Musik

Auftakt in den Musiksommer

Das Let’s Fetz ist mehr als ein Konzertabend: Es ist ein jährlicher Treffpunkt für die Region, geprägt von Musik, Wiedersehen und ausgelassener Stimmung.

Es ist ein Fixpunkt im Jahreskalender, ein Ort des Wiedersehens, des gemeinsamen Feierns und des ungezwungenen Austauschs – organisiert vom Kulturverein Fismo. Viele Besucherinnen und Besucher kommen nicht wegen einer einzelnen Band, sondern weil man hier Bekannte trifft, alte Freundschaften auffrischt und zusammen einen Abend verbringt, der für viele fest zur Region gehört. Schon früh füllte sich das Gelände mit Leben. Auf der Bühne wechselten sich verschiedene Bands ab, während sich vor der Halle, an der Bar und im Publikum immer wieder kleine Gesprächsrunden bildeten. Die Musik gab dem Abend den Rhythmus, doch ebenso wichtig waren die Begegnungen daneben.

 

Druckvoller Auftakt und vielschichtige Rocksongs

Den Auftakt machte Crack the Clown, die den Abend mit druckvoller Präsenz eröffneten. Ihr Sound setzte früh ein klares Zeichen: Das Let’s Fetz wollte nicht langsam anlaufen, sondern von Beginn weg Energie in die Halle bringen. Die Band gab dem Publikum den ersten kräftigen Schub in einen langen Abend. Mit Kratzer folgte eine Band, die eigene, vielschichtige Rocksongs auf die Bühne brachte. Die Ursprünge ihrer Stücke reichen bis in die 1990er-Jahre zurück; seit 2021 hat die Band ihr Material wieder aufgefrischt und mit neuen Finessen ergänzt. Musikalisch überzeugte Kratzer mit Spielfreude, Substanz und ausgedehnten Instrumentalparts. Der Bezug zu Einsiedeln ist weniger historisch als persönlich: Bassist Dante Ripari wohnt heute im Dorf. Damit passte die Band gut zu einem Anlass, der nicht nur Einheimische, sondern Menschen aus der weiteren Region zusammenbringt.

 

Eine Stimme bringt die Halle in Bewegung

Danach sorgten Call me Loo für einen weiteren Wechsel in der Dynamik. Ihr Auftritt traf auf ein Publikum, das inzwischen sichtbar angekommen war. Christian «Schnützel» Föllmi überzeugte mit seiner energiegeladenen Stimme und brachte die Halle zum Tanzen und Mitsingen. Während vor der Bühne mitgewippt und zugehört wurde, liefen im Hintergrund jene Begegnungen, die das Let’s Fetz so besonders machen: kurze Umarmungen, längere Gespräche, ein Wiedersehen hier, ein gemeinsames Getränk dort. Mit RedRob Deluxe kam jener Rock- und Cover-Sound auf die Bühne, der an einem solchen Abend direkt funktioniert. Bekannte Songs, solide gespielt und mit Freude vorgetragen, holten auch jene ab, die nicht in erster Linie wegen einer bestimmten Band gekommen waren. Genau darin liegt eine Stärke der Band: Die Musik schafft eine gemeinsame Stimmung, ohne dass das Publikum zwingend aus eingefleischten Fans bestehen muss.

 

Überraschungsgast verleiht Songs Flügel

Ein weiterer Farbtupfer im Programm war Jester Swill. Die Band brachte Spielfreude und stilistische Offenheit auf die Bühne. Ihr Auftritt passte gut zum Charakter des Abends: unkompliziert, lebendig und nahe am Publikum. Mit Gastsänger Yanick Tschümperlin von Lost in Transit, gelang der Band eine besondere Überraschung. Im Duett mit Lorenz Ochsner verlieh er den gespielten Songs wie Mötley Crües «Kickstart my Heart » Flügel. Das Let’s Fetz lebt von solchen Momenten, in denen die Grenze zwischen Konzert und Dorffest fliessend wird.

 

Partyrocker wissen, wie es geht

Später übernahmen Hashtag und brachten zusätzlichen Schwung in die Halle. Als Rock-Coverband liefern sie Musik, die sofort verständlich ist: mitsingen, mitklatschen, weiterfeiern. Die erfahrenen Party-Rocker wussten genau, wie sie mit dem Publikum umgehen mussten und lieferten ab.Mit den Snout Snails stand eine weitere erfahrene Rock-Coverband auf der Bühne. Ihr Auftritt fügte sich ideal in den fortgeschrittenen Abend ein: energiegeladen, direkt und publikumsnah. Die Songs boten genau jenen Soundtrack, der ein Fest in Bewegung hält.

 

Sackgass kehrt gefeiert zurück

Ein besonderer Moment gehörte Sackgass. Ihr Comeback am Let’s Fetz wurde vom Publikum mit grosser Freude aufgenommen. Die Band kehrte nicht einfach für einen weiteren Programmpunkt zurück, sondern brachte ein Stück Erinnerung und Let’s-Fetz-Geschichte mit. Man spürte, dass dieser Auftritt für viele mehr bedeutete als nur Musik. Sackgass wurden entsprechend gefeiert – kraftvoll, herzlich und mit viel Sympathie. Zum Abschluss sorgten 2arelegend sowie schon den ganzen Abend im Let’s Pub die Music Cooperation dafür, dass der Abend weitergetragen wurde. Das Zusammenspiel von Main Stage und Pub machte den Anlass einmal mehr vielseitig: Wer tanzen wollte, fand Musik; wer re-den wollte, fand Raum; wer einfach Teil des Abends sein wollte, fand offene Türen und bekannte Gesichter.

 

Die Menschen machen den Abend

Bei aller Musik bleibt das Let’s Fetz vor allem eines: ein jährlicher Treffpunkt für die Region. Für viele Besucherinnen und Besucher ist nicht entscheidend, welche Band gerade spielt. Entscheidend ist, dass man da ist – zusammen mit Freunden, Bekannten, Vereinskollegen, Nachbarn und Menschen, die man vielleicht genau hier wieder einmal sieht. Die Bands lie-fern den Klang, die Menschen machen den Abend.

 

Wertschätzung für Fismo

Gross ist deshalb auch die Wertschätzung gegenüber dem Kulturverein Fismo. Hinter einem solchen Anlass stehen unzählige Stunden Arbeit, Planung, Aufbau, Organisation und freiwilliges Engagement. Dass Einsiedeln Jahr für Jahr einen solchen Treffpunkt erhält, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein starkes Zeichen für das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Region. Am Ende blieb der Eindruck eines lebendigen, friedlichen und ausgelassenen Abends. Das Let’s Fetz zeigte einmal mehr, was es ausmacht: starke Musik, ein dankbares Publikum, ein gefeiertes Comeback von Sackgass – und vor allem das Gefühl, gemeinsam an einem Ort zu sein, der für viele längst zur regionalen Identität gehört


Einsiedler Anzeiger / Stefan Bisig

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.04.2026

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