Schritte in den Norden, in den Süden, in den Westen und in den Osten: Markus Kessler (Gitarren, von links), Sascha Kammermann (Schlagzeug), Padi Bernhard (Gesang), Berni Weber (Keyboards, Hammond und Piano) und Peter Müller (Bass). Bild Alexandra Wey
Schritte in den Norden, in den Süden, in den Westen und in den Osten: Markus Kessler (Gitarren, von links), Sascha Kammermann (Schlagzeug), Padi Bernhard (Gesang), Berni Weber (Keyboards, Hammond und Piano) und Peter Müller (Bass). Bild Alexandra Wey

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«Bernhard» ziehen in alle Richtungen

Der Norden ist rockig, der Süden klingt poppig, der Osten ist funkig und aus dem Westen tönts nach Reggae. Die Schwyzer Band Bernhard testet alle Richtungen aus – auf dem Album und auf der Tour.

Mit Padi Bernhard sprach Nicole Stössel

Eure neue Scheibe heisst «nordsüdostwest ». Wieso dieser Titel?

«Der letzte Song, den wir geschrieben haben, heisst ‹nordsüdostwest›. Bekanntlich gefällt einer Band meist der zuletzt geschriebene Song am besten. So war es auch mit ‹nordsüdostwest›. Dieser Song beschreibt unsere Band, unser Umfeld und unser Ziel perfekt. Wir wollen in neue Richtungen schreiten, mit verschiedenen Richtungen spielen, dabei aber immer an unser Zuhause denken, das uns stets den Rücken frei hält. Aber ich gebe es zu: Es ist eigentlich kein idealer Titel, da er – und ich denke hier an die Radiomacher – ein richtiger Zungenbrecher ist (lacht).»

In verschiedene Richtungen gehen auch die einzelnen Songs auf eurer Scheibe ...

«Ja, das war von Anfang an das Ziel der gesamten Band. Alle Musiker von uns haben professionelle musikalische Erfahrung vorzuweisen und sind in verschiedenen Stilrichtungen zuhause. Es hat extrem Spass gemacht, mit Stilbrüchen zu spielen. Das Wichtigste für uns war nicht die Definition der Stilrichtung, sondern das Hervorheben von Emotionen. Wer unsere CD hört, soll merken, wie viel Freude und Lust in den Songs stecken.»

Es ist auch viel Zeit investiert worden. Die Gründung von Bernhard liegt drei Jahre zurück ...

«Wir hatten sehr viele Umstrukturierungen in der Band. Dies war enorm zeitraubend. An den Songs der CD haben wir etwa ein Jahr lang gearbeitet. Im vergangenen Jahr haben wir die Songs noch live ausprobieren wollen, bevor wir sie aufnahmen. Das Schöne am Ganzen ist: Wir haben Zeit und sind niemandem verpflichtet.»

Ihr habt einen Vertriebsvertrag bei der Firma «Musikvertrieb» unterschrieben. Am dem 2. Juli wird euer Album vertrieben. Nervös?

«Nein, eigentlich nicht. Ich stelle keine Erwartungen mehr. Alles, was jetzt kommt, ist nur noch das Sahnehäubchen. Ob wir jetzt 50 oder 5000 Scheiben verkaufen, die Hauptsache ist, dass den Käufern das Produkt gefällt. Jeder soll etwas auf der Scheibe finden, das ihn anspricht.»

Wie würdest du denn – bei einem derart grossen Stilmix auf der CD – euren momentanen Musikstil beschreiben?

«Hmmm. Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich musste kürzlich Songs für die i-Tunes-Downloads mit einer Musikrichtung bezeichnen. Ich habe sie als Stilrichtung ‹Mundart› definiert.»

Ihr habt auf der CD nicht nur sehr abwechslungsreiche Songs, sondern auch viele Gastmusiker ...

«Ach, das sind gar nicht so viele ... Da haben wir zum einen Kisha, die ein Duett mit mir singt. Und da haben wir die Backgroundsängerin Regula Bauriedl (Georg). Ausserdem sind da noch Hansjörg Römer (Cello-Samples), Bernhard Schoch (Bläserarrangements), Dave Bürgler (Streicherarrangements) und der Gospelchor Zug.»

Und auch die Instrumente der «Notäwürger » Seewen kommen auf eurer CD zum Zug.

«Ja, unser Schlagzeuger Sascha Kammermann hat sein halbes Leben in dieser Guuggenmusig verbracht. Er hat ein ganzes Arsenal an Rhythmus-Instrumenten der ‹Notäwürger› mit ins Studio genommen und für unseren allerletzten Song auf dem Album eine Guuggenmusig inszeniert.»

Sascha Kammermann nimmt also ein Stück Guuggenmusig mit in die Band. Inwiefern nimmst du deine ehemalige Band «mash» mit?

«Nur durch meine Stimme, denn grundsätzlich hat das eine nichts mehr mit dem anderen zu tun. ‹mash› wird immer ein sehr wichtiger Teil meines Lebens bleiben – wohl einer der wichtigsten. Ich freue mich nun aber auf einen neuen Abschnitt.»

Nervt es dich nicht, dauernd mit «mash» konfrontiert zu werden?

«Nein, ‹mash› verfolgt mich überhaupt nicht, nur die ‹Ewigi Liäbi› verfolgt mich (lacht). Was mich jedoch richtig nervt, ist der Glaube vieler Schwyzerinnen und Schwyzer, dass ‹mash› im Streit auseinandergegangen ist. Das stimmt überhaupt nicht. Wir haben uns im Frieden getrennt. Gitarrist Stephan Annen hat uns für die Aufnahme der Bernhard-Scheibe sogar alle seine Gitarren zur Verfügung gestellt. Mit der Auflösung von ‹mash› ging ein Teil meines musikalischen Lebens zu Ende. Diesen Umstand musste ich in e

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.06.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/8UJ3Lx