Film

Schwyz wurde zum Treffpunkt für Filmfans und Filmschaffende

Mehr als dreissig Filme und zahlreiche Premieren: An den Schwyzer Filmtagen gab es einige Leckerbissen zu geniessen.

«Es war die aufwendigste Aufführung des diesjährigen Programms», meinte Benno Camenzind, Organisator der Schwyzer Filmtage. Am Freitagabend konnten gut hundert Gäste bei der Comedy- Night mehrere Highlights geniessen. Der Abend startete mit dem Stummfilmklassiker «Big Business» (1929). Mit der Musik dazu, die Martin Skalsky dazu bereits vor 20 Jahren aus der Feder geflossen ist, untermalte das Jugendorchester Innerschwyz (Jois) unter der Leitung von Olivera Sekulic die Filmbilder gekonnt. Sekulic kennt Skalsky seit Studienzeiten und wollte schon im Frühjahr mit dem Jois ein Konzert dazu aufführen. «Leider gab es erst technische Probleme und in der Kollegikirche keine Leinwand, sodass wir das Konzert ohne Skalsky aufführen mussten. Dann habe ich Benno Camenzind die Idee ‹Konzert mit Film› vorgestellt », verriet sie. Die 4. Filmtage passten perfekt, und der Mythenforum-Saal bot einen idealen Rahmen. «Ob dieser Film heute noch so gedreht werden könnte, ist fraglich. Er ist schon ein wenig gewalttätig», meinte Camenzind verschmitzt vor dem Start, denn auch wenn es heftig zuund herging, mussten viele Gäste herzhaft über die vielen Slapstick-Szenen lachen. «Es ist wirklich etwas vom Schwierigsten, so im Timing zu bleiben – herzliche Gratulation ans Orchester», lobte auch der Komponist Skalsky.

 

Viel Sand beim «Sandmann»

Zudem wurde der Schweizer Film «Der Sandmann» gezeigt. Auch dazu hat Skalsky die Filmmusik komponiert. Der Low-Budget-Film erhielt damals viele Auszeichnungen. Vor dem Film zeigte Irene Murer, unterstützt vom Jois, ihr sängerisches Können und interpretierte den Filmsong «Tango im Schwane» von Frölein Da Capo. «Ich bin sehr gerne als Gast hier und geniesse den Abend», verriet Skalsky. (lim)

 

«Das Erbe der Bergler» kehrt zurück

20 Jahre nach der Premiere wurde das Zeitzeugnis «Das Erbe der Bergler» von Erich Langjahr im grossen Saal des Mythenforums gezeigt. Im August sind die Wildheuer jeweils im Heuberig hoch über dem Muotatal unterwegs. Mit Sensen, Heugaren, Seilen und schweren Schuhen steigen sie in die steilen Planggen hinauf. Diese traditionelle Bewirtschaftungsweise wird immer seltener gepflegt. Umso wichtiger sind filmische Zeitzeugnisse. Dreharbeiten erstreckten sich über vier Jahre An der Aufführung am Samstag dabei waren auch Erich Langjahr und Silvia Haselbeck, die den Film produziert haben. «Am 31. Juli 2001, also am Tag, bevor die Wildheuer in die Planggen stiegen, war unser erster Drehtag», erinnerte sich Langjahr. Den Aufstieg in den Hinteren Heuberig habe er als sehr abenteuerlich in Erinnerung. Damals seien sie allerdings mit Seilen gesichert gewesen. Die Dreharbeiten erstreckten sich über vier Jahre. «Ich wollte bei allen Arbeitsabläufen, also vom Mähen im Sommer bis zum Heutransport mit dem Hornschlitten im Winter, selber dabei sein», begründete er die lange Dauer der Dreharbeiten. 2006 erlebte der Film am Internationalen Filmfestival in Locarno seine Uraufführung. Nun liegt er in einer technisch neu aufbereiteten Fassung vor. «Benno Camenzind vom Kino Schwyz fragte mich erfreulicherweise an, ob wir den Film an den Schwyzer Filmtagen als Vorpremiere zeigen könnten», so Erich Langjahr. Die eigentliche Premiere finde dann zusammen mit den Protagonisten am 16. Januar 2027 im Kino Muotathal statt. (reb)

 

Wallfahrtsfilm weckt Interesse

Moderator Martin Simeon begrüsste am Freitagabend einige Besucherinnen und Besucher im Saal Orange des Kinos Schwyz zum Dokumentarfilm «Im Schatten der Madonna – Einsiedler Wallfahrt im Wandel». Passend zum Titel beginnt der Film aus dem Jahr 2013, an dem auch Benno Kälin mitgewirkt hat, mit faszinierendem Lichtund Schattenspiel rund ums Kloster Einsiedeln. Der spannende Dokumentarfilm zeigt viele Aufnahmen vom Dorf, vom Gewerbe, von kirchlichen Zeremonien und der Wallfahrt, auch aus der Zeitgeschichte, und lässt viele Einsiedler Persönlichkeiten zu Wort kommen.

 

Schafböcke, Kerzen und «Bätis»

Das Einsiedler Gewerbe hat über Jahrhunderte mehrheitlich von der Wallfahrt gelebt: Die Herstellung von Schafböcken, Kerzen und Gipsfiguren oder das Knüpfen von Rosenkränzen werden im Film gezeigt. Abt Martin Werlen zieht im Interview das Fazit, dass heute neue Formen der Wallfahrt gefunden werden sollten, der Ort und das Kloster Einsiedeln übten auf viele Wallfahrende nach wie vor eine grosse Anziehungskraft aus. Neben der jährlichen Jugendwallfahrt gebe es heute eher kleinere Gruppen und Einzelreisende – auf diese solle man eingehen. Gelernter Fotograf und Kinobetreiber Regisseur Franz Kälin beantwortete die Fragen aus dem Publikum aufmerksam. Er erzählte, dass er ursprünglich einen Film über Kunsthandwerk in Einsiedeln machen wollte und sich im Verlauf der Arbeit das Thema Wallfahrt herauskristallisierte. (ra)

 

Bote der Urschweiz / Reto Betschart, Ruth Auf der Maur und Sandra Limacher

Autor

Bote der Urschweiz

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Kategorie

  • Film

Publiziert am

31.08.2026

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