Verliebte, Zerstrittene, Zermürbte, Eifersüchtige, Überglückliche – die Laienschauspieler vom Wägital spielten voller Enthusiasmus und boten gute Unterhaltung. (Bild: Janinie Jakob)
Verliebte, Zerstrittene, Zermürbte, Eifersüchtige, Überglückliche – die Laienschauspieler vom Wägital spielten voller Enthusiasmus und boten gute Unterhaltung. (Bild: Janinie Jakob)

Nachrichten

«Bestes Geschäft der Saison»

Das Wägitaler Theater erfreut nach einer emotional schweren Zeit und einjähriger Spielpause wieder die Theaterfans. Unter der Regie von Silvia Züger war das aktuelle Stück «Alles für d’Chatz» entstanden. Die Premiere am Samstag wurde dank dem starken Zusammenhalt der Vereinsmitglieder und ihren Helfern ein Erfolg.

Am Samstagabend fand in der Aubrighalle in Vorderthal die Premiere der neuen Theatersaison des Wägitaler Theaters statt. «Alles für d’Chatz» heisst der neue Schwank in drei Akten von Maximilian Vitus, der von Arthur Brenner ins Schweizerdeutsche übersetzt wurde. Regie führte neu Silvia Züger; sie hat das Amt von Hansueli Züger, Regisseur des Wägitaler Theaters 2004 sowie von 2006 bis 2010 übernommen. Der tragische Tod des Theaterliebhabers, Autors, Laienschauspielers und Regisseurs hatte letztes Jahr nicht nur den Verein mit Familie und Freunden, sondern das ganze Tal, die Region March und weite Bereiche über sie hinaus, sowie alle Theatervereine, die Züger kannten, erschüttert. Hansueli Züger war eine Persönlichkeit, die sich von ganzem Herzen für das Theater und die Gemeinschaft engagierte.

Emotionale Herausforderung

Die Trauer um den einzigartigen Theaterfreund war denn auch an diesem erfreulichen Anlass zu spüren, und seine Abwesenheit sorgte für Herzschmerz und Tränen. Der Humor, das ganze Theaterstück und im Prinzip der ganze Abend waren schliesslich ein Dank an ihn.

Situation gut gemeistert

Für Silvia Züger und die aktiven Laienschauspieler war es dieses Jahr eine besondere Herausforderung, «aber er hat uns zusammengeschweisst», erklärt Silvia Züger. Die Proben haben sie extra früh im Januar begonnen. «Vor allem bei der Hauptprobe war es schwer. Da hat er uns allen unter anderem mit seinen klaren Ansagen gefehlt», so Silvia Züger. Der neue Präsident Toni Krieg, der Agnes Schnyder abgelöst hat, ist stolz auf den Verein, die Regisseurin und darauf, wie alle die Situation nach dem tragischen Vorfall erstmals gemeistert haben. Der grosse Applaus galt der guten Unterhaltung und souveränen Umsetzung. Hansueli Zügers Einfluss hatte hier zweifellos nach- und mitgewirkt.

Starke, amüsante Wortspiele

Zum ersten Mal mit dabei und gut integriert war die Gastspielerin Carmen Schnyder als Leni. Die amüsanten Wortspiele und Gefechte von Frau Schädle im Basler Dialekt (Rita Heiz) mit dem originellen Hausburschen Köbi (Bruno Höfliger) oder mit Hungerbühler, dem Wirt zur «Schwarzen Katze» (Toni Krieg), aber auch die neckischen Bemerkungen von Alma Schäfli (Agnes Schnyder) gegenüber ihrem Ehemann Julius (Markus Ziltener) oder der arme Wirt Gusti (Rolf Schwendbühl) mit seinen Verzweiflungstaten sollte man als Freund des Laientheaters nicht verpassen.

Weitere Aufführungsdaten:

11., 12., 16., 18., 19. Mai jeweils um 20 Uhr.
Samstag 12. Mai auch um 13 Uhr.

Marchanzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

07.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/EW9EwJ