Nach dem Konzert präsentiert sich Armand Pirovino (links) mit Schwiegersohn Abayneh (Abi) Kebede. Bild Paul Diethelm
Nach dem Konzert präsentiert sich Armand Pirovino (links) mit Schwiegersohn Abayneh (Abi) Kebede. Bild Paul Diethelm

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Benefizkonzert für eine Augenoperation

Der Wangner Armand Pirovino spielte am Dienstagabend in der Kantonsschule Ausserschwyz, Standort Nuolen, auf dem Klavier. Mit dem Benefizertrag erhält Senait Kebede aus Addis Abeba eine dringende Augenoperation.

Eine grosse Besucherzahl liess sich am Dienstagabend, am Tag der heiligen Odilia, Patronin der Augenkrankheiten und Blinden, am Benefizkonzert des Wangner Pianisten und Konzertmeisters Armand Pirovino mit Klaviermusik verwöhnen. Dieses Konzert wurde bereits im Oktober im Zürcher Zunfthaus «Zur Waag» erstmals aufgeführt.

Musik und persönliche Worte

Zur Einstimmung gab Pirovino das Stück «Air» aus der dritten «Ouverture BWV 1068» von Johann Sebastian Bach zum Besten. Schwungvoll gelangten Klavierstücke von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung, so das Klavierstück «Es-Dur, KV 15», welches Mozart bereits als siebenjähriger Bub komponierte. Als einheimischer Komponist durfte natürlich Joseph Joachim Raff (1822 bis 1882) nicht fehlen. Raff wurde in Lachen geboren. Sein erstes Konzert gab er 1844 im «Bade zu Nuolen», dem heutigen Standort der Kantonsschule Ausserschwyz in Nuolen.

Ergänzungen zum Schmunzeln

Das dargebotene Stück «La Fileuse» verlangte vom Konzertmeister etwelche Fingerfertigkeit. Pirovino dürfte mit seinem selbsterschaffenen Werk, der für den Kirchenchor Nuolen als Kantate komponierten Improvisation über «Frieden ist möglich», sicherlich noch von sich reden machen. Mit dem bekannten Stück «Imagine» von John Lennon gelang es Pirovino, die Herzen der Zuhörer vollends zu gewinnen. Durch aktives Mitsingen am Konzertabend wurde dies zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Konzertabend wurde mit Bachs Kantate «Jesus bleibet meine Freude» beendet. Pirovino ergänzte dieses bekannte Werk mit vielen persönlichen Ergänzungen, was beim Publikum ein Schmunzeln hervorrief.

Geld sammeln für Operation

Das Konzert diente insbesondere dazu, der 25-jährigen Senait Kebede die finanziellen Mittel für eine dringend notwendige Augenoperation zur Verfügung zu stellen. Senait Kebede ist eines der zehn Geschwister von Abayneh Kebede, des Schwiegersohns der Familie Pirovino-Honegger in Wangen. Aufgrund eines schweren Augenleidens musste die junge Frau das Informatikstudium abbrechen. Die kostspielige und komplexe Operation kann nur in Europa oder in den USA wiederholt werden. In Äthiopien ist dies nicht möglich, auch Sozialversicherungen fehlen dort. Als weitere Bereicherung des Abends verlas Abayneh Kebede, seit sechs Jahren als Koch in Zürich tätig, in seiner amharischen Muttersprache und in Deutsch das Gedicht «Das Wesen meiner Farbe» des äthiopischen Komponisten und Pianisten Girma Yifrashewa.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.12.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/UpxeuB