Musik

Eine Mischung aus bekannter Blasmusik und ausdrucksstarkem Gesang

Zum ersten Mal trat die Feldmusik Gross mit professionellen Sängerinnen auf. Melodien aus Filmen und Musicals sorgten für einen spannenden Hörgenuss. Das Phantom der Oper, die Eiskönigin und Hexen verbreiteten ihren musikalischen Zauber.

Der Dirigent Flàvio Barbosa, Jahrgang 1991, bringt frischen Wind in die Feldmusik Gross. Als Hornist am Zürcher Opernhaus verfügt er über ein grosses Netzwerk. So brachte er die Sopranistin Rosa Maria Hernàndez und ihre Töchter Estela und Mariana dazu, ein gemeinsames Frühjahrskonzert zu veranstalten. Rosa Maria Hernàndez ist Initiatorin von musikalischen Projekten, die das Publikum durch Emotion und Nähe berühren.

 

Die Verbindung von Musical zu Oper

Am Freitagabend war der Vorhang des Theatersaals noch zu. Dahinter erklangen die ersten geheimnisvollen Takte zur Ouvertüre vom Phantom der Oper. Die Ankündigung der Geschichte eines entstellten Musikgenies, der in den Katakomben der Pariser Oper sein Unwesen trieb, kam heftig daher und lautstark, aber immer im Wechsel mit lieblich romantischen Passagen. Diese wurden im folgenden Lied «Think of me» fortgesetzt. Rosa Maria Hernàndez sang ergreifend über schmerzvollen Abschied und Erinnerungen, die zurückbleiben. Beeindruckend verband sie in ihrer Arie den Musical-Stil mit Operngesang.

 

Ein Kinderlied, das Wunder bewirkt 

Frisch und fetzig tauchten die Musiker in die Klangwelt von Tausendundeine Nacht ein. Orientalische Klänge gemischt mit Harlem- Jazz im Broadway-Stil kündigten Aladdin an. Der kleine Dieb verströmte bei seiner Suche nach der Wunderlampe Aufregung und Fröhlichkeit und mit dem Schlussakkord erbrachte er den Beweis, dass Reichtum und Macht nicht glücklich machen. In «My Favourite Things» wurde diese Aussage noch bestärkt. Mariana Hernàndez führte mit ihrem Sprechgesang aus «The Sound of Music» vor, wie positive Gedanken aufmuntern und Ängste vertreiben können. Zu einer simplen Kindermelodie in langsamem Walzer werden Lieblingsdinge aufgezählt. Dieses Lied ist durch Julie Andrews bekannt geworden. Das Stück lehnt sich an die Geschichte der Trapp-Familie (1949) an und passte zum bevorstehenden Muttertag. Ein alleinerziehender Vater von sieben Kindern holte zu deren Betreuung eine Klosterfrau ins Haus. Sie zeigte, dass man auch fremde Kinder wie eine Mutter betreuen kann.

Blasmusik vereint mit lyrischen Texten

Die Eiskönigin Elsa aus dem Musical «Frozen» suchte nach ihrer Identität. Mariana Hernàndez sang «Let it go» in erzählerisch verschwörerischem Stil. Wie ein Mantra erklang: «Was hinter mir liegt, ist vorbei. Endlich frei. Ich lass los, lass jetzt los!» Das emotionalste Lied «For good» aus dem Musical Wicked ist ein Dialog über Freundschaft, Verbundenheit und Dankbarkeit. Rosa Maria und Mariana Hernàndez boten einen ergreifenden Austausch von schwankenden Gefühlen und Versöhnung. Ebenfalls aus Wicked sang Estela Hernàndez «Defying gravity». Ihre Aufforderung, dass man sich befreien und die Schwerkraft überwinden kann, schwappte aufs Publikum über. Mit Vehemenz sang sie von Selbstbewusstsein und Stärke, ein Gänsehautmoment. Die mit anhaltendem Applaus geforderte Wiederholung wurde leider nicht gewährt. Dafür gab es als Zugabe das humorvolle Stück «The Music Man», eine liebenswerte Parodie auf das amerikanische Spiessertum im Marschtempo mit schmetterndem Klang.

 

Einsiedler Anzeiger / Anita Chiani

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.05.2026

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