Spezielles Konzert: Carl Werner Punzmann in Steinen. (Bild Janine Schranz)
Spezielles Konzert: Carl Werner Punzmann in Steinen. (Bild Janine Schranz)

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Blinder Pianist: «Musik ist mein Lebensinhalt»

Der blinde Pianist Carl Werner Punzmann konzertierte am vergangenen Samstag im Alters- und Pflegezentrum Au in Steinen-Lauerz. Auf dem Programm standen Werke von Schubert und Schumann.

«Mit dem Ziel, Musik zu studieren, machte ich mich vor 25 Jahren auf nach Miltenberg am Main», erinnerte sich Karin Kern, Frau des Zentrumleiters Nicolai Kern, als sie das Publikum zum Konzert begrüsste. «Carl Werner Punzmann wurde mein Klavierlehrer und Wegbegleiter. In dieser langen Zeit ist zwischen uns eine Art Freundschaft entstanden.»

Herbstkonzert mitGeschichten

Für sein Herbstkonzert im Alters- und Pflegezentrum Au stellte der deutsche Pianist Werke von Franz Schubert und Robert Schumann zusammen. «Schubert lebte von 1797 bis 1828 im europäischen Kultur- und Musikzentrum Wien», erklärte Punzmann. «Mit über 600 geschriebenen Kunstliedern und anderen Werken hat der Komponist die ganze Bandbreite des Komponierens abgearbeitet.» Der Pianist spielte unter anderem einen sechsteiligen Zyklus von Schubert und erzählte zu jedem Teil eine Geschichte. «Schubert war immer gerne in guter Gesellschaft», begann Carl Werner Punzmann zu berichten. «Das erste Stück beschreibt einen Herbstausflug in den Wiener Wald mit Freunden.» Im zweiten Teil befindet sich die Gesellschaft in einer Waldlichtung, wo sie Pause machte. «Schubert spielte dort ein Canzone, ein Liebeslied.» All die jungen Damen, welche an diesem Tag mit dabei waren, wünschten sich eine Polka zum Tanzen. Im vierten Teil des Zyklus beschreiben die Töne den Aufbruch. «Der schnelle Ritt nach Hause wird im fünften Stück musikalisch unterstrichen. Ein sanftes, weiches Abendlied schliesst die Geschichte ab.»

Erinnerungen an Kindheitserlebnisse

Robert Schumanns «Kinderszenen» sind musikalische Erinnerungen an Erlebnisse aus der Kindheit. Mit Stücken wie «Fangen spielen», «Bittendes Kind», «Glück ist genug», «Berühmte Träumerei » und «Am Kamin» wurden diese verschiedenen Gefühle während des Konzertes durchlebt. «Schumann war stets ein ernster Komponist», erklärte Punzmann. Für den Pianisten ist die Musik Lebensinhalt. «Mit drei Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Mein Grossvater, welcher Lehrer und Komponist war, brachte mir alles bei.» Punzmann absolvierte die Meisterklasse mit Konzertexamen und arbeitet über vierzig Jahre als Klavierpädagoge und Pianist in Miltenberg. In Würdigung an sein Lebenswerk erhielt er 2007 den Kulturpreis der Stadt Miltenberg.

«Nietzsche hat es richtig gesagt: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum», so der Pianist.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.09.2009

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schwyzkultur.ch/xugbEr