Kunst & Design

Urzeittiere erobern Auslandschweizerplatz

Der Auslandschweizer Künstler Vincent Ineichen hat seine Kunstresidenz in Brunnen abgeschlossen.

Während mehrerer Wochen wurde in Brunnen recherchiert, gezeichnet und geschweisst. Am Samstag fand die diesjährige Kunstresidenz der Fünften Schweiz ihren Abschluss. Vincent Ineichen aus Toulouse präsentierte auf dem Auslandschweizerplatz die Werke, die während seines Aufenthalts entstanden sind. Im Zentrum seines Projekts standen die prähistorischen Seeufersiedlungen am Vierwaldstättersee. Ineichen beschäftigte sich intensiv mit der Geschichte der Region und setzte seine Erkenntnisse schliesslich in Tierskulpturen aus Metall um.

 

Drei Meter hohe Zeugen der Vergangenheit

Bereits Anfang Juni war Ineichen für eine Recherchephase nach Brunnen gekommen. Seine Nachforschungen führten ihn unter anderem ins Museum Luzern und in den Gletschergarten. Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt in Frankreich kehrte er im Sommer nach Brunnen zurück und richtete sein Atelier an einem besonderen Ort ein – beim Nordportal des ehemaligen Bahntunnels an der Olympstrasse. Dort zeichnete er die teils bis zu drei Meter hohen Tiere und deren Skelette zunächst in Originalgrösse auf die Betonwände. Die Zeichnungen dienten ihm als Vorlage für die lebensgrossen Skulpturen, die er anschliessend aus Metall fertigte. Dabei entstand auch technisch eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die dargestellten Tiere lebten in einer Epoche lange vor der Metallverarbeitung. Jahrtausende später liess Ineichen sie nun mithilfe moderner Schweisstechnik wieder Gestalt annehmen. Die Bevölkerung konnte den Entstehungsprozess während zweier offener Ateliertage mitverfolgen. Auch Schülerinnen und Schüler wurden in das Projekt einbezogen. In einem Workshop erhielten sie Einblick in Ineichens Arbeit und schufen aus Materialien aus ihrer Umgebung eigene Werke.

 

Seit zehn Jahren ein Bindeglied zur Schweiz

Mit der Präsentation auf dem Auslandschweizerplatz endete nun Ineichens Aufenthalt in Brunnen. Die Finissage wurde von Alphornklängen begleitet, zudem richtete der Künstler einige Worte an die Besucherinnen und Besucher. Die Kunstresidenz wurde 2016 vom heutigen Gemeinderat Norbert Mettler ins Leben gerufen und feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Auf die Frage, ob neben dem Kunstwerk «The Sun» von Ugo Rondinone auf dem Auslandschweizerplatz auch prähistorische Tiere ein Zuhause finden, verweist Norbert Mettler auf die Stiftung als Eigentümerin des Auslandschweizerplatzes. Die Arbeiten von Ineichen stehen nun privat zum Verkauf. «Die Werke von Vincent Ineichen finde ich sehr originell. Sie erinnern mich etwas an die Arbeit von Alberto Giacometti. Wenn ich einen etwas grösseren Garten hätte, würde ich mir gerne so ein prähistorisches Tier hinstellen. Aber leider habe ich nur einen Balkon», so Mettler. Vincent Ineichen ist nach den Residenzen von 2016, 2017 und 2024 der vierte Gastkünstler des Projekts. Die Kunstschaffenden erhalten die Möglichkeit, während mehrerer Wochen vor Ort zu arbeiten und sich künstlerisch mit ihrer zweiten Heimat auseinanderzusetzen.

 

Bote der Urschweiz / Petra Imsand

Autor

SchwyzKulturPlus

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Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

24.08.2026

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