Literatur

Von «so möchte ich sein» zu «so bin ich»

Heute erscheint Blanca Imbodens 18. Buch im Wörterseh-Verlag. Der Roman «Blumen schenke ich mir selbst» spielt in Engelberg und überrascht mit einer spannenden Handlung, Leichtigkeit und Tiefgang.

Schon das Cover des neuesten Imboden-Romans in Blancas Lieblingsfarbe Gelb mit einem riesigen, bunten Blumenstrauss lädt zum Lesen ein. Der Text beginnt mit dem Aufwachen der Hauptfigur Romy Reichlin. Sie kommt schnell auf den Grund, der sie ins Luxushotel in Engelberg geführt hat. Ihr Verleger hat sie überredet, respektive dazu verknurrt, einen Kurs zum Thema «Kreatives Schreiben» zu leiten.

Bei acht Teilnehmenden mit ebenso vielen Lebensgeschichten finden sich nicht nur unterschiedliche Charaktereigenschaften. Manche zeigen auf den zweiten Blick, dass sie auch andere Seiten entfalten können. Romy Reichlin mausert sich schnell von der frustrierten Autorin, die sich unter Glück etwas anders vorgestellt hat, zur versierten und mutigen Kursleiterin. Es zeigt sich, wie aus Fremden eine Gemeinschaft entstehen kann. Und dass Glück nicht unbedingt in der Erfüllung der eigenen Pläne liegt. Für die Details empfiehlt sich das genüssliche Lesen von «Blumen schenke ich mir selbst».

 

Die erste Idee ging nicht auf

Wer nun denkt, dass Blanca Imboden einfach einen Monat für Recherchen über ein Grundthema braucht und dann an den Computer sitzt und das neue Buch schreibt, täuscht sich. «Schreiben ist ein einsamer Job», sagt die erfahrene Autorin. Gerade das aktuelle Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht immer alles rundläuft.

Nach der ersten Schreibphase zeigte sich, dass die Idee zu wenig tragend war. «Ich fühlte mich demoralisiert», sagt sie im Rückblick. Mit Unterstützung ihrer Verlegerin und einem umfassenden Brainstorming bekam das Projekt «neuen Wind unter die Flügel». Im Rückblick sagt sie: «Romy ist so, wie ich es gerne wäre.» Wobei sie explizit den Buchtitel ausklammert. «Ich habe mir noch nie selber Blumen gekauft. Ich schaue ohnehin nicht gerne zu, wie Schnittblumen in der Wohnung verwelken.»

 

Die vielen Wege zum Glück

Blanca Imboden überrascht immer wieder. Sie hat schon zahlreiche Themen, die fast jede Person im Leben betreffen können, in einer Stadt oder einer bestimmten Region verortet. Für den neuesten Roman liefert Engelberg den Hintergrund. «Ein lange gehegter Traum, denn meine Mutter stammt von dort, und ich habe als Kind viele Ferienwochen in Engelberg verbracht», verrät die Autorin. Die Recherchezeit für den Roman «Blumen schenke ich mir selbst» umfasste je zwei Wochen im Kloster Engelberg und im neuesten Fünfsterne-Hotel, dem Kempinski Palace. Im Hotel durfte sie puren Luxus geniessen, im Kloster eine bereichernde Atmosphäre erleben. «Dieser Monat war der allerschönste im vergangenen Jahr», zieht sie Bilanz. Der Aufenthalt in Engelberg als Gast habe ihr die Augen geöffnet für die Qualität dieses Ortes. Sie habe mit unzähligen Menschen unglaublich schöne Gespräche erlebt. «Darüber hinaus habe ich auch noch manches über meine Familiengeschichte herausgefunden», zieht sie Bilanz. Ihren neuen Roman widmet sie «all den Frauen, die den Mut finden, sich selbst mehr zu lieben als den Traum, nur zu zweit glücklich sein zu können».

 

Auf zu neuen Ufern

Als Blanca Imboden einen passenden Platz für die Schreibphase ihres Buches suchte, meldete sich ein ehemaliger Schulkollege, der jetzt in Thailand lebt, und bot ihr sein Gästehaus an. Dieses Angebot passte. Unter anderem, weil der Buddhismus schon bei der Recherche für das aktuelle Buch ein Thema war. Dieser erste Aufenthalt im asiatischen Land bewegte Blanca Imboden zu einer Fortsetzung. «Ich wollte das Land auch in der Regenzeit erleben und neu geknüpfte Kontakte weiter pflegen», sagt sie. Zudem habe sie nach Themen für einen neuen Roman gesucht – und festgestellt, dass es hierzulande keine Romane über Thailand gebe. Kurzerhand fixierte sie dieses Thema für ein nächstes Buch.

Als nächste Frage drängt sich «Thailand für immer?» auf. Und tatsächlich, da Blanca Imboden 2027 das Pensionsalter erreicht, möchte sie «etwas Tempo herausnehmen». Ihr nächstes Buch ist das erste ohne fixes Abgabedatum. Und ja, sie hat ab kommendem Sommer ein Haus in Thailand für drei Jahre gemietet. Schon über Weihnachten reist sie wieder hin und erfüllt sich den Wunsch, einmal über die Festtage weg zu sein. Ob sie für immer bleibt, wird sich weisen. Aktuell gibt es eine ganze Menge zu regeln. Für das aktuelle Buch stehen bereits zahlreiche Lesungen an, wobei sie ihrem Publikum gerne Einblicke in ihr vielfältiges Leben gibt.

Und die Glücksfrage, die im neuen Buch immer wieder auftaucht? Dafür gibt es sicher viele Rezepte. Als in Thailand ein Bienenschwarm vor dem Haus landete, erklärte man ihr, dass Bienen Glück bringen. Einzig auf diese Redewendung will sie nicht bauen. Aber: «Ich habe im Sommer zwei Monate probegewohnt. Ich kann mir wirklich vorstellen, dort glücklich und allein zu leben. Wenn es wichtig ist, kann ich ja für Ferien in die Schweiz reisen.»

 

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Frieda Suter

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

22.09.2026

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