Das grosse Glück gibt es in der Milchstrasse nicht, dafür Joghurt mit Glückspilzen. Bild Hans-Ruedi Rüegsegger
Das grosse Glück gibt es in der Milchstrasse nicht, dafür Joghurt mit Glückspilzen. Bild Hans-Ruedi Rüegsegger

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Das Glück im Universum suchen

Das MärliMusicalTheater gastierte am Samstagnachmittag mit Andrew Bonds Musical «Bastlonaut Basil und das grosse Glück» in der Buechberghalle in Wangen.

Andrew Bond – das ist Musik mit viel Drive,das sind eingängige Texte und viel Tiefgang. Die vielen Kinder und Erwachsenen,die am Samstagnachmittag den Weg in die Buechberghalle gefunden hatten, kamen denn voll auf die Rechnung.Denn der Entscheid, den sonnigen, fast frühlingshaften Tag im Freien zu verbringen oder einem Musical beizuwohnen, war sicher nicht allen leicht gefallen. «Bastlonaut Basil und das grosse Glück» ist die Geschichte von Basil Sfortuna und seiner Familie. Der Vater im Gefängnis, der Mutter wurde die Geige gestohlen, mit der sie etwas Geld verdiente, und nun sollen sie auch noch ihr Haus verlassen. Es ist aber auch die Geschichte der Krähe Krähbekka – sie hat weisse Flecken im schwarzen Gefieder, sie kann nicht fliegen und sie kann nicht einmal krähen. Für sie ist klar: Sie ist der grösste Pechvogel der Welt. Aber auch Basil fühlt sich so und flüchtet sich ins Basteln. «Was ist helfen?» Die Kinder in der Buechberghalle lachen schallend. Das weiss doch jedes Kind. Krähe Krähbekka aber nicht. Und auf Basils Frage ins Publikum, ob denn helfen glücklich mache – und zwar beide, den, dem geholfen wird und die, die hilft – rufen die Kinder laut «Ja.» So entscheidet sich Krähbekka, Basil zu helfen beim Basteln – eines Raumschiffs. Was ist aber ein Raumschiff ohne Motor? Krähbekka animiert das Publikum, Motorengeräusche zu erzeugen – stampf, stampf, klatsch – und plötzlich hebt das Raumschiff ab auf der Suche nach dem Glück im Universum.


Für Kinder wie für Erwachsene


Mal groovig, mal melancholisch, wenn Basils Mutter singt «ich bruuch kei Glück, Freud würd scho langä», mal solo, mal im Duett – Andrew Bonds eingängige Musik zieht das Publikum mit, kaum ein Fuss bleibt ruhig. Die junge Truppe des MärliMusicalTheaters sorgt für viel Klamauk, der den Kindern viel Freude bereitet. Die Erwachsenen schmunzeln über Wortspiele und witzige Texte. Die Schauspielerinnen und Schauspieler des MärliMusicalTheaters überzeugen gesanglich und schauspielerisch, zeigen auch tänzerisches Talent. Nach der Pause erreichen Basil und Krähbekka auf ihrer Suche nach dem Glück das Universum,wo sie auf allerlei skurrile Gestalten treffen. In der Milchstrasse wird ihnen Käse angeboten – chli stinke muess es – ein Glückpilzjoghurt offeriert – so hat man immer den Geschmack, den man gerade möchte. Das Glück ist aber nicht hier zu finden, Basil und Krähbekka werden auf Wolke 7 verwiesen. Auch dort treffen sie auf originelle Gesellen, die haben alles und noch viel mehr. Also auch Probleme, also auch nicht das grosse Glück. Letztlich landen die beiden in einer Sackgasse, aus der ihnen drei Schutzengel den Weg weisen. Das grosse Glück haben Basil und Krähbekka nicht gefunden,aber die Erkenntnis, dass Glück nicht unbedingt glücklich macht, aber wer glücklich ist, Glück hat. Und, dass sich das Glück oft versteckt. Nicht versteckt hat es sich am Samstag in der Buechberghalle: Viele Kinder – glücklich strahlend – holten sich von den Schauspielerinnen und Schauspielern eine Autogrammkarte.


Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Hans-Ruedi Rüegsegger

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

18.02.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/KhJmbK