Bühne

Kiko und Jan brachten das Publikum zum Weinen

Am letzten Freitag lud der Kulturverein Fismo in die Reithalle Wikhart zum «Let’s Comedy» ein. Erstmals standen zwei Comedians auf dem Programm: Der Einsiedler Jan Kälin heizte dem Publikum ein, bevor Kiko den Hauptteil übernahm. Fast alle Plätze in der Reithalle waren besetzt.

So viel vorneweg: Der Comedy-Abend letzten Freitag war von Anfang bis Schluss – ohne Tiefen – lustig. Das Publikum lachte lauthals und konnte sich zeitweise kaum erholen. Die Kombination aus Jan Kälin und Kiko war perfekt. Dass Jan Kälin in Alpthal und Einsiedeln aufgewachsen ist und somit eine ganz besondere, regionale Note einbrachte, darf man als Kirsche auf der Torte bezeichnen.

 

Jan Kälin überzeugte von Anfang an

Als Comedian hat man es weiss Gott nicht einfach, eine Show zu eröffnen. Das Publikum muss erst in Stimmung gebracht werden. Diese Aufgabe meisterte Jan Kälin mit Bravour. Bereits nach der ersten Minute hatten die Besucher Tränen in den Augen, und manch einer kam aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Wer Jan Kälin von früher kannte, stellte fest, dass seine Witze auf echten Personen aus Einsiedeln basierten. So erzählte er von seinen Freunden, die alle so bedeutungsvolle Namen hätten. Auch er wollte immer einen Namen mit Bedeutung – musste dann aber feststellen, dass ihm eine Lehrstelle doch lieber war. Mit seinen Freunden bildete er damals in der Schule eine Gang. Dies verkündete er auch zu Hause ganz klar seiner Mutter: «Mami, ich bi jetzt innere Gang.» – «Und trotzdem bisch du am 10i dihei », erwiderte sie. «Dann war ich eben nur bis 10 Uhr ein Gangster – und im Winter bis 20.30 Uhr, weil es früher dunkel wurde.» Jan Kälin erwähnte auch seinen Vater, im Dorf gut bekannt als «Nebel». Er sei der lustigste Mensch. So gab er einen Witz zum Besten, den er von seinem Vater kannte, welcher für lautes Gelächter im Saal sorgte. Gerne würden wir den Witz hier ebenfalls wiedergeben, aber dieser ist ganz klar nicht «zeitungstauglich». Jan Kälin hätte den Abend locker alleine bestreiten können. Das Publikum und die Lacher hatte er auf seiner Seite. Doch mit dem Auftritt von Kiko gab es für das zahlreich erschienene Publikum noch einen oben drauf.

 

Kiko testet Witze

Kiko stellte von Beginn weg die Rahmenbedingungen seiner Show klar: Er habe sein Notizbuch dabei und wolle in Einsiedeln die Gelegenheit nutzen, seine Witze zu testen, bevor er sie einem «richtigen» Publikum präsentiere. Der «kleine dunkle Sankt Galler», wie er sich selbst nannte, bot ein wahres Feuerwerk an Witzen und Anekdoten aus seinem Leben. Dass seine Hautfarbe dabei eine wesentliche Rolle spielte, brachte er auf sympathische Weise rüber. Er setzte sich für den «Mohrenkopf» ein, berichtete vom Kindergarten, als die Kinder «Wer hät Angscht vorem Schwarzä Maa» spielten und er daraufhin schnell das Weite suchte, erzählte von einem seiner Lieblings-Snacks – «Weggli und Brügeli» –, vom heimlichen «Nielä»-Rauchen und vielem mehr. Kiko bezog auch das Publikum mit ein. «Dean», der Lokführer, und Guido, der Polizist, wurden immer wieder von Kiko befragt. Er verstand es perfekt, auf sie einzugehen und mit ihnen zu «spielen».

 

Jan Kälin zum Zweiten 

Was sicherlich viele erfreute: Nach der Pause stand nochmals Jan Kälin auf der Bühne. Kälin bewies erneut, dass er ein waschechter Stand-up-Comedian ist. Sein Auftritt erreichte eine Qualität, die derjenigen des Main-Acts Kiko in nichts nachstand. Kein Wunder: Die beiden sind beste Freunde und machen schon seit vielen Jahren gemeinsam Comedy. Auch beim Schreiben der Witze helfen sie sich gegenseitig aus.

 

Abschluss von Kiko

Auch im zweiten Teil von Kikos Auftritt flossen die Tränen, und manch einer konnte ein alles übertönendes Gegröle nicht unterdrücken. In Erinnerung blieb beispielsweise Kikos Tipp, um eine Frau kennenzulernen: Er gehe dafür immer in den Tierbedarfsladen «Qualipet». Dort suche er sich Katzenbesitzerinnen, mache ihnen schöne Augen und «lecke» seine «Pfote». Die Frauen im Qualipet seien wirklich super – wenn er es aber mal ganz nötig habe, dann gehe er in den «Fressnapf». Seien es Witze wie diese oder solche im Zusammenhang mit seiner Hautfarbe: Kiko behielt stets Niveau und kam glaubwürdig sowie respektvoll rüber. Dem Publikum war klar, dass er sich selbst und das Leben nicht zu ernst nimmt und auch über sich selbst lachen kann.

 

Fazit

Was am Freitagabend auf der «Let’s Comedy»-Bühne gezeigt wurde, war echter, purer Stand-up. Jan Kälin hatte das Publikum vom ersten Satz an auf seiner Seite. Nicht wenige hatten Tränen in den Augen vor Lachen. Auch Kiko zeigte, dass er ein waschechter Stand-up-Comedian ist: Er liess es Witze regnen – und auch bei ihm war man nicht vor feuchten Augen sicher. Genau so stellt man sich einen Comedy-Abend vor. Wer schon einige solcher Abende besucht hat, darf sagen: Das war quasi gute alte Stand-up-Comedy-Schule – genau so, wie es sein muss.

 

Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

28.04.2026

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