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Hundert Jahre Jodelklänge, die das Herz erfreuen

Tradition, Freude und echte Kameradschaft sind die Garantie für Beständigkeit. Das zeigte der Jodlerklub Alpenrösli an der Jubiläumsfeier. In gemütlicher Atmosphäre erklangen herzergreifende Lieder und flotte Tänze. Humorvolle Rückblicke in alte Protokolle sorgten für Lacher.

Sie sind miteinander durch dick und dünn gegangen. Ein starkes Band aus Loyalität und Treue zeichnet den Jodlerklub Alpenrösli aus. Diese Grundstimmung war am Jubiläumsabend auch unter den Besuchern zu spüren.

 

Anerkennung vom Bezirksrat

Schon Stunden vor Konzertbeginn war der Saal im Zwei Raben am Samstagabend gut besetzt. Die Gebrüder Steinauer spielten zum Auftakt. Zwischen den Musikeinlagen erfuhr das Publikum aus den Rückblicken, wie gross die Herausforderungen in den Anfangszeiten waren. Während der Kriegsjahre fielen Proben und sogar Jahreskonzerte aus. Auch die finanziellen Mittel waren bescheiden. Für die Anschaffung der Trachten war der Klub auf externe Hilfe angewiesen. Jahrelang figurierte in der Bezirksrechnung ein Schuldposten des Jodlerklubs, bis der Bezirksrat beschloss, das Guthaben zu annullieren. Endlich anerkannte man die vielen guten Dienste zugunsten der Allgemeinheit.

 

«Wir Alten müssen zusammenstehen»

Mit einem Schwyzer-Jutz und «Am Sunne-Egge» eröffnete der Jodlerklub Alpenrösli den Abend. Die Dirigentin, Marlen Betschart, konnte leider krankheitshalber nicht dabei sein. Das Schwyzerörgeli-Trio Silvan, Iwan und Stefan folgte. Sie spielten ein filigranes Stück von Kasi Geisser, eine italienische Melodie, durchwoben von Schwyzer Klängen. Der Jodlerklub Echo vom Mythen sang den traditionellen Naturjutz «Dr Fluehöfler» und das Lied «Mues Juchzge» von Paul Meier, in dem besungen wird, wie die unterschiedlichen Jahreszeiten die Menschen aus dem Haus locken. Nächstes Jahr feiert auch das Echo vom Mythen sein hundertjähriges Bestehen. Mit der Bemerkung, «Wir Alten müssen zusammenstehen», überreichte die Gastformation dem Jodlerklub Alpenrösli eine Magnumflasche mit einem Schlummertrunk. Erwähnenswert war, dass ein abtrünniger Einsiedler, Friedel Kälin, im letzten Jahrhundert nach Schwyz gezogen ist und schon 66 Jahre beim Echo vom Mythen mitsingt.

 

Der ganze Saal sang mit

Ein Auszug aus dem Protokoll von 1951 sorgte für Schmunzler. Damals bat der Dirigent Franz Barmettler die Jodler, das Rauchen während der Probe zu unterlassen. Heute ist das unvorstellbar. Dann feuerten die Gebrüder Steinauer mit dem Geissbueb ein, der ganze Saal sang mit. Auch diese Formation ist stark mit dem Jodlerklub Alpenrösli verbunden. 1988 hatten die Steinauers bei einem Jodleranlass ihren Erstauftritt, der in Erinnerung geblieben ist. Sie seien «z’Tod» erschrocken, als der Vorhang plötzlich aufging und alle auf die Bühne starrten. Noch heute würden sie bei jedem Auftritt zittern, witzelten die Brüder. Hell und klar sang der Jodlerklub Alpenrösli «Es Lied, wo s’Härz erfreut» von Adolf Stähli. Es thematisiert, wie sehr Gesang vor Streit und Sorgen schützen kann. Ergreifend erdig erklang die Aussage, eine Menschheit ohne Lieder sei wie eine Heimat ohne Berge, öd und leer.

 

Verbundenheit und Wertschätzung

Nach der Pause ging es weiter mit Dr Ybriger, z’Alp und Dr Sänn, gesungen vom Echo vom Mythen. Es gab Einlagen vom Schwyzerörgeli-Trio und der Jodlerklub Alpenrösli sang das humorvoll zeitkritische Stück Händyfieber von Heinz Güller. Als Abrundung des gelungenen Anlasses wurde das Lied «100 Jahre Jodlerklub Alpenrösli » vorgetragen. Mit Dankbarkeit und Stolz blickten die Jubilaren auf ihre Geschichte zurück. Die Liste der Delegationen aus nah und fern zeigte die Verbundenheit und die gegenseitige Wertschätzung unter den Vereinen. Im Programmheft steht: «Möge der Klang des Jodels auch in Zukunft über Einsiedeln hinaus ertönen.» Das wünschen sich auch die begeisterten Besucher.

 

Einsiedler Anzeiger / Anita Chiani

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Musik
  • Volksmusik

Publiziert am

28.04.2026

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