Volkskultur

Nachrichten SchwyzKultur

«Äs herbsteled im Ybrig»

Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Tanz, Jodel, Musik und humorvollen Sketchen begeisterte die Trachtengruppe Unteriberg am Herbstfest 2026 das zahlreich erschienene Publikum.

Schon früh füllten sich die Tischreihen im Mehrzweckhaus Unteriberg. Pünktlich um 20 Uhr eröffnete Präsident Armin Hollenstein das Herbstfest 2026 der Trachtengruppe Unteriberg unter dem Motto «Äs herbsteled im Ybrig». Er bedankte sich bei den vielen Helferinnen und Helfern, welche die Durchführung des Abends ermöglicht hatten, und begrüsste die zahlreich angereisten Delegationen aus nah und fern.

Den Auftakt machte die Trachtentanzgruppe mit dem Lied «Mini Läbensfreud» von Andrea Marty, die selbst in der Tanzgruppe mitwirkte. Die Musikformation «Echo vom Tüetlisberg » stimmte den Schottisch «Gäuerlä» an. Die Mitglieder der Tanzgruppe gaben alles und verzückten das Publikum mit Bödelä, Gäuerlä und verrückten Figuren, um ihre Liebsten zu umgarnen. Auch bei der dritten Darbietung wurde «gegäuerlet », diesmal zu einem Ländlerstück.

 

Ein Bänkli landet im Sityseeli

Den Auftakt zum Motto machten Andrea Marty und Urs Betschart. Andrea schwärmte vom schönen Ybrig und vom idyllischen Bänkli am Sityseeli. Sie wollte Urs zum Schmüselä animieren, doch der Lümmel verstand ihre Andeutungen nicht. Als sie vorschlug, etwas Verrücktes zu machen, kam ihm die tolle Idee, das Bänkli ins Seeli zu werfen. Andrea zog daraufhin schimpfend von dannen.

Bei ihrem ersten Auftritt präsentierte die Trachtenjodelgruppe Unteriberg die Lieder «Äs Blüemli » von Emil Herzog und «Äs Lied vo Tränä» von Kurt Mumenthaler. Dazwischen erklang ein Naturjutz, der zum Abschluss mit grossem Applaus und Jutzen aus dem Publikum gewürdigt wurde. Während der Aufführungen herrschte absolute Stille im Saal.

 

Urchige «Huusmusig» 

Wie man sie im Herbst an den Märkten in den Restaurants antrifft, präsentierte die Trachtentanzgruppe ihre «Huusmusig». Mit einem Schottisch und einem Ländler zeigte sie urchige Musik mit Tradition. Dabei kamen ein Waschbrett, eine Pfanne mit Schwingbesen, zwei Bierflaschen, ein Reisbesen sowie Löffeli und Chleffeli als Musikinstrumente zum Einsatz. Dazu gehörten auch Fahnenschwingen, Holzsägen, Laubwischen, Jutzen und das gegenseitige Klatschen in die Hände im Takt: «So äs richtigs gmüetlichs Fäschtli im Ybrig!» Erna Aregger und Martin Fassbind versuchten anschliessend, das Laub zusammenzuwischen. Martin hatte die Idee, das Laub weiterzuverwenden und sein mit Stroh gefülltes Kopfkissen mit frischem, weichem Laub zu füllen. Doch der aufbrausende Föhn machte ihnen die Arbeit schwer.

Nun war es Zeit für eine Pause. Armin Hollenstein dankte den mehr als 100 Sponsoren, die rund 400 Preise im Gesamtwert von etwa 10’000 Franken gestiftet hatten. Die Nummer 77, ein Gitzi, stellte den Hauptpreis dar. Es wartete mit einigen Gspändli in einem Anhänger auf dem Parkplatz auf den Gewinner.

 

Kälbli, Jodelduett und Jagdglück 

Nach der Pause ertönten laute Kuhglocken. Man erwartete, dass gleich eine ganze Alpabfahrt durch das Mehrzweckhaus marschieren würde. Hinter dem Vorhang kam jedoch Heiri Kälin mit einem Kälbli hervor, das seinem Meister wunderbar folgte. Heiri gab zudem einen Alpruf zum Besten. Darauf folgte das Jodelduett Rita und Lisbeth mit den beiden Stücken «Langi Zyti» von Theres Äberhard-Häusler und «Z’Ybrig» von Anni Marty. Pilzesammeln und die Jagd gehören ebenfalls zur Herbstzeit. Peter Reichmuth und Sepp Immoos zeigten in einem Sketch das unschöne Zusammentreffen eines bekifften Pilzsammlers aus dem Unterland mit einem Jäger, der etwas zu viel getrunken hatte und den Pilzler mit seiner Fellmütze für einen Wolf hielt. Schlussendlich versöhnten sich die beiden beim gegenseitigen Austausch ihrer Laster und begaben sich in die Alphütte zu einem köstlichen Festschmaus.

Es folgten zwei Tänze der Trachtentanzgruppe unter der Leitung von Martin Fassbind: «Mama» von Martin Hotz und «Äs scheens Tänzli» von Martha Zwyssig. Das Publikum forderte einen weiteren Tanz, den die Gruppe gerne als Zugabe präsentierte. Auch die Trachtenjodelgruppe unter der Leitung von Lisbeth Marty überzeugte mit Liedern und Jutzen, die von Herzen kamen. Der «Schinberg-Jutz» von Armin Murer, «Herbschtzyt am Bärg» von Ueli Moor und der «Ribibach-Jutz» von Philipp Gut sowie eine weitere Zugabe wurden mit Jutzen aus dem Publikum belohnt.

 

Im Nebel bis auf die Alp Stoss

Im Herbst ist es auf den Alpen Zeit zum «Haag ablegä». Martin, Ruedi und Peter Fassbind pack-ten diese Arbeit gemeinsam mit Brian Fuchs in einen lustigen Sketch. Im dichten Nebel wurde zu viel Zaun abgelegt, und die Männer verirrten sich sogar bis auf die Alp Stoss.

Erst als sie die alte Tradition des «Nävelheilä» anwendeten, lichtete sich der Nebel. Dabei wird ein an zwei Seiten zugespitzter Stab zwischen zwei Holzbrettchen eingeklemmt und mit einem Seil hin und her bewegt, bis es zu rauchen beginnt. Der Wanderer genoss daraufhin die tolle Aussicht, und der Älpler bemerkte endlich, wo er sich tatsächlich befand.

Zum Abschluss bedankte sich Armin Hollenstein bei allen Mitwirkenden sowie bei den disziplinierten und gut gelaunten Gästen. Das nächste Trachtenfest findet am 11. September 2027 statt.

 

Einsiedler Anzeiger / Rolf Dettling

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kontakt

Kategorie

  • Brauchtum / Feste
  • Musik
  • Volksmusik

Publiziert am

15.09.2026

Webcode

www.schwyzkultur.ch/BYAfQg