Markus Hürlimann (links) und Erich Ketterer mit Staffelei, Schemel und Malerkiste des Künstlers: In der Hand das Porträt einer seiner Töchter. Bild Patrick Kenel
Markus Hürlimann (links) und Erich Ketterer mit Staffelei, Schemel und Malerkiste des Künstlers: In der Hand das Porträt einer seiner Töchter. Bild Patrick Kenel

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Arther Porträts hervorgeholt

Der Kulturverein Arth widmet in diesen Tagen dem vor 200 Jahren geborenen Arther Kunstmaler Dominik Späni (1811–1896) eine Gedenkausstellung.

Für die Ausstellung versammelten Erich Ketterer und Markus Hürlimann vom Kulturverein Arth zusammen mit Ururenkel Toni Rey 30 Werke von verschiedenen Leihgebern in der Galerie Meier. 23 davon sind Porträts, welche entweder Männer und Frauen aus betuchten Kreisen oder seine Angehörigen zeigen. Bis zur Ablösung der Porträtmalerei durch die Fotografie bildete sie im 19. Jahrhundert eine sichere Lebensgrundlage. Späni spezialisierte sich schon in der Lehrzeit beim Kirchenmaler Caspar Moos auf Porträts und zog anschliessend während 22 Jahren mit seiner Familie als Wandermaler umher, teils bis in den süddeutschen Raum. Die meisten der in handwerklicher Schnellmalerei angefertigten Bilder liegen irgendwo in Familienbesitz oder sind längst verschollen.

Lückenlose Darstellung unmöglich

1864 kehrte Dominik Späni nach Arth zurück und wurde als Zeichnungslehrer angestellt. Nach seinemTod machten einzig ein Eintrag im Schweizer Künstlerlexikon und die Aufzeichnungen seines Zeitgenossen Anton Blum von 1928 auf sein Wirken aufmerksam. Eine lückenlose Darstellung seines Lebens ist deshalb nicht möglich, auch das Todesjahr seiner Ehefrau Maria Theresia ist weiterhin unbekannt. Trotzdem ist es dem örtlichen Kulturverein nun gelungen, Zusammenhänge zu rekonstruieren und authentische Malutensilien Spänis auszustellen. Lokalhistoriker Erich Ketterer, der am Freitag und gestern durch die Ausstellung führte, zitierte heitere Passagen aus dem teilweise erhaltenen schriftlichen Nachlass des Künstlers sowie aus seinen humorvollen Inseraten im «Echo vom Rigi» (Vorgängerin der «Rigi Post»). Anhand dieser Texte charakterisiert Markus Hürlimann den Porträtisten als einen Mann mit ungebrochenem Optimismus, welcher ihm zu einem damals ungewöhnlich langen Leben verholfen haben könnte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

21.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/nVfFnT