Literatur

Es ist alles gesagt – und es spriessen neue Ideen

Marcel Kümin hat nach der Familiengeschichte «Kümin Obermühle» den ebenfalls in Wollerau angesiedelten Roman «Verena schweigt» und weitere Bücher veröffentlicht. Das Neueste trägt den Titel «Nie wieder ein Buch».

Der 1961 in Wollerau geborene Marcel Kümin lebt seit 1983 in Zürich. Ausschlaggebend für das Leben in der Stadt waren der Drang «weg von daheim» und die beruflichen Möglichkeiten als kaufmännischer Angestellter. Die Stichworte Internationaler Seidenhandel, ETH und Schule für Gestaltung und Kunst tönen vielversprechend für ein Berufsleben.

Zudem hatte Kümin seit früher Jugend viele weitere Interessen. Er liebte das Lesen und brannte für verschiedenste Musik-Genres, sehnte sich nach Reisen, und verfolgte stets regionale und internationale Politik und Geschichte. Früh fand er dank einem Buch über Ludwig XVI zu seinem Spezialthema «Europäische Monarchien». Anzufügen wäre noch, dass der junge Marcel Kümin während Jahren eifriges Mitglied im Musikverein Verena Wollerau war und dass er zwar viel gereist ist, aber noch nie mit einem Flugzeug.

In «Nie wieder ein Buch» vertieft sich der mittlerweile pensionierte Marcel Kümin ein drittes Mal in die Freuden und Leiden seines Lebens. Wie in den beiden vorangegangenen Büchern «Giulianova» und «Der Ehrenbürger» spielt der Autor mit viel Wahrem und vielleicht noch mehr Erfundenem. Dies in grosser Detailtreue und in seinem persönlichen Stil, der die Leser oft mitleiden und noch mehr mitlachen lässt. Ältere Semester können mitfühlen und werden sicher zustimmend nicken, wenn es um Albträume, alte Werte oder eine Welt ohne digitale Geräte geht.

 

KI – Kümins Intelligenz

Die ersten Reaktionen auf das neue Buch überraschen nicht. Kümin beschreibt seinen Umzug ins Heimatdorf dermassen punktgenau, dass ihm Leser zur Rückkehr gratulieren. Doch halt, es lohnt sich, genau oder allenfalls zweimal zu lesen. «Mehrere Leser bekundeten Freude darüber, dass ich die Pension im Heimatdorf verbringe»,

erzählt der Autor. Allerdings ist genau diese Fährte im Buch erfunden. Zudem merkt er an: «Aber Achtung, zu 100 Prozent von KI geschrieben – von Kümins Intelligenz.» Nun, um den Lesespass nicht zu verderben, kurz zusammengefasst: Marcel Kümins Rentnerleben in Wollerau wird durch aufdringliche Besucher, Post aus Helsinki und ein Phantom aus der Vergangenheit gestört. Schliesslich handelt er und arbeitet seine vergangenen Lebens- und Liebesepisoden auf. Nur zur Ruhe findet er nicht. Aber vielleicht Antworten auf fast vergessene Fragen?

Ob Marcel Kümins Aussage «Nie wieder ein Buch» jetzt definitiv gelten wird, ist nicht ganz klar. Die Freude am Schreiben lebt offensichtlich weiter. «Ideen hätte ich schon, Zeit vielleicht auch», lässt er sich entlocken. Immerhin, die drei nach ähnlichem Muster gestrickten Romane sind eine stimmige Trilogie. Doch, auch das soll einmal gesagt sein, Bücher mit Lokalkolorit werden nur ausnahmsweise zu Bestsellern. Aufwand und Ertrag sind nicht im Gleichgewicht. Die Vermarktung erfolgt direkt über die eigene Webseite www.marcel-kuemin.ch.

 

Im Winterkonzert dabei

Nicht im Buch, aber im Gespräch verrät Marcel Kümin über seine nach wie vor starke Verbindung zu Wollerau: «Nach 40 Jahren werde ich voraussichtlich wieder mit dem Musikverein Verena auf der Bühne stehen – als Sänger im grossen Chor aus Projektchor Höfe und Sängerbund Uster.» Das Werk Carmina Burana von Carl Orff wird am 7. November in Uster und am 28. und 29. November in Wollerau aufgeführt.

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Frieda Suter

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Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

03.08.2026

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