(Ur)Knall: Der Zürcher Komiker Lorenz Keiser nahm das Sattler Publikum mit auf eine zweistündige Zeitreise fünf Milliarden Jahre zurück. Bild Lilian Prachoinig
(Ur)Knall: Der Zürcher Komiker Lorenz Keiser nahm das Sattler Publikum mit auf eine zweistündige Zeitreise fünf Milliarden Jahre zurück. Bild Lilian Prachoinig

Nachrichten

Big Bang mit Lorenz Keiser

Zeit ist relativ. Das behauptete seinerzeit Albert Einstein. Doch auch der Zürcher Komiker Lorenz Keiser stützt seine Theorie, indem er am vergangenen Montagabend dem Sattler Publikum in zwei Stunden fünf Milliarden Jahre Zeitgeschichte vor Augen führte.

Schlicht in Schwarz gekleidet, mit minimalistischem Bühnenbild und ohne jegliche Requisiten präsentierte sich Lorenz Keiser am vergangenen Montagabend in der Mehrzweckhalle Eggeli in Sattel. Doch dass der gestandene Künstler keinen Schnickschnack für seine Kunst braucht, bewies er bereits in den ersten Minuten.

Murmelnde Sattler

Wenn das Publikum jeweils vor seinen Vorstellungen murmle, dann mache ihn das wahnsinnig. «Nur zu gerne wüsste ich, was es ausgerechnet vor meinen Vorstellungen zu murmeln gäbe», so Lorenz Keiser. Schliesslich habe es den ganzen Tag Zeit gehabt zu murmeln. Er habe Grosses vorgehabt, doch das werde ihm unter diesen Umständen wohl nicht gelingen. Doch weit gefehlt: Das Sattler Publikum zeigte sich begeistert von seinem hochstehenden Humor und seinen rhetorischen Fähigkeiten.

Hang zur politischen Satire

Vom Urknall (englisch Big Bang) über die Evolution bis hin zur Technologie nahm Lorenz Keiser in seinem aktuellen Programm alles aufs Korn. Auch die enorme Informationsflut gäbe ihm neuerdings zu denken. So las er kürzlich die Allergiker-Info auf der Packung Milch, auf der stand: «Enthält Milch.» Wenn es mit der Informationsflut schon so weit gehen müsse, so Keiser, dann sollen solche Hinweise wenigstens spannender gestaltet sein. Für das Studentenfutter schlägt er deshalb vor: «Hinweis für Nussallergiker: russisches Roulette.» Auch sein bekannter Hang zu politischen Satiren drückte hie und da durch. So zum Beispiel als er behauptete, dass er ganze Sätze in einem einzigen Wort aus nicht mehr als drei Buchstaben zusammenfassen könne. Für Wilhelm Buschs «Oft fällt das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es» könne man ja auch gleich SVP sagen. Und Johann Wolfgang Goethes Zitat «Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor» liesse sich doch mit FDP zusammenfassen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.11.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/nRMgZd