiviert den Dirigenten und Handorgelspieler stets aufs Neue? Für ihn ist jeder Musikauftritt eine schöne Abwechslung zum Berufsalltag, und auch das Musikhören bedeutet ihm sehr viel. «Bevor ich ein neues Projekt starte, weiss ich innerlich schon recht genau, wie die Musik am Ende tönen soll. Sie muss von Herzen kommen – sei es Blasmusik oder Ländlermusik», verrät Sepp Heinzer. Mit diesem Ziel vor Augen ist er an der Arbeit und lässt nicht locker, bis er zufrieden ist.
Immer wieder neue Ideen
In den Jahren 2022 und 2023 wurde im Bergdorf zehnmal der Unterhaltungsabend «Taktvoll Illgau» zur Erhaltung des «Sigristenhauses» aufgeführt. Die Idee dafür stammte von Sepp Heinzer. Mit unermüdlichem Einsatz setzte er das Projekt um. Rund 60 Musikantinnen und Musikanten sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer wirkten mit. Am Unterhaltungsabend kamen alle musikalischen und künstlerischen Aktivitäten von Sepp Heinzer voll zum Tragen. Namentlich waren dies «moderne» Musik, Blasmusik, Ländlermusik und das Zaubern (Magic Grepf). In der Laudatio der Kulturund Sportkommission der Gemeinde Illgau hiess es denn auch: «Das Programm entstand unter deiner Leitung. Das Fest war ganz grosse Klasse und ein riesiger Erfolg. Dass alle Vorstellungen ausgebucht waren, spricht für sich.» «Ich möchte meiner Frau Vreni herzlich danken», sagt Sepp Heinzer. «Sie hat mir immer den Rücken freigehalten und mich bei verschiedenen Arbeiten voll und ganz unterstützt. Beim Projekt ‹Taktvoll Illgau› half die ganze Familie mit.» Auch in Zukunft möchte er weitere musikalische Projekte umsetzen. «Einige Ideen sind vorhanden», sagt der Preisträger. «Mein inneres Feuer für gute Musik brennt weiter. Der Kulturpreis ist für mich eine ehrenvolle Anerkennung und schöne Wertschätzung.»
Bote der Urschweiz / Guido Bügler
Autor
Bote der Urschweiz
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