Musik

175-Jahr-Jubiläum in aller Frische gestartet

Die Theatergesellschaft Arth feiert Geburtstag. Zum Auftakt gabs ein fulminantes und längst ausverkauftes Neujahrskonzert.

Drei Jahre vor der Gründung der Theatergesellschaft Arth 1851 befand sich die Schweiz im Sonderbundskrieg, die liberalen Kantone kämpften gegen die konservativen. In dieser umkämpften Zeit begann man mit dem Theaterspiel. Was war das für eine Gegenbewegung! Der Schwung von damals hält bis heute an. Was im Neujahrskonzert – aus Anlass des 175-Jahr-Jubiläums angesetzt – intensiv zu spüren war. Ein Moderator in Höchstform – Präsident Sandro Forni persönlich – begrüsste die auf das Programm gespannten Gäste im ausverkauften Saal, gab Hinweise auf die eindreiviertel Jahrhunderte lange Geschichte, wies auf Melodien, Inhalt, Solistinnen, Solisten und das Orchester hin und würzte alles mit einer Prise Schalk. Er vergass nicht, sich kurz und prägnant zu halten – gekommen war das Publikum ja, um Musik zu erleben und zu geniessen.

 

Sie haben nichts voneinander gewusst 

Knapp fasste er so nach dem Start zusammen: «Es erwarten Sie völlig unterschiedliche Tonsprachen, mal Solo, mal Gesamtklang, mal beschwingt, mal nachdenklich, temporeich, vielseitig – genau so, wie Sie es gerade in der Ouvertüre zu ‹Orpheus in der Unterwelt› gehört haben … und genau so vielseitig wie die Geschichte des Theaters Arth.» Natürlich hatte Forni zum Komponisten eine wichtige Information zu verbreiten: «Vor ungefähr 175 Jahren hat mit Jacques Offenbach das Genre Operette angefangen, lebendig zu werden, in Paris … und hier in Arth ist die Theatergesellschaft gegründet worden. Beide haben aber noch nichts voneinander gewusst.» Während der folgenden eineinhalb Stunden entführten die Orchestermusikerinnen und -musiker sowie die Solistinnen und Solisten – die einheimischen Rahel Bünter und Jonathan Prelicz sowie die auf der Arther Operettenbühne in vielen Produktionen ebenso gefeierten Melanie Adami und Simon Witzig – das Publikum in die Welt glücklicher und weniger glücklicher Liebesmomente. Sie parodierten Männer, die Grenzen nicht kennen, liessen einen chinesischen Prinzen an Sehnsucht leiden und Walzerträume leben. 

 

Von der Alp auf die Operettenbühne

Christian Gwerder, bekannt geworden mit seinem Film «Von der Alp auf die Musicalbühne» präsentierte mit «Bring ihn heim» aus «Les Misérables» ein Gebet, ja fast eine Hymne, die das besondere, freudige und unterhaltsame Konzert mit einer innigen Note bereicherte. Nach Soli und Orchesterstücken standen Duette auf dem Programm, in welchen die Singenden nicht nur wie bereits zuvor stimmlich überzeugten, sondern auch gleich in ihre Rollen schlüpften, miteinander agierten und spielten. Der Applaus aus dem Saal schwoll mit jedem Stück an, bis zuletzt alle gemeinsam mit dem von Beat Blättler hervorragend geleiteten Orchester hörbar machten, warum das Theater Arth und seine Operetten auch die nächsten Jahre das Publikum anziehen und verwöhnen wird. Apropos Orchester: Ein Zuhörer war sich sicher, dass viel mehr Mitglieder auf der Bühne sitzen müssten. Er habe es x-mal durchgezählt und sei immer nur auf 19 Musikerinnen und Musiker gekommen. Aber der Klang sei einfach wirklich viel grösser gewesen. Abgeschlossen wurde das Neujahrskonzert standesgemäss mit einer Standing Ovation und – wie es sich für einen so hohen Geburtstag gehört – mit einem Apéro, der von der gratulierenden Gemeinde Arth offeriert wurde.

 

Bote der Urschweiz / Christian Ballat

Autor

Bote der Urschweiz

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  • Musik

Publiziert am

05.01.2026

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