Die Künstler zusammen mit Klaus-Michael Kühne und Gattin (Dritter und Vierte von links), die das Konzert ermöglichten; ganz rechts Giovanni Bria. Bild Verena Blattmann
Die Künstler zusammen mit Klaus-Michael Kühne und Gattin (Dritter und Vierte von links), die das Konzert ermöglichten; ganz rechts Giovanni Bria. Bild Verena Blattmann

Nachrichten

Aussergewöhnlicher Hörgenuss

Im Rahmen des Musiksommers am Zürichsee gastierten am Dienstagabend in der Pfarrkirche in Feusisberg Gesangssolisten der Deutschen Oper Berlin. Die Operngala auf hohem Niveau löste frenetischen Applaus aus.

Der Präsident des Musiksommers am Zürich, Giovanni Bria, versprach nicht zu viel, als er bei der Begrüssung vier exzellente Gesangssolisten und mit David Johnson einen ebensolchen Pianisten ankündigte.

Beinahe zu wenig Platz

Das aussergewöhnliche Konzert in Zusammenarbeit mit den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und der Kühnestiftung Schindellegi liess die Pfarrkirche beinahe aus den Nähten platzen. Bria freute es besonders, unter den Gästen, nebst Regierungsrat Andreas Barraud, einigen Lokalpolitikern und weiteren Gästen, Prof. Dr. Klaus-Michael Kühne mit Gattin sowie den Intendanten der Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Markus Fein mit seiner Ehefrau begrüssen zu dürfen. Nebst einigen anderen Projekten unterstützte die Kühnestiftung auch dieses Konzert.

Mitgetragen durch Kühnestiftung

Vor dem Konzert richtete die Kulturkommission Feusisberg auf dem Vorplatz der Kirche, mit prächtiger Aussicht auf den Zürichsee, einen Apéro aus. Der Gesang, den die Besucher daraufhin zu hören bekamen, war demjenigen des Opernhauses in Zürich mindestens gleichzusetzen. Schon die erste, temperamentvolle, rasante und bekannte Arie «Largo al factotum» aus Rossinis «Il barbiere di Siviglia», gesungen vom Bariton John Chest, löste wahre Begeisterungsstürme aus. Dieser aussergewöhnlich frenetische Applaus, der mehrmals durch stehende Ovationen unterstrichen wurde, zog sich durch das ganze Konzert hindurch. Das ansprechende Programm bestehend aus Arien, Duetten und Liedern bekannter Komponisten wie Giuseppe Verdi, Gaetano Donizetti, Georges Bizet, Giacomo Puccini, Stephen Sondheim und Franz Lehar sowie alle vier Solisten samt Pianist verzückten das Publikum mit Stimme und Spiel, grosser Bühnenpräsenz und Ausdrucksstärke.

Oper von der schönsten Seite

Die ganzeTraurigkeit obTaminos vermeintlich verloren gegangener Liebe war bei derArie der Pamina «Ach, ich fühl’s, es ist entschwunden» ausWolfgang Amadeus’ Zauberflöte spürbar. Diese bekannte Arie wurde glockenrein gesungen von der Sopranistin Elbenita Kajtazi. Speziell vom Rhythmus beeindruckte «Amor» von William Bolcom. Lieblich, witzig, schmeichelnd, neckisch, ironisch oder keck – einige Seiten der Liebe aufzeigend, interpretierte Ronnita Miller das Lied stimmgewaltig und gleichzeitig mit viel Feingefühl.

Begeisternder Ersatz

Der Tenor Matthew Newlin sprang für den erkrankten Alvaro Zambrano ein und nahm das Publikum ebenfalls von Anbeginn für sich ein. Newlin begeisterte unter anderem mit der sehr gefühl- und sehnsuchtsvollen Arie «Una furtiva lagrima» in der Rolle des Nemorino aus der Oper «L’elisir d’amore» von Gaetano Donizetti. Mit «Granada» von Augustin Lara zeigte er auch seine temperamentvolle Seite. «Libiamo ne’ lieti calici» aus Verdis «LaTraviata» – gemeinsam gesungen – setzte den Schlusspunkt unter das grossartige Konzert.

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.09.2014

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schwyzkultur.ch/nWmRdS