Dies & Das

Raritäten aus dem häuslichen Leben

Das Marchmuseum ist wie eine Schatztruhe. Es zeigt Rares und Geheimnisvolles aus der Landschaft March und ihren Menschen.

Vergangenen Sonntag öffnete die Kraftwerkzentrale Rempen oberhalb von Siebnen wieder ihre Türen – wie an jedem zweiten Sonntag im Monat. Dort befindet sich das Marchmuseum, das Geschichte und Kultur der March sowie Einblicke in Land und Leute bewahrt. Es ist ein wahrer Schatz an «gelebtem Leben », der sich in diesen Räumen findet und auf Blick und Tritt inspiriert.

 

Notwendig und nützlich

Adrian Oberlin stellte die neuesten Zugänge vor, die aber schon vor einiger Zeit platziert wurden. Zwei Stücke, ein festlicher Sonntagstisch, der eine gute Stube in Innerthal geschmückt hat-te, und eine gut erhaltene Tret-Nähmaschine wurden hervorgehoben. «Diese Nähmaschine stammt ursprünglich aus einem Haushalt einer Diet-helm- Familie in Innerthal. Wir wissen, dass sie später nach Nuolen gelangte, verschenkt und von der Familie Kälin restauriert wurde. Markus Kälin hat die voll funktionsfähige Rarität dem Marchring übergeben», erschliesst der Präsident des Marchrings, Adrian Oberlin, die Herkunft. Die «Phoenix Schnell» sei einst ein gängiges Modell in der March gewesen. In derselben guten «Marchstube» stehen auch Trachten, darunter eine sehr alte und kostbare seidene Festtagstracht, wie sie lange nicht mehr getragen wird – wohl ein Unikat.

 

Rätselhaft trotz langer Suche

Ein weiteres Kernstück ist ein Holztisch mit grossem Schiefereinsatz, der vermutlich als Mitgift von Innerthal nach Altendorf gelangte. Zuvor aber stand dieser Schiefertisch in der Stube des letzten Gemeindepräsidenten von Innerthal (bevor es geflutet wurde), Franz Josef Schätti.

«Wir können die Herkunft unserer Raritäten nicht immer restlos aufklären», sagt Oberlin. Und manches liege noch im Dunkeln: «Da gibt es den Hannissepp Diethelm, das Wägitaler Kräutermandli. Dieser lebte von 1861 bis 1928 und wusste sehr viel über Kräuter und ihre Anwendung. » Der Marchring habe bis-her vergeblich nach den vier Kräuterbüchern gesucht, aus denen er offenbar sein Wissen hatte. Trotz der Suche bleibt dieser Mensch, der «mehr konnte als andere», geheimnisvoll. Am Ende seines Lebens kam er gewaltsam zu Tode.

Andere Dokumente zu Familien, Schulen, Bezirk, Kriegsgeschehen, topografische Schriften, Bücher in Ledereinband, zumeist kirchlich, Bilder, Möbelstücke, auch viel Fasnächtliches, sind da weit aufschlussreicher und geben Einblicke in eine (aus heutiger Sicht) einfache Bevölkerung, deren Bildung und tägliches Auskommen hart erarbeitet werden musste.

«Wir sind in unserer Arbeit auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen und danken auch sehr dafür. Wir freuen uns über aussagekräftige Neuzugänge. So kann das Museum weiterhin ein Mehrwert für alle sein», so Oberlin.

Das Marchmuseum im Rempen gibt es seit 1977, und was als Provisorium begann, dürfte gemäss Planung der Stiftung Steinhaus Tuggen im renovierten Steinhaus – hoffentlich bald – definitive Räumlichkeiten finden. 

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Johanna Mächler

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kontakt

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

15.09.2026

Webcode

www.schwyzkultur.ch/t3xNVA