Bühne

Literatur

Projekt «Lesezeit Einsiedeln» läuft seit vier Jahren

Am letzten Mittwochnachmittag fand anlässlich des Schweizer Vorlesetags ein spannender Anlass statt: Zwei Spielerinnen der Theatergruppe Avantt erzählten und spielten die Geschichte «Füchse lügen nicht». Auch das Publikum wurde eingebunden.

Das Projekt «Lesezeit Einsiedeln» funktioniert so: Ehrenamtliche Lesepatinnen und Lesepaten treffen sich am Mittwochnachmittag mit Kindern und Jugendlichen, um deren Lesefreude und -kompetenz zu fördern. Für den vergangenen Mittwoch liessen sich die Projektmitglieder, in Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Bibliothek, etwas Besonderes einfallen.

Das war viel mehr als «nur» Vorlesen 

Vor einem halben Jahr erhielt die Schwyzer Theatergruppe Avantt von der «Lesezeit Einsiedeln» die Anfrage, ob sie eine von ihnen gewählte Kindergeschichte in interaktiver Form vortragen könnte. Gesagt – getan! Micha Hartmann und Eliane Lumpert machten sich an die Arbeit, nachdem sie sich für «Füchse lügen nicht» des deutschen Schriftstellers Ulrich Hub entschieden hatten. Dass weniger Kinder als angenommen erschienen, lag wohl auch am tollen Sommerwetter.

Jedenfalls tauchte man mit einem Warm-up, wo gelacht, getanzt und auch etwas geschrien werden durfte, ins Stück ein. «Alle Flüge sind ersatzlos gestrichen! », verkündet der Hund vom Sicherheitsdienst. Und so sitzen der Tiger, die Gans und die beiden Schafe in der Flughafen- Lounge fest. Ein feuerrotes Tier taucht auf und stellt sich als Fuchs vor. Mit diesem neuen Freund lässt sich eine knallige Party, durch den Tiger organisiert, feiern; doch am nächsten Tag fehlt vom Fuchs jede Spur und auch alle Reisepässe sind weg. Als er wieder zurückkehrt, stürzen sich die Tiere auf ihn. Toll, wie die beiden Spielerinnen diese «wüste Szene» vortrugen! Der Fuchs gibt die Pässe wieder zurück und warnt die anderen Tiere, dass der Flughafen in Gefahr sei. Sie glauben ihm nicht, erkennen aber später, dass er die Wahrheit gesagt hat. Gemeinsam fliehen sie und halten zusammen. Der einsame Fuchs wird als jemand gesehen, der Freundschaft sucht.

 

Freunde statt Feinde

Ehemalige Feinde werden zu Freunden. Die beiden Spielerinnen traten zum Schluss in einen Dialog mit den Schülern. Welche Figur wärest du am liebsten? Wenn du der Fuchs wärest: Was hättest du gemacht? Schnell wur-de aus den Antworten klar, dass man nicht alles glauben soll, nur weil jemand sympathisch wirkt. Und wer andere täuscht, tut das manchmal aus Angst oder – wie im Falle des Fuchses – aus Einsamkeit.

Im Anschluss an die Veranstaltung bedankte sich Heidi Müller, Leiterin der Öffentlichen Bibliothek, beim Projekt «Lesezeit Einsiedeln» für den Support. Gerne freut man sich auf eine Wiederholung eines solchen Anlasses!

 

Einsiedler Anzeiger / Werner Bösch

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

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  • Literatur

Publiziert am

02.06.2026

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