Spannung und sanfte Töne: Stefan E. Zürrer las in Steinen aus seinem ersten Roman. Thomas Bachmann begleitete ihn an der Gitarre mit passenden Klangbildern. Bild Christoph Jud
Spannung und sanfte Töne: Stefan E. Zürrer las in Steinen aus seinem ersten Roman. Thomas Bachmann begleitete ihn an der Gitarre mit passenden Klangbildern. Bild Christoph Jud

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200 Seiten über Liebe und Tod in Island

Der Sattler Stefan E. Zürrer hat seinen ersten Roman veröffentlicht. Darin erzählt er die tragische Geschichte dreier Geschwister in Island. «Tod am Gullfoss» ist eine erfundene Handlung an realen Schauplätzen.

Am vergangenen Freitagabend herrschte eine Stunde angespannte Ruhe im Baumfigurenkabinett in Steinen. Stefan E. Zürrer, der sich in der Region einen Namen als Landschaftsfotograf gemacht hat, las aus seinem Erstlingswerk als Schriftsteller vor. «Tod am Gullfoss» lässt schon imTitel Spannung, Tragödie und allenfalls kriminalistische Einflüsse ahnen. Und so ist es auch. 20 Besucher der Lesung erfuhren spannende Ausschnitte aus Zürrers 200 Seiten umfassendem Roman, der sich wegen der kriminellen Handlungen in seinem Ablauf durchaus als Krimi bezeichnen darf. Und als ein spannender Krimi dazu. Das Familiendrama liest sich leicht, man möchte die Spannung nicht durch Unterbrechungen beim Lesen abbrechen lassen. Nebst Liebe,Tod und Schmerz lässt Zürrer einen darin auch die Insel Island kennenlernen.Der «Bote» sprach mit dem 49-jährigen Neo- Schriftsteller.

Seit wann schreiben Sie, und ist das Ihr erstes Buch?

Ich habe schon ab und zu Geschichten verfasst, aber nur für mich. Bisher wurde noch nie etwas von mir veröffentlicht.

Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Es war ein Erlebnis, als ich dieses Bild fotografierte (er zeigt auf das Foto auf dem Cover des Buches, welches den vereisten Gullfoss-Wasserfall zeigt). Das war so speziell. Ich begab mich unter Lebensgefahr auf vereisten Flächen an den Abgrund desWasserfalls. Dies war für mich ein derartiges Erlebnis, dass ich die Nacht darauf keine Stunde schlafen konnte. Da fand ich, zu diesem Erlebnis sollte man eine Geschichte schreiben.

Stecken autobiografische Züge in diesem Buch?

Sicher, dass es ein Schweizer Fotograf ist, welcher nach Island reist. Und dass er sich dorthin begibt, wo ich überall auch schon war.Alle beschriebenen Orte habe ich besucht. Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, wie die Figur Markus Widmer im Roman ein Jahr lang dort zu leben, zu fotografieren und einen Fotoband herauszugeben.

Wie lange hielten Sie sich in Island auf?

Ich war in den letzten vier Jahren sechsmal drüben.

Was gefällt Ihnen am Schreiben?

Die völlige Freiheit, Sachen geschehen zu lassen, die einem in den Sinn kommen. Du kannst Menschen sterben lassen, es geschieht nichts.

Was hat Sie zum Schreiben bewegt, nicht unbedingt auf dieses Buch bezogen?

Es gibt Menschen, die lieber schreiben als reden. Das ist bei mir so. Ich kann mich schriftlich besser ausdrücken als mündlich. Und das persönliche Erlebnis am Gullfoss niederzuschreiben und mit einer erfundenen Geschichte zu umrahmen, das hat mich gereizt.

Bote der Urschweiz / Christoph Jud

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

03.10.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/TiQbaG