Bühne

Ausserschwyzerin auf dem Ballett-Olymp

Die Pfäffikerin Laura Fernandez-Gromova ist seit September Principal Dancer am Wiener Staatsballett. Am 15. März kommt sie für einen Auftritt nach Zürich.

 Für die Höfner Star-Ballerina Laura Fernandez-Gromova ist ein Traum wahr geworden: Seit September hat sie ein Engagement als Principal Dancer am Wiener Staatsballett. Eine der traditionsreichsten und renommiertesten Tanzinstitutionen der Welt. Seitdem glänzte sie mit Hauptrollen in «Giselle» und Alexei Ratmanskys «Kallirhoe». Aktuell tanzt sie in «Diamonds», dem letzten Teil von George Balanchines berühmten Ballett-Triptychon «Jewels», eine Hommage an die klassische russische Balletttradition. Als Nächstes steht «Manon» auf ihrem Programm.

 

Eröffnung des Wiener Opernballs

In der Funktion als Erste Solistin, wie die Bezeichnung für Principal Dancer in Wien lautet, wird sie morgen Donnerstag auch an der glanzvollen Eröffnung des Wiener Opernballs teilnehmen – unter den Augen von Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern am TV-Bildschirm.

 

Auf dem Höhepunkt der Karriere

Doch wie kam es dazu? Seit 2022 weil-te Laura Fernandez-Gromova als Principal Dancer am staatlichen Opernund Balletttheater im georgischen Tiflis. Eine Europatournee mit «Schwanensee » brachte sie vergangenes Jahr schliesslich nach London. Dort wurde Alessandra Ferri, die frisch gekürte Direktorin des Wiener Staatsballetts und Nachfolgerin des Ostschweizers Martin Schläpfer, auf die 28-Jährige aufmerksam – und bot ihr einen Vertrag an. Die Pfäffikerin zögerte keine Sekunde – in ihren Augen ist Wien die führende Company in Europa. «Ich hätte das niemals erwartet», erzählt sie im Telefonat, und die Begeisterung ist ihr immer noch anzumerken. «In diese Company zu kommen, ist extrem schwierig, und es gibt kaum Verträge. » Ob sie damit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen ist? «Definitiv – ich habe mein Ziel erreicht», ist Laura Fernandez-Gromova überzeugt. Und erhält sie auch Besuch aus der Heimat? «Es haben schon einige Personen aus der Schweiz meine Vorstellungen besucht», erzählt sie erfreut. Darunter ihre Mutter, die bislang jede Vorstellung besuchte. «Das ist für mich etwas ganz Besonderes, da sie mich bisher nur sehr selten begleiten konnte», fügt sie an. Die Distanzen waren einfach zu gross. Auch ihre allererste Ballettlehrerin habe noch keine Vorstellung verpasst. Aber auch Freunde, Bekannte und solche, die sie bislang nicht kannte, fahren nach Wien, um sie zu sehen.

 

Viel Unterstützung aus der Heimat

Eine ältere Dame aus der Schweiz nehme regelmässig die lange Zugfahrt auf sich, um ihre Vorstellungen zu besuchen. «Das berührt mich sehr», fügt Laura Fernandez-Gromova an. Einmal habe sie ihr sogar Schokolade aus der Schweiz mitgebracht. Es habe sie sehr bewegt, so viel Herzlichkeit und Unterstützung spüren zu dürfen. Nach so langer Zeit abseits von Mitteleuropa fühle es sich unglaublich kostbar an, zu wissen, dass Menschen aus der Schweiz hinter ihr stünden und ihre Arbeit mit so viel Herz verfolgten.

 

Designerkleid und roter Teppich

Und der Wiener Opernball? Dem fiebert sie entgegen. «Als Kind war ich Fan des Films ‹Anastasia›», verrät sie. Damit werde ihr Kindheitstraum von einem reich geschmückten Ballsaal und wunderschönen Kleidern wahr. «Wir durften uns im Vorfeld ein Designer-Kleid aussuchen », erzählt sie. Damit geht es später am Abend auf den Roten Teppich.

 

Auftritt in Zürich

Und auch in Zürich wird die Pfäffikerin wieder zu sehen sein – bei der vierten Ausgabe der Gala «Ballett ohne Grenzen » am Sonntag, 15. März (siehe Kasten). Drei Passagen aus Ihrem Repertoire wird sie an jenem Abend zeigen – für die dritte hat sie sich eine Überraschung ausgedacht. Zwar liegt Wien näher als Tiflis – doch der Auftritt in Zürich fordert Laura Fernandez-Gromova einiges ab. Um die Probe in Wien nicht zu verpassen, kann sie erst am Samstagabend anreisen. Da sie am Sonntag keinen Rückflug mehr hat, reist sie am Montagmorgen früh zurück. «Am Montag findet eine erste Hauptprobe mit Orchester auf der Bühne statt», erklärt sie. «Die darf ich auf keinen Fall verpassen.» Vermutlich fällt dabei das morgendliche Balletttraining flach. «Das habe ich noch nie gemacht, ohne Training an eine Hauptprobe», fügt sie an.

Doch die Chance, an einem Abend in Zürich aufzutreten, will sie sich auf keinen Fall entgehen las-sen. «Ich freue mich schon das ganze Jahr darauf. In meiner Heimat aufzutreten, ist etwas ganz Besonderes.»

 

Karriere

Die 28-jährige Absolventin der Tanzakademie Zürich Laura Fernandez-Gromova konnte in ihrer Karriere bereis einige Höhepunkte verzeichnen als Gewinnerin mehrerer Preise am Prix de Lausanne 2016. Sie hat einen Studienabschluss an der renommierten Waganowa-Ballettakademie in St. Petersburg und ein Engagement am Mariinski-Theater als eine von drei «Internationals». Sie war erste Solistin am Stanislawskiund Nemirowitsch-Dantschenko-Theater in Moskau sowie Principal Dancer am staatlichen Opern- und Balletttheater in Tiflis und seit September 2025 tanzt sie als erste Solistin (Principal Dancer) am Wiener Staatsballett, wo sie bereits in diversen Hauptrollen glänzte. 

 

Hinweis

«Ballett ohne Grenzen», Sonntag, 15. März, 18 Uhr, Kongresshaus Zürich. Infos und Tickets unter www. ballettohnegrenzen.ch

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Franziska Kohler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

11.02.2026

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