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Kunst & Design
Küssnachter Kulturpreis geht an Alte Fasnacht, Katrin Odermatt, Jewel Ulrich
Am 20. Kulturapéro des Bezirks Küssnacht kamen Kulturschaffende und Kulturinteressierte zusammen, um die Vielfalt des kulturellen Schaffens im Bezirk zu würdigen. Gleichzeitig wurde der 10. Küssnachter Kulturpreis verliehen. Die Alte Fasnacht (Gruppierung), Katrin Odermatt (Einzelperson) und Jewel Ulrich (Nachwuchs) sind die diesjährigen Gewinnerinnen.
Der Kulturapéro ist ein wichtiger Treffpunkt, um den Kulturschaffenden aus den verschiedensten Bereichen Danke zu sagen und ihr Engagement sichtbar zu machen und den Austausch zu fördern. Er bildet jeweils auch den Rahmen für die Küssnachter Kulturpreis-Verleihung. In diesem Jahr haben die Schnitzelbänklerinnen und Schnitzelbänkler der Alten Fasnacht, Katrin Odermatt und Jewel Ulrich bei der Verleihung des 10. Küssnachter Kulturpreises das Rennen für sich entschieden.
Katrin Odermatt: Das Schweizer Sackmesser der Kunst aus Merlischachen
Die Merlischacher Künstlerin Katrin Odermatt verbindet ein vielgestaltiges künstlerisches Werk mit grossem kulturellem Engagement. In ihren Installationen, Skulpturen, Bildern, Videos und Performances schafft Katrin Odermatt Erfahrungsräume, die Erinnerung, Selbstverortung und Reflexion anregen. Ausgehend von persönlichen Erlebnissen und gesellschaftlichen Fragestellungen, entwickelt sie Werke, die individuelle und kollektive Erfahrungen miteinander in Beziehung setzen. Ihre Arbeiten kreisen um Fragen von Identität, Bezogenheit und gesellschaftlicher Verantwortung und eröffnen neue Perspektiven auf das eigene Selbst sowie auf das Miteinander. Sie laden dazu ein, die Welt aufmerksam wahrzunehmen, Verbindungen zu entdecken, Gewohntes zu hinterfragen und sich im Hier und Jetzt immer wieder neu zu verorten. Während zwölf Jahren prägte Katrin Odermatt als Mitglied der Kulturkommission Küssnacht das kulturelle Leben im Bezirk mit, sechzehn Jahre lang engagierte sie sich zudem im Vorstand von SchwyzKulturPlus für die Kultur im Kanton. Als Präsidentin von Visarte Zentralschweiz, dem Berufsverband der professionellen visuell schaffenden Künstlerinnen und Künstler, vertrat sie die Anliegen der Kunstschaffenden in der ganzen Zentralschweiz. Bis heute setzt sie sich unter anderem im Verein Kunst Schwyz, für den Küssnachter Künstlertreff und für das Kulturhaus am Rigi ein. Darüber hinaus wirkt sie als Kuratorin, Projektleiterin und Jurymitglied. Mit ihrem Buch «Selbstverortung», das während ihres Atelieraufenthalts in New York entstanden ist (erscheint dieser Tage) geht sie neue Wege und verwirklicht ein weiteres Projekt.
Jewel Ulrich wurde inspiriert von der Geschichte der Frauenkleidung
Kreativität begleitet die 19-jährige Jewel Ulrich, welche den Nachwuchspreis gewann, schon ihr ganzes Leben. Zeichnen, Skizzieren, Singen und Nähen waren für sie früh Möglichkeiten, eigene Ideen auszudrücken. Besonders das Nähen, das sie im textilen Gestaltungsunterricht der Primarschule entdeckte, entwickelte sich über die Jahre zu einer immer grösseren Leidenschaft. Zunächst entschied sie sich für eine Ausbildung zur Grafikdesignerin an der Fachklasse Grafik Luzern, die sie dieses Jahr erfolgreich abschloss. Sie setzte eigene Nähideen und -projekte um, experimentierte mit verschiedenen Formen und Materialien und fertigte auch einzelne Stücke für Freunde an. In ihrer Abschlussarbeit «TIED!» brachte sie schliesslich Grafik und Mode zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kleidung Macht ausdrücken und den Körper formen kann. Inspiriert von der Geschichte der Frauenkleidung, dem Korsett und der Symbolik klassischer Businesswear entstanden zwei Looks aus recycelter Herrenbekleidung. Korsett, Anzughose und Krawatte werden aus ihrem gewohnten Kontext gelöst und neu interpretiert. Historische und gesellschaftliche Themen wie Geschlechterrollen, Unterdrückung und Autorität werden so in eine zeitgenössische Form übersetzt. Die beiden Looks werden in einem selbst gestalteten Editorial zusammengeführt, das die Arbeit als Magazin fotografisch und grafisch weiterführt. Jewel Ulrich möchte auch künftig Mode mit einer eigenen Aussage gestalten: Statement Pieces mit einer Geschichte, die Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen. Während sie ihr Fashion-Design-Portfolio weiterentwickelt, möchte sie erste praktische Erfahrungen in der Modewelt sammeln.
Gruppenpreis geht an Alte Fasnacht Küssnacht
Bereits seit rund 50 Jahren findet jeweils am Sonntag nach Aschermittwoch die Alte Fasnacht in Küssnacht statt. Es ist ein Ereignis, das sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einem festen, sehr beliebten Bestandteil des kulturellen Lebens im Bezirk entwickelt hat. Die sogenannten Schnitzelbänke sind eine Tradition voller Freude und natürlich auch mit ein bisschen Schadenfreude. Jeder Lapsus, vor allem von namhaften Küssnachterinnen und Küssnachtern, wird von den Schnitzelbänklerinnen und Schnitzelbänklern mit Freuden vorgetragen. Das Publikum ist jedes Jahr gespannt, wer wohl auf die Schippe genommen wird. Die Einzelakteure und Gruppen starten jeweils am Nachmittag in den beiden Alters- und Pflegeheimen in Küssnacht und Immensee. Abends geht es dann in neun Küssnachter Lokalen weiter. Diese Lokale sind immer proppenvoll. Es waren in den vergangenen Jahren jeweils um die 1000 Besuchenden, die an diesem Sonntagabend bis spät in die Nacht den Geschichten und Sprüchen lauschten. Die «Altfasnächtler» zählten zum dritten Mal zu den Finalisten für den Kulturpreis des Bezirks Küssnacht und machen diesmal das Rennen. Die Alte Fasnacht ist mehr als nur ein Ereignis – sie ist ein lebendiges Stück Kultur und Gemeinschaft, das die Dorfkultur seit vielen Jahren bereichert und Menschen zum Lachen bringt.
20. Kulturapéro
Zum 20. Jubiläum des Kulturapéros hat die Kulturkommission ehemalige Gewinnerinnen und Gewinner des Küssnachter Kulturpreises in einem Video zu Wort kommen lassen. Sie erzählten, was der Kulturpreis für sie persönlich bedeutet, was sie an der Kultur in Küssnacht schätzen und welche Wünsche sie an den Bezirk haben. Die Antworten zeigen die Vielfalt der Kulturszene: Gewünscht werden unter anderem eine weiterhin starke Unterstützung und Würdigung der Kultur sowie bessere und zusätzliche Infrastruktur für Kulturanlässe. Gleichzeitig ist Dankbarkeit spürbar – insbesondere dafür, dass im Bezirk unterschiedlichste Kulturrichtungen Unterstützung und Anerkennung erfahren.
SKP reda / amtl
Autor
SchwyzKulturPlus
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